Welche Art der Datensicherung empfehlen Sie Ihren Kunden und was unterscheidet Rubriks Ansatz von anderen Cybersicherheits-Plattformen?
Sinha: Lange Zeit konzentrierte sich die IT-Sicherheitsbranche auf Infrastruktur oder Cloud-Sicherheit. Dabei ist der Mensch oft das schwächste Glied in der Cyber-Kette. Folglich sind Bedrohungen allgegenwärtig. Das war der Grund, weshalb wir die Notwendigkeit einer Plattform wie Rubrik gesehen haben. Denn Unternehmen sowie Behörden und Einrichtungen des Gesundheitswesens müssen das Konzept der Resilienz neu denken.
So bietet unsere Datensicherheits-Plattform eine Möglichkeit, Unternehmen resilient zu machen und im Fall eines Angriffs zudem den regulären Geschäftsbetrieb zu sichern. Das ermöglicht die Plattform durch ihren Aufbau. Rubriks Lösung basiert auf dem Zero-Trust-Prinzip und der Automatisierung der Datensicherheit, bei der Künstliche Intelligenz (KI) Teil der Datensicherheit ist und Sicherheitsintelligenz aus den Daten gewonnen wird. Auf diese Weise wird die Resilienz, Überwachung und Wiederherstellung der Daten gewährleistet. Und auf diesen drei Grundsätzen baut die Plattform von Rubrik auf.
Die Datenresilienz entsteht durch getrennte, unveränderliche und zugriffskontrollierte Backups. Dabei verhindert ein Air Gap, dass Backups von Hackern gefunden werden können. Ein Dateisystem stellt sicher, dass Backup-Daten nicht geändert, gelöscht oder verschlüsselt werden können. Das ist der Kern der Resilienz.
Der zweite Punkt, auf dem Rubrik aufbaut ist die Datenüberwachung, also die Entwicklung von maschinellem Lernen durch die KI, um Kerndaten beobachten zu können und Sicherheitsintelligenz aus den Daten selbst zu gewinnen.
Der dritte Teil ist die Datenbereinigung. Dabei handelt es sich um eine cyber-smarte Wiederherstellung. Die Plattform isoliert die von Malware befallenen Inhalte, um bei einer Wiederherstellung nicht auch die Malware zu wiederherzustellen.
Rubrik betreibt also eine Zero-Trust-Datensicherheitsplattform, die auf Ausfallsicherheit, Überwachung und Wiederherstellung von Daten basiert.
Michael Pietsch, Regional Vice President und Country Manager Deutschland, Rubrik
Welche Ziele verfolgt Rubrik auf dem deutschen IT-Sicherheits-Markt?
Pietsch: Deutschland ist ein durchaus wichtiger Markt für Rubrik, da hier ein hohes Level an Digitalisierung herrscht. Deutschland ist eine hochentwickelte Wirtschaftsnation, was auch für den Public Sector und das Gesundheitssystem gilt. Deshalb hat Rubrik Deutschland ein talentiertes Team zusammengestellt, um insbesondere die spezifischen Anforderungen des öffentlichen Sektors zu adressieren. Das Team beschäftigt sich mit der Frage, wie Daten verlässlich gesichert werden können und wie man im Fall eines Angriffs möglichst schnell wieder leistungsfähig ist. Wir wollen hier eine neue Sichtweise auf Cybersicherheit kreieren. Zwar ist Deutschland in dieser Beziehung bereits gut aufgestellt, bietet aber jede Menge Potential, Cybersicherheit stärker im Markt zu verankern.
Für Behörden ist das Thema IT-Sicherheit allein schon wegen der geopolitischen Situation in Europa nicht zu unterschätzen. Als Folge des Kriegs in der Ukraine ergeben sich zahlreiche Cyber-Bedrohungen, denn es bilden sich neue Dynamiken. Gruppen und Individuen positionieren sich plötzlich in einem geopolitischen Krieg, wie die Conti Group auf Seiten Russlands und Anonymous auf Seiten der Ukraine. Es ist also wichtiger denn je, den öffentlichen und den Gesundheitssektor sowie KRITIS zu schützen.
Die Sichtweise auf Datensicherheit hat sich jedoch komplett gewandelt – von dem Schutz vor äußeren Einflüssen früher, zum Schutz „von innen“, um es Angreifern nicht zu erlauben, Daten zu entwenden. Um dieses Verständnis in die Bevölkerung zu bringen, arbeiten wir mit Beratungsfirmen zusammen, die bereits Kundennähe haben. Diese Unternehmen wiederum bringen Rubrik auf den Plan ihrer Kunden, damit wir diese nicht nur informieren, sondern auch Lösungen finden und diskutieren können.
Und auch im Gesundheitswesen spielt die IT-Sicherheit eine sehr wichtige Rolle. Bei der Beantragung von Fördermitteln des KHZG ist der angemessene Datenschutz ein wichtiges Kriterium, denn gerade hier handelt es sich auch um sensible Daten. Und auch hier muss Datenschutz neu gedacht werden.
Bei dem Angriff auf die STadtverwaltung in Bitterfeld wurden Daten verschlüsselt, um Lösegeld zu erpressen, aber im Gesundheitswesen sehen wir auch ganz andere Attacken: Angreifer entwenden hier ganz gezielt medizinische Daten aus Krankenhäusern und wenden sich dann an die betroffenen Patienten, um von diesen Geld zu fordern. Dabei handelt es sich nicht um eine oder zwei Millionen Euro, sondern um kleinere Beträge wie 50 oder 60 Euro. Dennoch wird es als Druckmittel benutzt. Und sollte der Patient nicht zahlungswillig sein, wird mit der Veröffentlichung der Daten gedroht.
Stand: 08.12.2025
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Die Täter sind nun darauf aus, an das schnelle Geld zu kommen. Das ist eine neue Form der Lösegeld-Erpressung durch Datendiebstahl, denn jetzt sind nicht nur noch große Unternehmen und Behörden betroffen; das kann jedem passieren. Deswegen ist es wichtig, dass das KHZG auch einen besonderen Fokus auf die Datensicherheit legt. So wird gerade auch in medizinischen Einrichtungen ein Bewusstsein dafür geschaffen, wo die Daten gelagert sind und vor allem, wie sie geschützt werden.
Es heißt, dass alle elf Sekunden jemand einer Ransomware-Attacke zum Opfer fällt. Und deswegen bedarf es keines einfachen Backups, sondern einer Zero-Trust-Datensicherheit. Unser Appell an Ihre Leser ist es deswegen, ihre Datensicherheit nicht von Legacy-Backups abhängig zu machen, sondern auf Zero-Trust zu setzen. Denn diese Lösung sichert die Daten nicht nur vor Cyberangriffen, sondern gleichermaßen vor Naturkatastrophen oder durch Menschen verursachte Fehler.