Kosten senken durch Stromsparen im Netzwerk

Der LAN-Switch als Energiemanager

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Die Switch-Wahl will gut durchdacht sein

Um ihr Netzwerk möglichst Strom sparend zu betreiben, sollten Behörden daher bei Neuausschreibungen für ihre Switch-Infrastruktur auch deren konkrete Stromverbrauchswerte abfragen. Mit einer Leistungsaufnahme von 10 Watt pro 10-Gigabit-Ethernet-Port beziehungsweise 2 Watt pro 1-GBE-Port glänzen hier besonders Strom sparende Switches. Im Gegensatz dazu kann der Verbrauch älterer Modelle bei bis zu 25 Watt pro 10-Gigabit-Ethernet-Port beziehungsweise bis zu 8 Watt pro 1-GB-Ethernet-Port liegen. Diese Werte beziehen sich dabei immer auf den Vollausbau eines Switch, um den Anteil von Management-Modulen, Chassis und Backplane am Stromverbrauch vergleichbar zu machen.

Jedes eingesparte Watt an Leistungsaufnahme eines Switches spart dabei mindestens doppelt. Denn Switches produzieren jede Menge Abwärme, für deren Ableitung man wiederum zusätzlich Energie aufwenden muss. Verbraucht der Switch nun weniger Strom im Netzwerkbetrieb, bedeutet dies immer auch geringere Anschaffungs- und Betriebskosten bei der Klimatisierung des Verteilerschranks oder Rechenzentrums. Im Idealfall reichen dann sogar kleiner dimensionierte Notstromaggregate und USVs aus, die im Standby ebenfalls weniger Energie verbrauchen.

Als Nächstes sollte eine Behörde oder Verwaltung ihr Augenmerk auf die maximale Port-Dichte ihrer Switches richten. Klassischerweise sind Netzwerk-Architekturen in drei Ebenen aufgebaut: Netzwerk-Core, Distribution-Area und Netzwerk-Rand, auch Edge genannt. Dieser Aufbau nennt sich auch Three-Tier-Architektur. Lässt es die Verkabelungssituation vor Ort zu, lässt sich durch die Zusammenlegung von Netzwerk-Core- und Distribution-Area eine Vielzahl an Switches, und damit auch deren Anschaffungs- und Betriebskosten, einsparen.

Auch bei dem Anschluss von Serverfarmen an das Netzwerk kann eine entsprechend hohe Portdichte „am Ende der Reihe“ die Zahl der benötigten Switches reduzieren. Was dabei möglich ist, zeigen moderne Switches mit ihren Modulen: So lässt sich heute beispielsweise eine maximale Portdichte von 2.352 Gigabit-Ethernet-Ports pro Schrank beziehungsweise bei 10-Gigabit-Ethernet bis zu 582 Ports pro Schrank erreichen.

Noch einen Schritt weiter gehen moderne Switches, die zeit- oder schnittstellengesteuert ihre Line-Cards in einen Hibernationsmodus schalten können und dadurch den Stromverbrauch der Switches in lastfreien Zeiten weiter senken. Daher sollten Behörden auch diese Funktion auf ihrer Checkliste haben, wenn sie neue energieeffiziente Netzwerkkomponenten beschaffen.

Intelligenz im Switch

Noch einen Schritt weiter gehen Switches, die durch definierte Schnittstellen nach außen sowie durch intelligente Technologien zur Konfiguration von Ports zum wahren Energiemanager im Netzwerk werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Abschalten von am Netzwerk angeschlossenen Endgeräten, wenn diese nicht benötigt werden. An diese Stelle kommen nun die eingangs genannten IP-Telefone ins Spiel, die über Power-over-Ethernet mit Strom versorgt werden.

In einem typischen Bürobetrieb wird das Telefon am Arbeitsplatz in der Regel nur an fünf Tagen in der Woche für rund acht Stunden genutzt. Das bedeutet, dass jedes Telefon, das rund um die Uhr läuft, cirka 75 Prozent der Zeit ungenutzt herumsteht – und dabei Strom frisst.

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