Definition Was ist das Nationale IT-Lagezentrum des BSI?

Von Erik1 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Groß angelegte Angriffswellen mit Schadcode bedrohen zunehmend die Cybersicherheit in Deutschland. Das Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat deshalb das Nationale IT-Lagezentrum in Betrieb genommen.

Das BSI-Lagezentrum lässt 24/7 die Cybersicherheitslage durch Experten überwachen.(Bild:  scyther5, Getty Images via Canva.com)
Das BSI-Lagezentrum lässt 24/7 die Cybersicherheitslage durch Experten überwachen.
(Bild: scyther5, Getty Images via Canva.com)

Der Startschuss für das Nationale IT-Lagezentrum des BSI erfolgte am 6. Februar 2024 in Bonn. 10 ausgewählte, hoch qualifizierte Expert:innen überwachen seitdem in modern eingerichteten Räumlichkeiten die Cybersicherheitslage in Deutschland. Das Team wird pro Jahr voraussichtlich rund 2.800 Meldungen zu kritischen Vorfällen im Bereich der IT-Sicherheit bearbeiten. Das Lagezentrum ist dabei angegliedert an - und zugleich abhängig von - 22 Meldestellen, die das Team mit Informationen versorgen.

Zeitgleicher Start der Initiative „Cybernation Deutschland“

Parallel zur Eröffnung des Nationalen IT-Lagezentrums wurde die BSI-Initiative „Cybernation Deutschland“ ins Leben gerufen und gestartet. Hierbei handelt es sich um eine bundesweite Initiative, die das Thema Cybersicherheit umfassend abdeckt - durch Sensibilisierung, Erhöhung der Cyberresilienz, Messbarkeit und pragmatische Ausgestaltung von cybersicherheitstechnischen Lösungen in Staat und Wirtschaft.

Welche Aufgaben hat das Nationale IT-Lagezentrum des BSI?

Das Lagezentrum fungiert als Bündelungsstelle und Brennpunkt für Kompetenz in der Cybersicherheit. Primäre Aufgabe ist die Überwachung und Evaluation der Cybersicherheitslage in Deutschland bzw. Deutschland betreffend. Mit seiner modernen Infrastruktur ist das Zentrum optimal für Krisensituationen gewappnet. Im Ernstfall bietet es bis zu 100 Sicherheitsexpert:innen die Möglichkeit, orchestriert unter einem Dach zusammenzuarbeiten. Aktuell – im Jahr 2024 – beträgt das durchschnittliche Aufkommen von zu bearbeitenden Sicherheitsvorfällen etwa 70 pro Tag.

Ziel: Umfassender Überblick über die Cybersicherheitslage in Deutschland

Zu den Gefahren, mit denen sich das Nationale IT-Lagezentrum befasst, zählen neben den kriminellen Aktivitäten von Hackern (Cyberspionage und Cybersabotage) insbesondere Desinformationskampagnen und mittels KI generierte Manipulationen. Mit dem neu geschaffenen Zentrum verfolgt der Bund das Ziel, ein einheitliches Lagebild für eine belastbare Bedrohungsanalyse zu generieren. Das Zentrum fungiert zudem als zentrale Koordinationsstelle für Präventionsmaßnahmen.

Schritt für Schritt: So arbeiten die Expert:innen im Nationalen IT-Lagezentrum des BSI

  • Beobachtung der Lage,
  • Registrierung von IT-Sicherheitsvorfällen,
  • Frühzeitige Erkennung einer Angriffswelle,
  • Einschätzung des Handlungsbedarfs und der Handlungsoptionen,
  • Abstimmung der erforderlichen Reaktionen,
  • Bei Bedarf: Warnung der breiten Öffentlichkeit.

Verbände begrüßen die Einrichtung

Relevante Verbände der IT-Branche wie zum Beispiel Bitkom zeigten sich angesichts der Inbetriebnahme des bundesweit zuständigen IT-Lagezentrums erfreut. Die Branche hofft, mithilfe des Nationalen IT-Lagezentrums die alljährliche wirtschaftliche Schadenshöhe durch IT-Sicherheitsvorfälle und Diebstahl von IT-Ausrüstung von derzeit 206 Milliarden EUR deutlich reduzieren zu können.

(ID:49953879)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung