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Bayern vollzieht einen SAP-Releasewechsel in Rekordzeit

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Strategie beinhaltet hohe Qualitätsstandards

Die dreistufige Systemlandschaft von VIVA, also Entwicklungs-, Test- und Produktivsystem, mussten schrittweise umgestellt werden, um den Linienbetrieb während des Releasewechsels so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Dabei sollte auch die Hardware sämtlicher SAP-Systeme erneuert werden. Hierzu wurden die „neuen“, also ERP-basierenden Vorsysteme, das heißt, Entwicklungs- und Testsystem, gleich auf der neuen Hardware aus einer Systemkopie des bisherigen Systems erstellt. Die neuen ERP-Systeme wurden über einen Zeitraum von jeweils acht Wochen ausgiebig getestet. Dabei wurde anhand vieler Testfälle die Funktionalität des jeweiligen Systems mit der des entsprechenden R/3-System verglichen. Auftretende Differenzen mussten, sofern sie nicht von der Fachseite akzeptiert wurden, auf den ERP-Systemen korrigiert werden.

Der Zahltag ist, nicht zuletzt aufgrund der hohen Auswirkungen und politischen Sprengkraft, der mit Abstand kritischste Teil von VIVA. Selbstverständlich muss die pünktliche und korrekte Auszahlung der Bezüge auch im neuen Release unter allen Umständen gewährleistet sein. Daher wurden auf zwei eigens dafür eingerichteten Systemen (je eines pro Release) mehrere Abrechnungen des kompletten effektiven Datenbestandes durchgeführt und die Ergebnisse verglichen. Im Zuge dieses Massentests wurden bei etwa tausend Zahlfällen noch geringfügige Abweichungen festgestellt, die bei den Tests auf den Vorsystemen aufgrund des deutlich geringeren Datenbestandes unentdeckt geblieben waren. Die Ursachen wurden analysiert und bereinigt. Der Massentest ermöglichte auch weitere, im Rahmen des Zahltages wichtige Verfahrensteile (der Druck der Bezügemitteilungen) in einer produktiven Umgebung zu testen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Testaktivitäten war der Weg für die Produktivsetzung von ERP 6.0 frei. Das neue Release ging reibungslos in den produktiven Betrieb.

Selbstverständlich musste VIVA während der Projektlaufzeit gewartet und weiterentwickelt werden, da dringende Fehlerkorrekturen und die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben nicht aufgeschoben werden konnten. Ab der Verfügbarkeit des ERP-Entwicklungssystems (Mitte März) mussten dabei alle Entwicklungen in beiden Versionen parallel durchgeführt werden (Doppelwartung).

Dagegen setzte das Projekt VIVA-PRO fast alle Neuentwicklungen bereits in ERP 6.0 um. Somit war eine enge Abstimmung mit der Linie und dem Projekt VIVA-PRO unerlässlich, auch um unerwünschte Nebenwirkungen auf die Testergebnisse ausschließen zu können.

Die in diesen Bereichen eingesetzten Berater der Firma SAP unterstützten den Releasewechsel dabei ebenfalls.

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