Positionspapier zu Cloud-Anforderungen aktualisiert OSB Alliance gründet Working Group Cloud

Von Nicola Hauptmann 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Bei der Cloudnutzung im Public Sector ist digitale Souveränität ein Gebot. Die Open Source Business (OSB) Alliance legt dazu ein aktuelles Positionspapier vor und will sich mit einer neuen Arbeitsgruppe in die weitere Entwicklung der deutschen Verwaltungscloud-Strategie einbringen.

Verbindliche Mindestanforderungen zur digitalen Socuveränität in die Beschaffung integrieren – eine der Handlungsempfehlungen der OSB Alliance(Bild:  Song_about_summer – stock.adobe.com)
Verbindliche Mindestanforderungen zur digitalen Socuveränität in die Beschaffung integrieren – eine der Handlungsempfehlungen der OSB Alliance
(Bild: Song_about_summer – stock.adobe.com)

Cloud-Transformation, bekanntlich ein Schwerpunktthema des IT-Planungsrates, steht derzeit auch auf der Agenda vieler Behörden und Verwaltungen. Dabei sind aber die im Public Sector besonders hohen Anforderungen an Sicherheit, nachhaltigen Betrieb und Datenkontrolle zu beachten. Die OSB Alliance – Bundesverband für digitale Souveränität e.V. sieht Open Source Software als besonders geeignet, diese Anforderungen zu erfüllen und somit digitale Souveränität zu gewährleisten. Dazu hat der Bundesverband bereits im Herbst 2022 ein Positionspapier „Mindestanforderungen an die Nutzung von Cloud-Angeboten durch die öffentliche Hand“ als Diskussionsgrundlage veröffentlicht.

Der darauf folgende Austausch mit Politik und Verwaltung habe gezeigt, dass es einen kontinuierlichen Bedarf an der weiteren Vertiefung und politischen Begleitung gebe. Die OSB Alliance hat daher – erstens – ihre Vorgaben konkretisiert und in einem aktualisierten Papier zusammengefasst.

Insbesondere wurden die unter „Resilienz und Widerstandsfähigkeit“ aufgelisteten Punkte erweitert: Die Komplexität der Softwarestacks erfordere die Entwicklung und Einhaltung standardisierter offener Schnittstellen. Diese sollten sich im besten Fall an „weltweit etablierten offenen Industriestandards“ orientieren.

Um Anwendungen unabhängig von der Infrastruktur betreiben und auch bei deren Wechsel ohne große Anpassungen weiterführen zu können, wird die Nutzung einer universellen Abstraktionsschicht empfohlen, dazu will der Verband noch ein Konzept vorlegen. Zudem hat die OSBA auch konkrete Handlungsempfehlungen ergänzt.

Gemeinsam Standards erarbeiten

Zweitens will sich die OSB Alliance nicht auf Handreichungen beschränken, sondern den Erfahrungsaustausch verstetigen und fördern. Dazu habe sich die bei der Erstellung des Positionspapiers etablierte Arbeitsgruppe zu einer offiziellen Working Group „Cloud“ der OSB Alliance zusammengeschlossen. Gemeinsam sollen offene Standards für ein Open-Source-Cloud-Angebot der öffentlichen Verwaltung und Politik definiert werden.

Die Working Group will die Weiterentwicklung der Deutschen Verwaltungscloud Strategie begleiten – das Prinzip „Open Source First“ solle auch dort Einzug halten. Weitere Ziele der Arbeitsgruppe sind:

  • Open Source-basierte Cloud-Stacks als bevorzugte Basis für digital souveräne Cloud-Angebote der öffentlichen Verwaltung zu verankern,
  • ein Open Source-Cloud-Angebot als festen Bestandteil eines Multi-Cloud-Szenarios zu etablieren,
  • eine konkrete (finanzierte) Umsetzung eines Proof-of-Concepts bzw. einer Referenzarchitektur für eine Open Source-Cloud für die öffentliche Verwaltung anzustoßen sowie
  • Die Open Source-basierte Cloud-Plattform hin zu einem offenen API-Standard zur Nutzung von Cloud-Plattformen zu erweitern.
Nur standardisierte, offene Schnittstellen und in jeder Hinsicht prüfbare technische Implementierungen können eine dauerhaft digital souveräne Nutzung von Cloud-Services ermöglichen

Dr. Kai Martius, CTO Secunet und Sprecher der Working Group

Zu den konstituierenden Mitgliedern der Working Group gehören Cloud&Heat Technologies, IONOS, Plusserver, secunet Security Networks, Telekom, Univention sowie Felix Kronlage-Dammers (privates Fördermitglied OSB Alliance); weitere Mitgliedsunternehmen sind eingeladen, sich zu beteiligen. Sprecher der Gruppe sind Dr. Kai Martius (secunet Security Networks) und Timo Levi (Telekom).

(ID:49586900)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung