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Eingeschränkter Nutzen für das Echtzeit-Unternehmen
Realtime Enterprise (RTE) ist ein Unternehmensmodell, welches davon ausgeht, dass ein Unternehmen sich in „Right-Time“ auf wechselnde Kundenbedürfnisse einstellen und die geforderten Produkte und Services am richtigen Ort zur richtigen Zeit liefern kann. Das Angebot und die intern erforderlichen Leistungsprozesse können sehr schnell an die Anforderungen der Kunden angepasst werden. Damit dieses Modell umgesetzt werden kann, sind die internen Informationssysteme so zu gestalten, dass die „richtige Information zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zum richtigen Zweck verfügbar ist“, wie es der Branchenanalyst Dr. Wolfgang Martin formuliert.
Die Umsetzung von RTE besteht aus Sicht der IT immer aus zwei grundlegenden Bestandteilen: flexiblen Prozessen und der Echtzeit-Information. Sämtliche Geschäftsprozesse sind vollständig modelliert und auf die entsprechenden IT-Systeme abgebildet. Eine Änderung am Geschäftsprozess zieht eine sofortige Änderung des unterstützenden IT-Systems nach sich. Diese Änderungen können in Echtzeit durchgeführt werden.
Sämtliche Informationen eines Unternehmens sind immer auf dem aktuellen Stand und zeigen die momentane Situation des Unternehmens auf operativer, taktischer und strategischer Ebene.
Eine ganzheitliche Sicht liefert die Vision der vollständig integrierten Unternehmensarchitektur, die sowohl alle operativen, als auch die BI- und CPM-Systeme als Ganzes umfasst. Andere Ansätze gehen von einer punktuellen Erweiterung der Data-Warehouse-Technologie aus, um Informationen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Eine RTE-Architektur ist das „Zero LatencyData Warehouse“, eine Erweiterung des klassischen Data-Warehouse-Modells um Realtime-Enterprise-Anforderungen.
Die beiden zentralen Mechanismen dazu sind zum einen ein „Continuous Data Integration Module“, welches für die kontinuierliche und asynchrone Bereitstellung heterogener Daten zuständig ist, sowie eine „Active Decision Engine“, die auf Basis definierter Regeln geeignete Aktionen auslöst. So kann über dieses Regelwerk beispielsweise ein vollständig neuer ETL-Ladeprozess gestartet werden, wenn sich der Kontext oder operative Daten geändert haben.
Der direkte Nutzen von SOA für diese Systeme ist beschränkt. Vor allem ist es kaum sinnvoll, ein Zero Latency Data Warehouse mit SOA-Mechanismen zu realisieren, weil die spezialisierten Produkte der Hersteller viel zu gut auf diese Anforderungen abgestimmt sind.
Die Situation stellt sich jedoch etwas anders dar, wenn RTE die Konvergenz von IT-Infrastrukturen bedeutet. In diesem Fall wird SOA zur Grundvoraussetzung für die Realisierung eines Realtime-Enterprise-Systems. Insbesondere die Flexibilisierung der Geschäftsprozesse durch Orchestrierung wäre in diesem Fall gegeben. Leider sind jedoch mit den heute zur Verfügung stehenden SOA-Mitteln nur ausführbare Prozesse modellierbar, während RTE von einer Abbildung aller Geschäftsprozesse ausgeht. Demnach bliebe selbst bei einer vollständig SOA-basierenden IT-Systemlandschaft der konkrete Nutzen für RTE beschränkt.
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