Telepräsenz Bremen: Roboter drücken die Schulbank

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Um schwerkranken Kindern und Jugendlichen die Teilnahme am Schulunterricht zu ermöglichen, setzt Bremen auf Telepräsenz-Roboter. Wie das Konzept funktioniert und welche Vorteile es bietet.

Bildungssenatorin Sascha Karolin Aulepp präsentiert die neuen Telepräsenzroboter.(©  Michael Schnelle / SKB-Bremen)
Bildungssenatorin Sascha Karolin Aulepp präsentiert die neuen Telepräsenzroboter.
(© Michael Schnelle / SKB-Bremen)

Bremen ermöglicht schwerkranken Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Unterricht durch den Einsatz von Avataren. Als erstes Bundesland hat Bremen eine Reihe von Avataren angeschafft, die es den betroffenen Kindern und Jugendlichen ermöglichen, trotz ihrer Krankheit am Unterricht und am Schulleben teilzunehmen. Die Schülerinnen und Schüler können ihre persönlichen Mini-Roboter mithilfe ihrer Schul-iPads vom Krankenzimmer aus steuern. Sie können sich melden, mit der Klasse sprechen und sogar Emotionen ausdrücken.

Norwegische Roboter ermöglichen Teilhabe

Bildungssenatorin Sascha Karolin Aulepp äußerte sich dazu: „Ich bin froh, dass nach einer erfolgreichen Erprobungsphase mit drei Schul-Avataren in Bremen und Bremerhaven nun 16 Avatare an den Start gehen, damit mehr ernsthaft erkrankte Kinder am Klassenleben und am Unterricht teilnehmen können. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass sich gerade diese Kinder nicht aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen fühlen müssen, sondern auch in die Pause oder auf Ausflüge mitreisen können.“

Das Bundesland Bremen ist damit Vorreiter bei der Nutzung von Avataren im Unterricht. Während es in anderen Bundesländern einzelne Geräte in Kommunen und Medienzentren gibt, stellt Bremen eine ganze Reihe von Robotern zur Verfügung. Die Schulen in Bremen und Bremerhaven können ab sofort 16 Telepräsenzroboter über den Medienverleih der Senatorin für Kinder und Bildung ausleihen. Dabei erhalten sie auch Beratung vom Referat Medien und Bildung in der digitalen Welt. Die Avatare, die von der norwegischen Firma No Isolation hergestellt werden, kosten jeweils 3.500 Euro. Eine mögliche Erweiterung des Projekts hänge von den Erfahrungen mit den Avataren und den finanziellen Möglichkeiten ab, betont Senatorin Sascha Karolin Aulepp.

Wenn die Schüler eine Pause brauchen, leuchtet der Roboter blau

Bisher wurden die Schülerinnen und Schüler, die einen Avatar erhalten sollten, von der Krankenhausschule in Bremen ausgewählt. Nun gibt es auch Anfragen von den Regionalen Beratungszentren (Rebuz). Ein Schüler der Wilhelm-Focke-Oberschule war einer der Testnutzer. Während er im Klinikum Mitte lag, konnte er mithilfe eines Schul-Avatars am Unterricht teilnehmen. Der Telepräsenzroboter stand an seinem Platz und ermöglichte ihm eine Videokonferenz mit der Klasse. Über Raummikrofone konnte er alles hören, was in der Klasse gesprochen wurde. Mit der Kamera, die sich in der Stirn des Avatars befand, konnte er den Schulalltag verfolgen.

Die Patientinnen und Patienten haben die Möglichkeit, den Kopf des Avatars zu bewegen und den Avatar um 360 Grad zu drehen. Dadurch behalten sie den Überblick über das Geschehen in der Klasse. Wenn sie sich melden möchten, beginnt der Kopf zu blinken. Wenn sie ihre Ruhe haben möchten, können sie den Kopf blau leuchten lassen. Besonders positiv finden die Kinder und Jugendlichen, dass ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sie auch in der Pause begleiten dürfen. Sollte die WLAN-Verbindung auf dem Pausenhof abbrechen, wählt sich der Schul-Avatar in das Mobilfunknetz ein.

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