Digitale Identitäten

Die BundID als Brückentechnologie

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Auf diese Weise erhalten die Behörden die zusätzlichen Informationen, die Bürgerinnen und Bürger aus ihrer Wallet freigeben, über den Eingangskanal der BundID. Für den Empfang und die Ausstellung neuer Nachweise in die Wallet kann die rechtssichere Zustellung von Informationen und Bescheiden in das Postfach der BundID genutzt werden. Darüber hinaus liegen hier die Daten gesichert, die für ein Backup der Wallet notwendig werden.

Durch diese Erweiterung wird allen Behörden, die die BundID nutzen, gleichermaßen auch die Nutzung der Funktionen einer Wallet zur Verfügung gestellt. Individuelle Integrationsaufwände entstehen auf Seiten der Behörden dabei nicht. Der Rollout der BundID wird zugleich Vorbereitung auf eIDAS 2.0 und schafft in der föderalen Fläche wesentliche Voraussetzungen für medienbruchfreie Prozesse.

Der Nutzen der Integration im Detail

Durch die bisher beschriebenen Schritte eröffnet sich für die nutzende Behörde die Möglichkeit, ihre digitalisierten Prozesse schneller und effizienter durchzuführen. Denn die Integration der Wallet ermöglicht es, den Bürgerinnen und Bürgern eine Vielzahl von Nachweisen bereits digital und rechtssicher im Eingangskanal „vorzeigen“ zu können. Dadurch entfällt die Notwendigkeit einer manuellen Prüfung während des Bearbeitungsprozesses, eine automatisierte Überprüfung dieser Nachweise ist für die Fachverfahren möglich. Der Vorteil besteht darin, dass die Nachweise im Moment ihres Eingangs auf ihre Gültigkeit hin überprüft werden können. Dies bietet einen Mehrwert im Vergleich zu bisherigen Nachweisen, wie beispielsweise signierte PDF-Dokumente. Ihre Gültigkeit könnte in der Zukunft ablaufen oder durch die ausstellende Behörde widerrufen werden. Darüber hinaus wird durch die Echtzeit-Validierung der digitalen Nachweise die Bearbeitung beschleunigt und das Risiko fehlerhafter oder ungültiger Dokumente nahezu ausgeräumt.

Ein vielversprechender Ansatz für eine erfolgreiche und nutzenstiftende Integration in bestehende Systemlandschaften ist der Einsatz von Digitalisierungsplattformen. Erste praktische Erfahrungen zeigen, dass sie als Integrationskomponente für bestehende Systeme sowie für neue technologische Ansätze gut einsetzbar sind. Sie ermöglichen es, Verwaltungsprozesse schneller und im Baukastenprinzip zu digitalisieren. Durch die Integration bestehender IT-Systeme und -Komponenten und die Verwendung von Standards können modulare Lösungen entwickelt werden. Behörden können flexibel auf neue Anforderungen reagieren und ihre Prozesse kontinuierlich optimieren. Als ein besonderer Vorteil muss hierbei die Wiederverwendung von bereits entwickelten Komponenten angesehen werden.

Aussicht

Die EU-Wallet wird nicht nur im behördlichen Bereich, sondern auch in anderen Sektoren zukünftig stark an Bedeutung gewinnen und zum täglichen Leben von EU-Bürgerinnen und -Bürgern gehören. Eine systemseitige Harmonisierung von eIDAS 2.0 und OZG 2.0 würde dieser Entwicklung Rechnung tragen und birgt weitere Vorteile.

Für Bürgerinnen und Bürger einerseits bedeutet dies, dass Identitäten und Nachweise sektorenübergreifend und dezentral genutzt werden können. Die Freigabe von Nachweisen erfolgt nur mit Zustimmung und die unmittelbare Prüfung und Bestätigung der Nachweise wird direkt zu Prozessbeginn möglich sein.Für Behörden andererseits ergibt sich ein doppelter Nutzen. Sie erfüllen die zukünftige europäische Pflicht zur Anerkennung und Entgegennahme der EU-Wallet. Darüber hinaus schaffen sie die Voraussetzung für eine beschleunigte Vorgangsbearbeitung anhand zeitgemäßer, medienbruchfreier Prozesse.

Insgesamt muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Transformation des Identitäts- und Nachweiswesens durch die EU-Wallet die Interaktion zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Behörden und Organisationen maßgeblich umgestalten wird. Diese Entwicklung hin zu einer zukunftsfähigen digitalisierten Verwaltung wird nur durch ein einheitliches Vorgehen und eine frühzeitige Antizipation der eIDAS 2.0 gelingen.

Die Autoren

Tobias Link ist Abteilungsleiter msg Public Sector.
Axel Drengwitz ist Bereichsleiter msg Public Sector.

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