Estlands Digitalisierungsgeschichte

„Vertrauen wird in Tropfen verdient und in Eimern verloren“

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„Wir waren getrieben von Unzufriedenheit“, so Park. „Vielleicht sind wir nicht immer glückliche Menschen, aber wir wissen, wie wir Dinge angehen und umsetzen können“, wie eben jene digitalen Services – Schritt für Schritt.

Vertrauen wird in Tropfen verdient und in Eimern verloren.

Rannar Park

Viele Wege führen zum Erfolg, doch in Estland zeigt sich, dass die Menschen wirklich im Mittelpunkt stehen. Dort sind es weder leere Worte auf einem Blatt Papier noch wohlklingende Floskeln in politischen Reden. In Estland wird digitalisiert, um Prozesse für die Menschen zu vereinfachen. Der schwierigste Teil in all den Jahren war laut Park nicht die Technik, sondern das Vertrauen der Menschen zu gewinnen und es dauerhaft zu erhalten. Denn „Vertrauen wird in Tropfen verdient und in Eimern verloren“, erklärt er. Und der Schlüssel zum Erfolg sei Transparenz. Die Fähigkeit des Staates, ehrlich und offen über Pläne, Prozesse und Probleme zu kommunizieren – und dann Lösungen zu bieten.

Sicherheit ist eine Notwendigkeit

Die bislang größte Cyberattacke auf Estland begann im April 2007 – und legte das Land wochenlang lahm. Ziel der massiven Angriffe waren zentrale staatliche Institutionen: das Parlament, der Staatspräsident, mehrere Ministerien. Auch Banken und Medien gerieten unter Beschuss. Doch die größte Sorge bestand nicht im Ereignis selbst, sondern in der Unsicherheit darüber, was als Nächstes passieren würde.

Die estnische Regierung kommunizierte zu dieser Zeit klar und deutlich, was aktuell passiert und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen. „Sie gaben den Menschen Hoffnung“, trotz möglicher unangenehmer Konfrontationen mit der Bevölkerung, ging es Park zufolge um ein respektvolles Miteinander zwischen Staat und Bürgern.

Transparenz bedeute auch, dass jeder Mensch weiß, wie mit seinen Daten umgegangen wird – auch das sei in Estland der Fall. Zugriffe auf Gesundheitsdaten werden protokolliert, alle Transaktionen sind nachvollziehbar, keine Duplikate, keine unzulässigen Datenänderungen – und jeder Mensch bleibt Eigentümerin bzw. Eigentümer seiner eigenen Daten. Sicherheit ist demnach auch eine Notwendigkeit, weil Datenschutz ernst genommen wird.

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