Digitalpakt 2.0 5 Milliarden Euro für digitale Bildung

Von Stephan Augsten 5 min Lesedauer

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Der Durchbruch ist geschafft: Nach intensiven Beratungen und Verhandlungen haben sich Bundesbildungsministerin Karin Prien und ihre Amtskollegen und -kolleginnen der 16 Bundesländer im Rahmen der 6. Bil­dungs­minister­konfe­renz in Berlin auf den Digitalpakt 2.0 verständigt.

Der Digitalpakt 2.0 ist auf Ebene der Bildungsministerien beschlossene Sache, nun müssen Bund und Länder noch zustimmen, unterzeichnen sowie Förderrichtlinien erarbeiten.(Bild: ©  Stockwerk-Fotodesign - stock.adobe.com)
Der Digitalpakt 2.0 ist auf Ebene der Bildungsministerien beschlossene Sache, nun müssen Bund und Länder noch zustimmen, unterzeichnen sowie Förderrichtlinien erarbeiten.
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Sonderheft „Digitale Schule 2025“
(Bild: Vogel IT-Medien)

Sonderheft „Digitale Schule“

Der DigitalPakt Schule ist Geschichte – ab 2026 startet der DigitalPakt 2.0 mit einer Investitionssumme von insgesamt fünf Milliarden Euro, um die nächste Phase der Schuldigitalisierung einzuläuten.

Das Sonderheft „Digitale Schule“ von eGovernment und IT-BUSINESS zeigt, wie Bildungseinrichtungen und Schulträger die digitale Transformation erfolgreich gestalten können.

Seit Donnerstag, 18. Dezember, steht das Nachfolgeprogramm zum Digitalpakt Schule, der im Mai 2024 ausgelaufen war. Seither konnten Schulträger keine neuen Anträge auf Unterstützung mehr stellen. Während sich die digitale Welt rasant weiterentwickelte, war die mit dem Investitionsstopp verbundene Unsicherheit allerorten spürbar.

Dieses Gefühl des „in der Schwebe hängens“ hat vorläufig ein Ende: Der neue Digitalpakt hat ein Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro und läuft bis 2030. Der Bund stellt 2,5 Milliarden Euro größtenteils aus dem Sondervermögen für „Infrastruktur und Klimaneutralität“ bereit, die Länder wenden noch einmal so viel auf.

Nach dem Königsteiner Schlüssel verteilt, steht den Bildungseinrichtungen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit mehr als einer Milliarde Euro – jeweils zur Hälfte getragen von Bund und Land – gemessen am Gesamtvolumen ein besonders großer Anteil zu. Niedersachsen beispielsweise erhält nach eigenen Angaben rund 201 Millionen Euro für Schulträger und landesweite Maßnahmen sowie weitere zehn Millionen Euro für länderübergreifende Projekte.

Bundesbildungsministerin Karin Prien zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Gespräche: „Der Digitalpakt 2.0 ist ein entscheidender Schritt in die Zukunft unserer Schulen und ein wichtiger Beitrag zur Gleichwertigkeit der Bildungschancen in Deutschland.“ Sie betonte, dass durch die Vereinfachung der Verwaltungsprozesse und die Förderung von länderübergreifenden Projekten sichergestellt werde, dass alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Wohnort von digitaler Bildung profitieren könnten. „Die deutsche Schulbildung wird digital anschlussfähig - das sind gut investierte fünf Milliarden Euro“, so Prien.

Weniger Bürokratie, mehr Wirkung

Eine zentrale Lehre aus dem ersten Digitalpakt war der hohe bürokratische Aufwand, der viele Schulträger, insbesondere kleinere Kommunen, vor große Herausforderungen stellte. Aufwendige Antragsverfahren, detaillierte Nachweispflichten und komplizierte Abrechnungsmodalitäten verzögerten häufig die Umsetzung dringend benötigter Maßnahmen. Der Bund selbst räumt dies ein und mit dem Digitalpakt 2.0 gleichzeitig damit auf.

Kommunale Schulträger können künftig pauschalierte Zuweisungen erhalten, wodurch der Verwaltungsaufwand erheblich sinken soll. Standardisierte Verfahren und geringstmögliche Berichtspflichten sollen den Schulträgern mehr Flexibilität und Handlungsspielraum geben. „Investitionen können dadurch einfacher, schneller und passgenauer umgesetzt werden“, betonte die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Dorothee Feller.

Der Bund hebt seinerseits die mit dem Digitalpakt 2.0 verbundene Förderung länderübergreifender Vorhaben (LüV) hervor: Künftig können sich zwölf Länder zu einem gemeinsamen Vorhaben zusammenschließen und aus einem zentralen Pool auf finanzielle Mittel zugreifen. Dies soll die Zusammenarbeit zwischen den Ländern stärken und für eine effizientere Nutzung der Ressourcen sorgen.

