KI-Tool „BundesFlow“ Mit KI- und Graphtechnologie zur Bundestagswahl

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Der KI-Agent „BundesFlow“ will eine ungewöhnlich gründliche Vorbereitung auf die Bundestagswahl ermöglichen. Entwickelt wurde das Tool durch privates Engagement.

Der Wirtschaftsingenieur Daniel Saad aus Karlsruhe hat „BundesFlow“ als privates Projekt entwickelt, um als Neubürger eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen(©  Daniel Saad)
Der Wirtschaftsingenieur Daniel Saad aus Karlsruhe hat „BundesFlow“ als privates Projekt entwickelt, um als Neubürger eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen
(© Daniel Saad)

Wahlprogramme sind meistens sehr umfangreich und komplex und damit für Bürgerinnen und Bürger als Entscheidungsgrundlage nicht unbedingt geeignet. Daniel Saad will das ändern. Der Wirtschaftsingenieur ist seit 2022 deutscher Staatsbürger und hat in Eigeninitiative ein Tool erschaffen, das auf Grundlage von künstlicher Intelligenz und Graphtechnologie die Wahlprogramme und das bisherige Abstimmungsverhalten von Abgeordneten entschlüsselt.

Der technische Aufbau des KI-Agenten BundesFlow: Ein Knowledge Graph von Neo4j bildet den Kern der Anwendung.(©  Daniel Saad)
Der technische Aufbau des KI-Agenten BundesFlow: Ein Knowledge Graph von Neo4j bildet den Kern der Anwendung.
(© Daniel Saad)

BundesFlow basiert auf der Neo4j-Graphtechnologie und nutzt öffentlich verfügbare Daten aus Quellen wie Abgeordnetenwatch, DIP (Dokumentations- und Informationssystem für Parlamentsmaterialien) und den Webseiten der Parteien. Alle Informationen sind mitsamt Kontext in einem Knowledge Graph verknüpft und können von dort aus abgefragt werden. 

„BundesFlow ist für mich ein sehr persönliches Projekt“, sagt Daniel Saad. „Ich bin Einwanderer und noch relativ neu in Deutschland. Bei der Bundestagswahl im Februar werde ich zum ersten Mal meine Stimme abgeben. Darauf wollte ich mich entsprechend vorbereiten.“ Der 35-Jährige hat das Tool privat finanziert. „BundesFlow ist ein Versuch, Bürgerinnen und Bürgern wie mir ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie fundierte Wahlentscheidungen treffen und ihre politische Zukunft aktiv mitgestalten können“, erklärt er. Da es sich bei BundesFlow um ein privates Projekt handelt, ist die Anwendung für die Öffentlichkeit allerdings nur beschränkt zugänglich.

Heiko Schönfelder, Head of Sales DACH bei Neo4j, betont die Rolle von Graphtechnologie bei der Aufdeckung verborgener Zusammenhänge(©  Neo4j)
Heiko Schönfelder, Head of Sales DACH bei Neo4j, betont die Rolle von Graphtechnologie bei der Aufdeckung verborgener Zusammenhänge
(© Neo4j)

Bei Neo4j freut man sich über das Projekt. „Graphdatenbanken sind ein sehr gutes Werkzeug, um Transparenz in unübersichtliche politische Prozesse zu bringen“, erklärt Heiko Schönfelder, Head of Sales DACH bei Neo4j. „Neo4j kommt bereits in einer ganzen Reihe an gesellschaftlich relevanten Projekten zum Einsatz, um verborgene Zusammenhänge aus Datenmassen herauszuschälen. So werden politische Prozesse für Bürgerinnen und Bürger verständlicher – essenziell für die Demokratie.“ Mit dem ElectionGraph zum Beispielsei es es amerikanischen Datenwissenschaftlern 2024 gelungen, koordinierte Falschinformationskampagnen zur US-Präsidentschaftswahl aufzudecken. Ein anderes Beispiel ist der LobbyGraph in Deutschland, der die Verbindungen zwischen Bundestagsabgeordneten und Lobbyverbänden durchleuchtet.

Wie der BundesFlow genau funktioniert, erklärt Daniel Saad auf Youtube:

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