Moderne Datenstrategien Open Data und KI in der öffentlichen Verwaltung

Ein Gastbeitrag von Otto Neuer 5 min Lesedauer

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Die wachsenden Datenmengen stellen die öffentliche Verwaltung vor so manche Herausforderung. Fragmentierte IT-Landschaften und der allgegenwärtige Fachkräftemangel wirken darauf wie ein Katalysator. Wie Behörden und Ämter trotzdem mit der Datenlast fertig werden und diese sogar zielführend einsetzen können, erläutert Otto Neuer, Regional VP und General Manager von Denodo, in seinem Gastbeitrag.

Logisches Datenmanagement in Kombination mit Datenvirtualisierung kann dabei helfen, die gewünschte Effizienz im Verwaltungsumfeld zu realisieren. (©  Best_Seller - stock.adobe.com / KI-generiert)
Logisches Datenmanagement in Kombination mit Datenvirtualisierung kann dabei helfen, die gewünschte Effizienz im Verwaltungsumfeld zu realisieren.
(© Best_Seller - stock.adobe.com / KI-generiert)

Die moderne, datengetriebene Welt macht auch vor der öffentlichen Verwaltung keinen Halt und stellt den Sektor vor einige Herausforderungen. Allen voran steht die bisher fragmentierte IT-Landschaft, über die riesige Datenmengen hinweg verstreut sind. Relevante Informationen in internen Datenbanken, Data Lakes oder in der Cloud ausfindig zu machen, kostet Beamte häufig viel Zeit. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, der die angespannte IT-Situation merklich verschärft. Behörden und Ämter benötigen Experten, die die Daten verwalten und in den Systemen anfragen. Doch Data Scientists und Data Engineers sind auf dem Arbeitsmarkt hart umkämpft. Die wenigen Experten, die in der Verwaltung angestellt sind, werden deshalb mit den Anfragen ihrer Kollegen regelrecht überhäuft.

Nicht alle hilfreichen Tools der heutigen Zeit eignen sich auch für die öffentliche Hand.

Um die bestehenden Probleme zu bewältigen, muss eine Lösung her, die den Umgang mit Daten drastisch vereinfacht. Plattformen für logisches Datenmanagement, die auf Datenvirtualisierung basieren, können die öffentliche Hand dabei unterstützen, im Zuge der Digitalisierung an Effizienz zu gewinnen. Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz sollte in diesem Zusammenhang nicht vernachlässigt werden.

KI und Data Fabric – die Wegbereiter für einfachen Umgang mit Daten

KI ist in vielen Unternehmen längst ein gern gesehenes Hilfsmittel. Dabei kann die Technologie weit mehr als Texte zusammenfassen, Übersetzungen anfertigen oder Bildmaterial generieren. Auch der Datenzugang lässt sich mithilfe von KI erheblich vereinfachen. Das ist bitter nötig: Bis 2027 soll das Volumen der digitalen Datenmenge weltweit auf über 284 Zettabyte steigen und damit eine Verdreifachung im Vergleich zu 2022 erreichen. Bei diesen Datenmengen wundert es kaum, dass sich Unternehmen und Behörden zunehmend überfordert fühlen. Hinzu kommt noch, dass die immer weiter wachsenden Datenbestände nicht nur leicht zugänglich sein sollen, sondern auch sicher und vor den Zugriff Unbefugter geschützt verwahrt werden müssen.

Fortschrittliche KI-Systeme wie ChatGPT-basierte Engine-Bots können dabei helfen, neue Zugänge zu Datenressourcen zu finden. Sie sind in der Lage, natürliche Sprache in Query-Anfragen und in Structured Query Language (SQL) umzuwandeln. Das erlaubt Mitarbeitenden, selbstständig nach den von ihnen benötigten Daten zu suchen, ohne dabei auf die Hilfe von Digitalexperten angewiesen zu sein oder selbst über umfassendes technisches Wissen zu verfügen.

Dazu müssen jedoch auch die richtigen technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Data Fabric, eine Datenarchitektur, die über Schnittstellen Zugriff auf praktisch alle Datenquellen gewährt, unabhängig davon, wo sich die Daten selbst befinden. Eine zentrale Data-Fabric-Architektur unterstützt künstliche Intelligenz „beim Lernen”, da sie ihr Zugriff auf verschiedene Datenquellen an einer einzigen Stelle ermöglicht und so bestehende Datensilos aufbricht. Auf Basis der Analysen von Nutzerverhalten kann die KI sogar Daten vorschlagen, die für Benutzer potenziell interessant oder nützlich sind. Dadurch wird die Interaktion mit Daten nicht nur einfacher, sondern auch smarter. Zuverlässige Self-Service-Funktionen demokratisieren schließlich den Datenzugriff und befähigen Mitarbeiter selbstständig Daten zu analysieren und visualisieren. Das optimiert Prozesse und fördert nicht zuletzt auch eine schnellere Entscheidungsfindung.

Um zu raschen Ergebnissen zu kommen, ist dringend auch Interoperabilität zwischen verschiedenen Fachverfahren gefragt.

Hierbei ist allerdings immer auch auf die Themen Datensouveränität und Zugriffberechtigung zu achten. Nicht alle hilfreichen Tools der heutigen Zeit eignen sich auch für die öffentliche Hand. Schließlich werden hier oft sensible Personendaten bearbeitet und gespeichert, die besonderen Anforderungen unterliegen. So regelt bekanntermaßen die DSGVO, dass personenbezogene Daten innerhalb der EU verarbeitet und gespeichert werden müssen. Public Clouds der großen amerikanischen Anbieter kommen also für die öffentliche Hand eher nicht in Frage. Weiter geht es um rollenbasierten Zugriff: Nicht jeder Mitarbeiter einer Behörde sollte automatisch Zugriff zu allen Daten haben, sondern nur zu den Beständen, die tatsächlich für die Arbeit notwendig sind. Systeme für die öffentliche Hand sollten daher über starke Authentifizierungsmechanismen und granulare Rechtevergabe verfügen.

Auf der nächsten Seite: Interoperabilität zwischen Fachverfahren & Fazit.

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