Digitalisierung im Bauwesen Auf dem Weg zu papierlosen Bauanträgen

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Schnellere Planung durch digitale Baugenehmigungen: Bis Ende des Jahres soll der digitale Bauantrag umgesetzt werden. Das in Mecklenburg-Vorpommern entwickelte Digitalprojekt, soll die Einreichung von Bauanträgen, die Planung und die Einsicht von Daten einfacher machen. Zehn Bundesländer wollen die Software nachnutzen.

Der digitale Bauantrag bietet die Chancen in der Digitalisierung, Prozesse im Bauwesen zu beschleunigen, Smart-City-Projekte voranzutreiben, Kosteneffizienz und Transparenz herzustellen.(© Antony Weerut – stock.adobe.com)
Der digitale Bauantrag bietet die Chancen in der Digitalisierung, Prozesse im Bauwesen zu beschleunigen, Smart-City-Projekte voranzutreiben, Kosteneffizienz und Transparenz herzustellen.
(© Antony Weerut – stock.adobe.com)

Um die digitalen Planungsprozesse in Deutschland zu beschleunigen, hat der Bund beschlossen, dass der digitale Bauantrag bis Ende des Jahres umgesetzt werden soll. In Mecklenburg-Vorpommern hatte man eine entsprechende Software entwickelt, um alle gängigen Bauanträge digital einreichen zu können. Dafür sind digitale Formulare, also „Online-Assistenten“ vorgesehen, die von Bauaufsichts- und Abgrabungsbehörden zur Verfügung gestellt werden. Diese Anwendung ist nach dem Prinzip „Einer-für-Alle“ (EfA) entwickelt und steht seitdem auch für andere Bundesländer bereit: Zehn Bundesländer wollen den digitalen Bauantrag bereits nachnutzen.

Neben schnelleren Planungsprozessen, hoffe man im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen auch darauf, künftig mittels Künstlicher Intelligenz besser auf personelle Herausforderungen wie den Generationenwechsel in Bauämtern, reagieren zu können. Digitale Verfahren ermöglichen außerdem weniger Aufwand in der Erfüllungspflicht für Bauherren. So können vor allem Zeit und Kosten gespart werden. In Zukunft soll es dann möglich sein, Informationen über Bauanfänge und Baufertigstellungen zu erlangen. Ab 2025 könne man so zum Beispiel wissen, wie viel gebaut wurde und ab 2026 sollen die Daten schließlich auch quartalsweise abrufbar sein. Bisher war das nämlich nicht möglich. Baugenehmigungen und Baufertigstellungen klärten nicht auf, wann eine Bauaktivität tatsächlich gestartet wurde. Prognosen zu Marktangebote und verfügbaren Baukapazitäten konnten demnach schlechter getroffen werden.

Ein weiteres Plus bietet sich in der Bürgerbeteiligung: Die digitale Aufbereitung von Daten machen Modelle „begehbar“ – das heißt: Der Bebauungsplan ist nicht mehr an die eingeschränkten Zeiten im Rathaus gebunden. Auch werden die meisten Beteiligungsprozesse durch Digitalisierung verständlicher gemacht.

Mit dem Digitalisierungsvorhaben kommen noch mehr Chancen hinzu: Der Bund fördere 73 „Smart Citiy Modellprojekte“ mit einem Fördervolumen von rund 820 Millionen Euro, berichtete Geywitz. So kann mehr Raum in Städten, Gemeinden und Kreisen aller Größen genutzt werden. In einem solchen Netzwerk könnten zum Beispiel nicht geförderte Kommunen teilnehmen und Projekte im ländlichen Raum ermöglicht werden. Bisher konnten bereits Pläne, wie die Gründung einer Kleinstadtakademie verwirklicht werden und eine Strategie gegen Leerstand sei in Arbeit, hieß es. Eine Voraussetzung für die Förderung sei der Open Source-Ansatz bei Softwarelösungen. Eine politische Diskussion über die systemische Frage verbindlicher Standards sei ebenso wichtig, sagte sie weiterhin.

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