Digitale Souveränität
C'est fini, Microsoft: Frankreich stellt auf Open Source um

Von Johannes Kapfer 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wie löst man eine ganze Staatsverwaltung von Microsoft? Frankreich legt einen konkreten Plan vor: Linux statt Windows, europäische Tools statt US-Produkte und verbindliche Migrationspläne für jedes Ministerium bis Herbst 2026.

Bei unseren französischen Nachbarn soll der Themenkomplex Digitale Souveränität künftig mit Nachdruck angegangen werden.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Bei unseren französischen Nachbarn soll der Themenkomplex Digitale Souveränität künftig mit Nachdruck angegangen werden.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Die französische Digitalbehörde DINUM hat am 8. April auf einem interministeriellen Seminar in Paris angekündigt, ihre Arbeitsplätze von Windows auf Linux umzustellen und damit ein deutliches Signal in Richtung digitaler Souveränität gesetzt. Am Seminar nahmen neben mehreren Ministerien auch die nationale Cybersicherheitsbehörde ANSSI, die staatliche Beschaffungsagentur DAE sowie Vertreter aus der Privatwirtschaft teil. Das formulierte Ziel der Veranstaltung: Die technologische Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern auf ein Minimum zu reduzieren.

80.000 Beschäftigte migrieren auf souveräne Tools

Die Linux-Migration der DINUM ist dabei nur ein Baustein einer breiteren Souveränitäts-Offensive. Zur Zeit befinden sich zwei Linux-Distributionen im Pilotbetrieb. Gendbuntu, ein Ubuntu-Derivat, das die französische Gendarmerie seit 2008 produktiv nutzt, sowie EU-OS, eine Fedora-basierte Distribution mit KDE-Plasma-Desktop.