EUDI Wallet

Warum die ÖV jetzt praktische Erfahrung sammeln muss

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Der Weckruf: Deutschlands Turbo für digitales Vertrauen

Die deutsche Expertise ist unbestritten, der technologische Fahrplan liegt vor und die Fristen sind gesetzt. Doch um die historische Chance der EUDI-Wallet zu nutzen, bedarf es jetzt eines entschlossenen Weckrufs an Politik und Verwaltung. Passives Abwarten oder zögerliches Vorgehen werden nicht ausreichen, um Deutschlands Sprung an die Spitze der digitalen Welt zu realisieren. Drei zentrale Forderungen müssen daher jetzt mit Nachdruck adressiert werden.

  • Klarheit schaffen! Die BundID ist als zentraler Baustein der deutschen Verwaltungsdigitalisierung gesetzt, doch ihre exakte Rolle im künftigen Wallet-Ökosystem ist für die Umsetzungspartner in Ländern und Kommunen noch immer unklar. Die öffentliche Verwaltung benötigt von der Bundesregierung daher umgehend einen verbindlichen Fahrplan, der den konkreten Leistungsumfang der BundID-Wallet-Anbindung definiert und ein verlässliches Datum für die Verfügbarkeit für alle Kommunen und Behörden festlegt. Ohne diese strategische Klarheit können hunderte von Organisationen keine fundierten technischen und finanziellen Planungen vornehmen.
  • Ins Handeln kommen! Theoretische Konzepte ersetzen keine praktische Erfahrung. Die angekündigte Sandbox-Umgebung ist der wichtigste Hebel, um die Verwaltung fit für die EUDI-Wallet zu machen. Es muss daher sichergestellt werden, dass alle Kommunen und Bundesbehörden noch in diesem Jahr (2025) die Möglichkeit erhalten, diese Testumgebung aktiv zu nutzen, um die eigenen Prozesse und Systeme vorzubereiten. Eine Beschränkung des Zugangs wäre ein fatales Signal und würde die rechtzeitige Umsetzung gefährden.
  • Führung übernehmen! Wie die Historie zeigt, hat Deutschland das Potenzial, die globalen Standards für digitales Vertrauen maßgeblich zu prägen. Diese Forderung nach entschlossenem Handeln spiegelt auch den dringenden Appell der führenden Wirtschafts- und Digitalverbände Deutschlands wider, die von der Bundesregierung mehr Einsatz und eine klare Priorisierung des Themas verlangen. Der Turbo für digitales Vertrauen wird nicht von allein zünden. Er erfordert jetzt politischen Mut, strategische Klarheit und den Willen zur konsequenten Umsetzung in der gesamten Breite der Verwaltung.

Adrian Doerk
Als ehemaliger Co-Leiter des IDunion-Konsortiums und wichtiger Mitwirkender bei den großen EU-Piloten sammelt Adrian Doerk tiefgreifende, praktische Expertise. In diesen Piloten gewinnen bereits heute Organisationen wie die Deutsche Rentenversicherung Bund wertvolle Praxiserfahrungen. Als Mitgründer der Lissi GmbH hat er es sich zur Mission gemacht, die Komplexität von eIDAS 2.0 für führende Organisationen zu reduzieren und sie mit einem klaren Plan vom Konzept bis zum Produktivbetrieb zu begleiten.

Bildquelle: Lissi GmbH

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