Cyberangriffe auf Städte und Landkreise nehmen zu – doch viele IT-Abteilungen sind mit der Erkennung und Abwehr überfordert. Fehlende Fachkräfte, begrenzte Budgets und steigende Sicherheitsanforderungen erschweren eine effektive Verteidigung. Ein Lösungsansatz ist Managed Extended Detection and Response (MXDR).
Städte und Kreise müssen sich vor IT-Angriffen schützen.
Kommunale IT-Infrastrukturen sind zunehmend im Visier von Cyberkriminellen. Die erfolgreichen Attacken von Anhalt-Bitterfeld, Witten, Schwerin und anderen Städten haben bewiesen: Fällt die IT aus, ist die Handlungsfähigkeit der Verwaltung massiv eingeschränkt – mit gravierenden Folgen für Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Unternehmen, wenn etwa Bauanträge oder Sozialleistungen nicht bearbeitet werden. Vor diesem Hintergrund stehen Städte, Landkreise und öffentliche Einrichtungen vor der Herausforderung, ihre digitalen Systeme und Bürgerdienste zu schützen – oft mit begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen. Dabei bleibt ein kritischer Punkt oft unbeachtet: das frühzeitige Erkennen laufender Attacken.
Eine Lösung, die Verantwortliche in diesem Kontext immer stärker in Betracht ziehen, ist Managed Extended Detection and Response (MXDR) – ein Sicherheitskonzept, das Kommunen dabei unterstützt, Cyberbedrohungen rechtzeitig zu identifizieren und zu stoppen.
Große Aufgabe, begrenzte Ressourcen
IT-Sicherheitsverantwortliche in Städten und Gemeinden spüren den steigenden Druck: Die Bedrohungslage wächst, doch häufig fehlen Budget, qualifiziertes Personal und die Zeit, um zeitgemäße Cyberabwehrmaßnahmen eigenständig zu betreiben. Auch lange Vergabeverfahren machen es schwer, schnell auf neue Risiken zu reagieren.
Das Resultat: Viele Kommunen sind beim Schutz sensibler Verwaltungsdaten und IT-Infrastrukturen auf sich allein gestellt. Doch die Praxis zeigt, dass klassische Abwehrstrategien heute nicht mehr ausreichen – vor allem, wenn ein Angriff bereits läuft. Genau hier setzt MXDR an.
Warum herkömmliche Schutzmaßnahmen oft nicht ausreichen
Erfolgreiche Cyberangriffe auf Städte oder Landkreise haben in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass viele Attacken hätten schnell gestoppt werden können, wenn Warnsignale frühzeitig erkannt worden wären. Doch das Entdecken aktiver Bedrohungen erfordert hochspezialisierte Kenntnisse, die über die klassische IT-Ausbildung hinausgehen. Mitarbeitende in kommunalen IT-Abteilungen sind meist mit dem Betrieb und der Absicherung von Netzwerken beschäftigt – die aktive Bedrohungsanalyse gehört jedoch nicht zu ihren Kernaufgaben.
Das Problem ist, dass IT-Sicherheit häufig als Verteidigungsdisziplin verstanden wird, aber nicht als fortlaufender Prozess der Erkennung und Reaktion. Ein modernes Sicherheitskonzept muss deshalb beide Aspekte kombinieren: den Schutz vor Angriffen und die kontinuierliche Überwachung des Netzwerkes auf verdächtige Aktivitäten.
An diesem Punkt kommt MXDR ins Spiel. MXDR-Systeme nutzen eine umfassende Sensorik, um sicherheitsrelevante Ereignisse auszuwerten. Das Besondere ist, dass ein MXDR über die bloße Bereitstellung von Technologie hinausgeht. Der spezialisierte Anbieter übernimmt auch die kontinuierliche Überwachung, Analyse und Abwehr von Bedrohungen – 24/7. So werden Angriffe nicht nur schneller erkannt, sondern auch oder durch Security-Fachleute abgewehrt.
Eigenbetrieb oder Managed Service?
Kommunen, die XDR in ihre IT-Sicherheitsstrategie integrieren möchten, stehen vor zwei Möglichkeiten:
1. Eigenbetriebenes XDR:
Kontinuierliche Überwachung durch eigene Mitarbeitende in ausreichender Anzahl erforderlich – nötig ist der Aufbau eines 24/7-Schichtsystems
Hoher Schulungsaufwand für IT-Teams
2. Managed XDR:
Rund-um-die-Uhr-Überwachung durch Fachleute eines spezialisierten Security-Dienstleisters
Planbare Kosten und kein zusätzlicher Personalaufwand
Die entscheidende Frage lautet: Lässt sich der Betrieb eines XDR-Systems realistisch mit den vorhandenen Ressourcen stemmen? Für eine effektive Absicherung ist eine 24/7-Überwachung notwendig – eine Anforderung, die viele kommunale IT-Abteilungen nicht aus eigener Kraft erfüllen können.
Sicherheit als Dienstleistung: Warum sich MXDR für Kommunen lohnt
Ein MXDR-Ansatz bietet zahlreiche Vorteile für die öffentliche Verwaltung:
Erhöhte IT-Sicherheit durch kontinuierliche Überwachung und schnelle Reaktionszeiten,
Entlastung der kommunalen IT-Abteilungen, die sich auf strategische Aufgaben konzentrieren können,
Rechtssicherheit, da regulatorische Sicherheitsvorgaben besser erfüllt werden.
Angesichts knapper IT-Budgets stellt sich die Frage: Wie lässt sich IT-Sicherheit wirtschaftlich sinnvoll verbessern? Die Antwort liegt in einer gezielten Investition in externe Security-Expertise. Während die Bereitstellung und der Betrieb in Eigenregie einer XDR-Lösung für viele Kommunen nicht realistisch ist, kann ein MXDR-Dienstleister diese Funktion effizient übernehmen.
Fazit: IT-Sicherheit als strategische Aufgabe begreifen
Cyberangriffe auf Kommunen sind keine abstrakte Bedrohung – sie sind Realität. Statt in reaktiver Schadensbegrenzung zu verharren, sollten Entscheidungsträgerinnen und -träger jetzt handeln. Der Managed-XDR-Ansatz ermöglicht es Städten und Landkreisen, Cyberangriffe schnell zu erkennen und sofort zu beenden – mit minimalem Aufwand für die eigene IT-Abteilung. Die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Security-Dienstleister ist angesichts knapper Budgets und fehlender Fachkräfte eine kluge, zukunftssichere Investition – für eine widerstandsfähige, sichere und handlungsfähige öffentliche Verwaltung.
Stand: 08.12.2025
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Beispiel: Stadt Menden
In der Stadt Menden in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 52.000 Einwohnern bilden digitale Technologien die Basis, um Mehrwerte für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und die Mitarbeitenden in der Verwaltung zu schaffen. Die Anwendungslandschaft der verschiedenen Fachbereiche umfasst viele unterschiedliche Services und ist sehr heterogen. „Das Thema IT-Sicherheit hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen“, sagt Sebastian Klein, Teamleiter der Stadt Menden. „Der Cyberangriff auf die Südwestfalen-IT im Oktober 2023 hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich kommunale IT ist. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, unsere Infrastruktur im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten bestmöglich abzusichern. Dabei orientieren wir uns an bundeseinheitlichen Vorgaben, wie etwa dem IT-Grundschutz-Profil des BSI.“
Daher entschieden die Verantwortlichen der Stadt Menden, den Schutz auszubauen und die bestehende Endpoint-Protection-Lösung zu erweitern. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass unsere Systeme rund um die Uhr an 365 Tagen überwacht werden. Wir wollen wissen, was passiert, wenn Büros nicht besetzt sind“, sagt Sebastian Klein. „Dafür fehlt es uns aber an Personal und an dem notwendigen Spezialwissen, das bei einem Security Operations Center vorhanden ist.“ Bei der Suche nach einem passenden IT-Security-Dienstleister hatten die IT-Verantwortlichen festgelegt, dass der neue Anbieter aus Deutschland kommen sollte, damit die strengen Datenschutzvorgaben erfüllt werden. Die Wahl fiel auf G DATA CyberDefense.
Zur Jahresmitte 2024 startete der Roll-out in der Kommune, und die bisherige Virenschutzlösung wurde durch die MXDR-Lösung ersetzt. Dabei nutzte die Stadt Menden einen etablierten Prozess der Software-Verteilung. Zusätzlich half der Lösungsanbieter mit einem praxiserprobten Verfahren dabei, Systeme zu identifizieren, bei denen ein erster Installationsversuch fehlgeschlagen war. Darüber hinaus hatten die Beteiligten bei einem gemeinsamen Onboarding geklärt, welche Endgeräte die Security-Analysten künftig beobachten und wie eine Reaktion auf Angriffe erfolgen soll.
Stefan Karpenstein PR-Manager bei G DATA CyberDefense