Ähnlich wie bei der Kryptographie geht es auch bei der Steganographie um die vertrauliche Übermittlung von Informationen. Der große Unterschied liegt darin, dass hier ein Trägermedium zum Einsatz kommt, das derart modifiziert wird, dass Dritte bereits über die Existenz des Schützenswerten im Unklaren bleiben.
Bei der Steganographie sollen schützenswerte Informationen für Dritte gar nicht erst als solche zu erkennen sein.
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)
Hinter dem Begriff Steganographie versteht man die verborgene Übermittlung oder Speicherung von Daten und Informationen. Das Trägermedium, in welchem die Informationen hinterlegt sind, wird auch als Container bezeichnet. Die Bezeichnung Steganographie setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen (verborgen und Schrift). Ein Medium, welches eine solche gemeine Nachricht erhält, wird als Steganogramm bezeichnet. Die Kurzform davon lautet Stegogramm. Bei der Steganographie handelt es sich um einen eigenen Bereich der Wissenschaft, welcher manchmal auch zur Kryptographie gezählt wird.
Was ist das Ziel der Steganographie und wo kommt diese zum Einsatz?
Erhalten Dritte ein Stegogramm, sollen diese in der Regel nicht in der Lage dazu sein, die Nachricht zu entschlüsseln. Denn die Steganographie verfolgt das Ziel der strikten, vertraulichen Geheimhaltung. Nicht jeder soll gleich erkennen können, dass sich im oder auf dem Trägermedium überhaupt eine stenographierte Information befindet. Im Gegensatz zur Kryptographie verfolgt die Steganographie das Ziel, dass Dritte die Nachricht zum Beispiel als belanglos ansehen und so gar nicht erst auf die Idee kommen könnten, dass sich dahinter eine geheime Botschaft verbergen könnte. Die Geheimhaltung wird durch das Nichterkennen der Verschlüsselung sozusagen verborgen.
Die Technik wird unter anderem von Regierungsstellen oder Strafverfolgungsbehörden genutzt. Sensible Daten können so sicher versendet werden. Die „Enttarnung“ der Steganographie ist durch Programme wie StegExpose möglich. Solche Programme sind je nach Art auch in der Lage, Daten zu selbst zu verstecken beziehungsweise diese darauf vorzubereiten. Ein Beispielprogramm hierfür ist OpenStego. Manchmal kommt es vor, dass Dateien vor dem Verstecken verschlüsselt werden. Dann ist auch das Extrahieren versteckter Daten mit bestimmten Programmen möglich.
Wie kommt Steganographie zum Einsatz?
Die Steganographie kann beispielsweise in Form von Nachrichten zum Einsatz kommen. Aber auch die Verwendung durch ein physisches Objekt ist denkbar. Neben dem Verstecken in Text- und Bilddateien ist es zudem möglich, geheime Botschaften in Audio- und Videodateien oder in Netzwerkprotokollen zu hinterlegen. Dritte können in allen Fällen keine Rückschlüsse darauf ziehen, dass die Steganographie Verwendung findet. Ein Beispiel für die Steganographie, welche in früheren Zeiten Anwendung fand, ist die unsichtbare Tinte. Diese erlangt erst wieder durch Erwärmen ihre Sichtbarkeit. Auf den ersten Blick ist also nicht erkennbar, dass es sich um eine Verschlüsselung handelt. Die Botschaft bleibt somit verborgen.
Heutzutage spielt vor allem die technische Steganographie eine Rolle. Ein Beispiel hierfür ist die „Least Significant Bit“-Steganographie. Bei diesem Ansatz werden die letzten Bits (von einem Bild, Text oder ähnlichem) durch die Bits einer versteckten Nachricht oder eines Bildes ausgetauscht, welches geheim bleiben soll. Die dadurch entstandene Veränderung ist für das bloße Auge kaum erkennbar und sorgt dafür, dass die geheime Botschaft verdeckt bleibt. Aber auch das Einbetten eines Wasserzeichens ist ein weiteres Beispiel für die Anwendung der Steganographie. Dadurch lässt sich zudem herausfinden, ob Mediendateien unerlaubterweise weitergegeben wurden.
Gefahren der Steganographie
In Form von Malware kommt die Steganographie zur Verbreitung bösartiger Codes zum Einsatz. Aber auch auf Webseiten können Gefahren lauern: beispielsweise, wenn Online-Werbebanner durch Steganographie missbraucht werden und der Nutzer durch einen Klick auf eine schädliche Webseite weitergeleitet wird. Abhilfe schafft hier unter anderem das Bewusstsein für solche Angriffe und ein sicheres Antivirenprogramm, welches sich regelmäßig aktualisiert und Updates installiert.
Fazit: Steganographie nicht gleich Kryptographie
Zwar weisen Steganographie und Kryptographie einige Ähnlichkeiten auf, trotzdem handelt es sich um zwei unterschiedliche Vorgehensweisen. Bei der Kryptographie können Informationen in einer unleserlichen Form dargestellt sein – diese gilt es wieder zu entschlüsseln. So kommt zum Beispiel auch bei den Chatprogrammen die Kryptographie zum Einsatz, wenn diese Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Nur der Sender und der Empfänger sind hier in der Lage, die Nachrichten zu lesen.
Bei der Steganographie dagegen steht nicht die Verschlüsselung im Vordergrund. Sensible Informationen werden hier eher verdeckt, sodass diese gar nicht erst für Dritte zu erkennen sind. Das Verdecken kann in unterschiedlichen Formen stattfinden. Sei es durch das Verstecken von Bits in Bild- und Textdateien oder in Audio- und Videodateien, oder aber auch die klassische unsichtbare Tinte, welche das Geschriebene nur durch Erhitzen wieder zum Vorschein bringt. Auf den ersten Blick wirkt ein solcher Brief für Dritte wie ein normaler Text, der nicht auf eine verborgene Information hinweist.
Stand: 08.12.2025
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