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Ländergrenzen auch in der IT
In den Dataport-Rechenzentren laufen die Verfahren schon aus Gründen des Datenschutzes mandantenfähig nach Bundesländern getrennt. Das gilt auch für die Fälle, in denen Bundesländer ein und dieselbe Software benutzen. Technische Grundlage sind dabei landesbezogene VRF-Instanzen (Virtual Routing and Forwarding). Es gibt aber auch „Shared“-Bereiche für länderübergreifende Zusammenarbeit.
Die Änderungen an den Fachverfahren verursachten Kosten in ungenannter Höhe. Die einzelnen Verwaltungen und Länder trugen die Kosten. „Insgesamt waren die Gesamtkosten deutlich günstiger, als wenn jedes Bundesland das für sich gemacht hätte“, erklärt Dataport-Sprecherin Britta Heinrich.
Ausbaufähig und sicher
Ein großer Vorteil der neuen Umgebung ist die hohe Flexibilität der modular angelegten Infrastruktur und ihre Ausbaufähigkeit. So steht Dataport in den Akquinet-Räumlichkeiten insgesamt eine Fläche von fast 3.500 Quadratmetern zur Verfügung, das doppelte des bisher genutzten Raums. Nur ein kleiner Teil davon wird für die Übernahme von weiteren IT-Verfahren aus Sachsen-Anhalt in Anspruch genommen.
Insbesondere hebt Sprecherin Heinrich die Sicherheit der neuen Rechenzentren hervor. „Allein hätten die Verwaltungen eine so sichere Rechenzentrumsumgebung nicht erreichen können.“ Dies sei im Hinblick auf zunehmende Cyber-Kriminalität nicht zu unterschätzen. „Das ist ein Wert, den unsere Trägerländer nicht mehr aus der Hand geben werden“, so Heinrich.
Da wächst etwas zusammen
Dataport ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, hervorgegangen aus der Fusion mehrerer IT-Abteilungen von öffentlichen Verwaltungen beziehungsweise ihrer IT-Dienstleister. Diese hatten vorher jeweils eigene Rechenzentren mit jeweils eigenen Prozessen. Die Konzentration auf jetzt zwei neue Rechenzentren zielt darauf, den IT-Betrieb ökonomischer und sicherer zu machen.
Dr. Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport, war bei der Eröffnung der Rechenzentren erklärtermaßen „stolz“, denn er sagt: „Mit dem Abschluss des Projekts haben wir gezeigt: Die öffentliche Verwaltung kann Großprojekte stemmen. Und das auch übergreifend, unter Beteiligung mehrerer Bundesländern. Eine Erfahrung, die uns stolz macht.“
Cloud-Basis für künftige Verwaltungs-IT
Bizer erklärte weiter: „Als wir uns für den Bau eines neuen Rechenzentrums entschieden haben, war es unser Ziel, den öffentlichen Verwaltungen in unseren Trägerländern auch noch in zwanzig Jahren stabile und vor allem sichere IT zur Verfügung zu stellen. Standards, homogene Infrastrukturen sowie einheitliche Prozesse, sollten für den effizienten Betrieb sorgen und so Kosteneinsparungen bei unseren Kunden ermöglichen. Wir haben das Projekt nicht nur right-in-time abgeschlossen, sondern auch alle anderen Ziele erreicht. Jetzt steht uns und unseren Kunden ein sicheres, cloud-fähiges und ökonomisches Rechenzentrum zur Verfügung, mit dem wir gut für die Zukunft aufgestellt sind.“
Damit ist das Stichwort gefallen. Ziele wie Virtualisierung und Mandantenfähigkeit bei den Neuerungen lassen es erkennen: Die Intention könnte auf den Aufbau einer oder mehrerer Bundesländer-übergreifenden Private Clouds hinauslaufen.
* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.
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