Ein ganzheitlicher Ansatz für digitale Bildung

Der Digitalpakt 2.0 verfolgt bewusst einen umfassenden Ansatz, der weit über die reine Hardware-Ausstattung hinausgeht. Zwar bleiben Investitionen in WLAN-Ausbau, Netzwerkinfrastruktur und die Ausstattung der Klassenräume mit digitalen Endgeräten zentrale Elemente. Doch die Erfahrungen aus dem ersten Digitalpakt haben gezeigt: Technik allein macht noch keinen guten, digitalen oder digital-gestützten Unterricht. Deshalb rücken nun auch verlässliche Wartungs- und Supportstrukturen in den Fokus. Zeitgemäße digitale Lernumgebungen, die den gesamten digitalen Lernraum stärken, gehören ausdrücklich zum neuen Förderkonzept.

Ein weiteres Hauptaugenmerk liegt auf der Fortbildung der Lehrkräfte. Mit der neuen Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ wird gezielt in die Qualifizierung derjenigen investiert, die die digitale Transformation im Klassenzimmer umsetzen müssen. Der Bund stellt dafür bis zu 250 Millionen Euro für praxisorientierte Forschung bereit. Fünf Forschungscluster und eine wissenschaftlich geleitete Transferstelle sollen gemeinsam mit der Praxis innovative Ansätze für den digitalen Unterricht entwickeln.

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Rückwirkende Anerkennung schafft Planungssicherheit

Als positives Signal lässt sich auch der sogenannte „vorzeitige Maßnahmenbeginn“ deuten: Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass bereits zum 1. Januar 2025 begonnene oder geplante Digitalisierungsprojekte anerkannt werden können, falls sie nicht bereits abgeschlossen wurden. Dies ist besonders wichtig für Schulträger, die trotz der Förderlücke nach Auslaufen des ersten Digitalpakts dringend notwendige Investitionen nicht aufschieben konnten oder wollten.

Die Erleichterung und Aufbruchsstimmung nach der Bildungsministerkonferenz war spürbar. Dorothee Feller aus Nordrhein-Westfalen zeigte sich gegenüber Bund und Ländern „sehr dankbar, dass alle in den vergangenen Monaten konstruktiv und zügig zusammengearbeitet und so den Digitalpakt 2.0 erfolgreich zum Abschluss geführt haben“. Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot hob noch einmal den Wert des Digitalpakts hervor: „Unsere Kinder und Jugendlichen unterscheiden nicht mehr zwischen analogen und digitalen Welten. […] Mit guter digitaler Bildung begleiten wir junge Menschen und nehmen ihre Lebensrealität ernst.“ Der Digitalpakt trage dazu bei, dass über eine gute Verzahnung von technischer Infrastruktur und pädagogischen Inhalten eine verantwortungsbewusste Medienbildung in den Schulen stattfinden könne.

Wie es weitergeht

Mit der politischen Verständigung in der Bildungsministerkonferenz beginnt nun das formale Unterzeichnungsverfahren in Bund und Ländern, vorbehaltlich der noch erforderlichen Zustimmungen entsprechend den verfassungs- und haushaltsrechtlichen Vorgaben. Parallel dazu erarbeiten die Länder bereits die entsprechenden Förderrichtlinien, in denen festgelegt wird, welche Maßnahmen im Einzelnen förderfähig sind und wie hoch die Budgets der einzelnen Schulträger ausfallen.

Die Länder werden die Schulträger dabei über die Bezirksregierungen aktiv begleiten und beraten. Das erklärte Ziel ist ein zügiger Mittelabfluss, damit Investitionen ohne Verzögerungen umgesetzt werden können. Die vereinfachten Verfahren und die Möglichkeit pauschalisierter Zuweisungen sollen dabei helfen, dass die Gelder tatsächlich schnell dort ankommen, wo sie gebraucht werden: in den Schulen.

Digitale Schule

Sonderheft „Digitale Schule 2025“
Das Sonderheft zur Digitalisierung der Schullandschaft.
(© Vogel-IT Medien GmbH)

Der DigitalPakt Schule ist Geschichte – ab 2026 startet der DigitalPakt 2.0 mit einer Investitionssumme von insgesamt fünf Milliarden Euro, um die nächste Phase der Schuldigitalisierung einzuläuten. Während Bund und Länder die Weichen für nachhaltige IT-Infrastrukturen stellen, erobert bereits eine neue Technologie die Klassenzimmer: Künstliche Intelligenz verändert Lernprozesse und Unterrichtsmethoden grundlegend. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen bei Datenschutz, Chancengleichheit und der Qualifikation von Lehrkräften.

Das Sonderheft „Digitale Schule“ von eGovernment und IT-BUSINESS zeigt, wie Bildungseinrichtungen und Schulträger diese Transformation erfolgreich gestalten können. Von der strategischen Planung von KI-Systemen über die Beschaffung zukunftsfähiger Hardware bis hin zur Umsetzung rechtssicherer Lösungen – Bildungsentscheider erhalten konkrete Handlungsempfehlungen für die digitale Schule von morgen. Zudem beleuchtet das Heft, welche neuen Geschäftsfelder sich für Lösungsanbieter eröffnen und wie Dienstleister Schulen beim Sprung ins KI-Zeitalter unterstützen können.

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