Faxgeräte galten lange Zeit als unverzichtbarer Bestandteil der Bürokommunikation, doch auch Technologien sollte irgendwann der wohlverdiente Ruhestand gegönnt werden. Dabei steht jedoch die Herausforderung im Raum, ältere Generationen in der digitalen Welt mit einzubeziehen.
Faxgeräte: Veraltete Technologie oder Bürgerservice?
(Bild: fotofabrika – stock.adobe.com)
Faxgeräte – um ehrlich zu sein, war mein einziger Berührungspunkt mit den Stars der Verwaltung bisher, dass ich beim Abtippen einer Telefonnummer in der Zeile verrutscht bin und mich dieses wunderbare Fiepen im Ohr darauf aufmerksam gemacht hat. Wie sie funktionieren, weiß ich tatsächlich nur in der Theorie. Menschen, die noch jünger sind als ich, können mit dieser Technologie vermutlich gar nichts mehr anfangen.
Da wundert man sich schon, dass der Aufschrei jedes mal so groß ist, wenn ein Ministerium die Abschaffung dieses Kommunikationsmittels beschließt. Aktuell gut zu beobachten in Bayern. Da verkündete Digitalminister Fabian Mehring, unter der reißerischen Überschrift „Mehring hat das Faxen dicke“, dass nach einer Übergangsfrist Dokumente in den Behörden im Freistaat nur noch in digitaler Form übermittelt werden sollen und schon ruft das den Finanzminister auf den Plan. „Faxgeräte haben wir aus einem Grund: Es gibt Menschen, die wollen uns was faxen“, erklärte dieser dem Radiosender Bayern 2. Vor allem für viele Ältere sei es schwierig, wenn alles nur noch digital angeboten werde. „Sie wollen weiter Formulare. Auch so etwas gibt es noch.“
Er möchte damit die Faxgeräte nicht verteidigen, er sieht sie viel mehr als Bürgerservice. „Wie von Herrn Staatsminister Füracker angeführt, ist festzustellen, dass sich vorrangig ältere Bürgerinnen und Bürger beklagen, dass die Steuerverwaltung ihnen Formulare grundsätzlich nur mehr auf Anfrage direkt übersendet, ansonsten aber die Formulare nur noch online oder zur Abholung im Finanzamt oder den Gemeinden zur Verfügung stellt“, bestätigt ein Sprecher des Ministeriums. Er gibt jedoch auch zu, dass die Nutzung von Faxgeräten im Zuständigkeitsbereich des Finanz- und Heimatministeriums eine höchst untergeordnete Rolle einnimmt. Sie werden demnach insbesondere in Verwaltungsbereichen mit hohem Publikumsverkehr von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Durch das Anbieten des Services würde jedoch vermieden, dass gegenüber den Bürgerinnen und Bürger staatlicherseits der Eindruck entsteht, dass die individuell gewünschte Nutzung von Faxgeräten zur Nichterreichbarkeit staatlicher Behörden führt. „Auch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat wird regelmäßig von Bürgerinnen und Bürgern mit Eingaben kontaktiert. Diese können in Einzelfällen auch per Fax eingehen.“
Der Nutzung dieser Technologie scheint also auch in der Praxis keine allzu hohe Bedeutung mehr zuzukommen. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass viele ältere Menschen noch keine Kontaktpunkte mit dem Internet hatten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Quote bei den 65- bis 74-Jährigen im Jahr 2022 bei 17 Prozent. Viele finden sich in der digitalen Welt auch einfach nicht zurecht. Sie können mit online bereitgestellten Formularen natürlich erst einmal nichts anfangen.
Doch die Digitalisierung wird weiter voranschreiten und das Fax kann wohl kaum noch weitere 20 Jahre mitgezogen werden – auch wenn es vielerorts über Faxserver mittlerweile digital abgebildet wird. Stattdessen braucht es Lösungen und vermehrt Bemühungen, ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen mit in die digitale Welt zu nehmen. Dazu gehören Informations- beziehungsweise Werbekampagnen und Schulungen, die ihnen die Vorteile und Möglichkeiten der digitalen Verwaltung näher bringen – und zwar nicht online, sondern dort, wo man diese Menschen auch gezielt erreichen kann: durch öffentliche Veranstaltungen, Schulungen in Gemeindezentren oder in Seniorenclubs. Es braucht Ansprechpartner in den Verwaltungen, etwa durch Telefonsupport, Online-Chats oder persönliche Beratungsdienst, an die sie sich bei Fragen wenden können.
Es braucht aber auch – und das ist vermutlich der wichtigste Punkt – barrierefreie Technologien und Webseiten. Das heißt nicht nur, eine klare Benutzeroberfläche, die die Bedürfnisse älterer Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Einschränkungen mitdenkt, sondern auch eine Abkehr von Behördensprache. Formulare, Hilfestellungen und Anleitungen müssen so formuliert sein, dass sie für jeden verständlich sind. Dafür lohnt es sich sicherlich, hin und wieder das Feedback der Nutzer einzuholen und anhand dessen die digitalen Verwaltungsdienste kontinuierlich zu verbessern und an Bedürfnisse sowie Anforderungen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen anzupassen.
Stand: 08.12.2025
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Nicht zum Erfolg und zur Akzeptanz beitragen wird es hingegen, an bestimmten Technologien festzuhalten – schon gar nicht der schnelllebigen digitalen Welt –, und die Sache auszusitzen. Es wird immer wieder Bürger und Bürgerinnen geben, die sich aus unterschiedlichen Gründen in dieser schwer zurechtfinden. Für sie alle müssen Mittel und Wege gefunden werden, sie an die Hand und mit in das digitale Zeitalter zu nehmen.