Kosten senken durch Stromsparen im Netzwerk

Der LAN-Switch als Energiemanager

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Wie viel Einsparpotenzial hier liegt, zeigt eine einfache Beispielrechnung: Angenommen, eine Stadtverwaltung nutzt 500 VoIP-Telefone, die cirka 15 Watt verbrauchen und sieben Tage à 24 Stunden am Netz sind. Dort entstehen Stromkosten in Höhe von ungefähr 10.000 Euro pro Jahr. Wenn nun dieselbe Verwaltung den Stromverbrauch dieser 500 Telefone so optimiert, dass sie diese Endgeräte nur noch acht Stunden pro Tag und nur noch an fünf Bürotagen pro Woche mit Strom versorgt, erzielt sie allein hier eine Kosteneinsparung von rund 7.500 Euro pro Jahr.

Technische Voraussetzung hierfür ist, dass das Betriebssystem des Switches, an den die Telefone angeschlossen sind, zeitgesteuert auf einzelne Ports Power-over-Ethernet-Profile anwenden kann. Um dennoch jederzeit die Möglichkeit zu bieten, etwa rund um die Uhr Notrufe absetzen zu können, lassen sich beispielsweise mit einer roten Abdeckung gekennzeichnete Apparate an zentralen Stellen aufstellen und kontinuierlich mit Strom versorgen.

Offen nach außen

Switches, die Schnittstellen zu Drittsystemen bereitstellen und ihre Port-Profile darüber steuern lassen, bieten sogar noch weiteres Sparpotenzial: Verknüpft man etwa einen Switch mit einem Zeiterfassungssystem, könnte dieses dem Switch den Befehl geben, das Telefon eines Mitarbeiters erst dann mit Strom zu versorgen, wenn dieser sich bei der Zeiterfassung angemeldet hat. Verlässt der Mitarbeiter später das Gebäude und meldet sich bei der Zeiterfassung wieder ab, gibt es dem Switch wiederum den Befehl, das Telefon des Mitarbeiters auszuschalten.

Auch hierfür ist ein intelligentes Switch-Betriebssystem notwendig, das sich über Befehle von außen steuern lässt, ohne dabei Kompromisse bei der Zuverlässigkeit und Stabilität zu machen. Drittanbieter können über diese Schnittstellen entsprechende Funktionen in ihre Produkte integrieren. Dass dies bereits real verfügbar ist, zeigen eindrucksvoll die XML-Schnittstellen im Switch-Betriebssystem ExtremeXOS.

Fazit

Green IT im Rechenzentrum umfasst nicht nur Strom sparende Server und Arbeitsplatz-PCs, sondern geht noch einen Schritt weiter: nämlich bis in den Kern des lokalen Netzwerks. Gerade wenn dort alte Switches ausgetauscht werden oder grundsätzlich ein neues Netzwerk aufgebaut wird, sollte die Öffentliche Hand sowohl auf den Stromverbrauch als auch auf die Intelligenz der neuen Switches achten.

Denn die Möglichkeiten, die beispielsweise zeitgesteuerte Port-Profile eines Switches sowie Schnittstellen zu externen Anwendungen bieten, sind riesig und bei weitem nicht nur auf den Bereich der Energieeffizienz begrenzt. Bleibt man in diesem Umfeld, so lässt sich damit faktisch alles ein- und ausschalten, was über Power-over-Ethernet mit Strom versorgt werden kann. Damit kann ein Switch wirklich zum wahren Energiemanager im Netzwerk avancieren.

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