Anbieter zum Thema
Anleitung für die Migration
1. Ein IPAM für beide Protokolle. Bereits vor der Einführung von IPv6 nutzte die Uni eine Lösung für IP-Adressmanagement: sie führte DHCP, DNS und IPv4-Adressen in einem einzigen System zusammen. Damit konnten Netzwerk-Ressourcen verschiedenen Teams und Gruppen in der Universität zugeteilt werden, Systeme, Subdomains und Subnetze verwaltet werden. So verwaltete beispielsweise das Netzwerkteam für die Infrastruktur an den Endpunkten ihre Systeme in Unter-Domänen und ordnete Zugangspunkte, Edge Switches und Management Systeme mit DHCP-Ressourcen zu, die wiederum über Dynamic DNS vollständig in das DNS integriert sind. Es gab schon früh einen zentralen Punkt für den Einsatz von Netzwerkressourcen und das Management von IP-Adressen mitsamt ihrer Metadaten.
2. Ist-Analyse: Was kann schon IPv6? Oft sind viele Komponenten der bestehenden Infrastruktur – Netzwerk, Server und das entsprechende Equipment – IPv6-fähig. Die Frage ist, welche Geräte umgestellt oder ersetzt werden müssen und welches Budget dafür benötigt wird. Der UNH kam ihre Vorarbeit im IP-Adressmanagement sehr zugute, denn mit vollständiger Transparenz und einer IPv6-Aufteilung der Netzwerk-Blöcke fiel es leichter, den Bedarf abzuschätzen und zu beziffern. Die Verantwortlichen nutzten die Gelegenheit für einen „Gesundheitscheck“ in ihrem Netzwerk: „Eine hervorragende Zeit für ein ‚Refresh‘ des Netzwerks“, so Scott Kitterman, IT Internet Director bei der UNH.
3. Solide Planung: in einem IPv6-Migrationsplan muss nicht nur die Taktung der Umstellung festgelegt werden, sondern auch mögliche Beeinträchtigungen für Anwender und entsprechende Gegenmaßnahmen. Zu dieser Planung gehört auch ein Adressplan. Wie soll der Block IPv6-Adressen aufgeteilt werden? Die Universität New Hampshire hatte hier den Vorteil, die bestehende IPAM-Lösung auch für die Planung und Erklärung der Blöcke verwenden zu können, die Universität legte großen Wert auf ein möglichst einfaches Netzwerkdesign. Auch Trainingsbedarf muss an dieser Stelle evaluiert werden.
4. Paralleler Betrieb: Es gibt Geräte, die nur IPv4 können. Und es gibt Bereiche, in denen man nicht gerne etwas riskiert. Der gleichzeitige Betrieb von IPv4 und IPv6 – auch Dual Stack genannt – bietet mehr Flexibilität und erlaubt einen schrittweisen Übergang. Dual-Stack-Umgebungen bieten zwei separate Pfade ins Internet über die IPv6- und IPv4-Routing-Infrastruktur. Sowohl IPv6 als auch IPv4 haben eine genaue und öffentliche DNS-Zuordnung, was für das Netzwerkmanagement, Zugriffkontrolle und zuverlässigen Service wichtig ist. Leider erhöht Dual-Stack die Komplexität im Netzwerk, denn viele Anwender und Geräte haben nun zwei Adressen. Bei der UNH kommen IPv4-Techniken auch in IPv6-Umsetzungen zum Tragen, was den Support in Bezug auf die IP-Ressourcen wieder vereinfacht und skalierbar macht. „Die Integration zwischen IPAM DHCPv6 und Dynamic-DNS-Funktionalitäten war extrem hilfreich“, so Kitterman. „Damit können Public Cluster Computer IPv4 und IPv6 in unterschiedliche Domänen stellen. Anwender haben nahtlos Zugang und die IT-Spezialisten sehen jede IP-Zuordnung einer Ressource.“
5. Klein anfangen: Eine weitere Empfehlung der UNH-Verantwortlichen: nicht gleich den großen Wurf anstreben, sondern den Übergang in einer kleinen, kontrollierten Umgebung testen. Hier kostet ein Wechsel nicht viel Zeit oder Mühe und eine Erweiterung auf die gesamte Organisation funktioniert ohne größere Hürden. Es wäre auch denkbar, zunächst nur das interne Netz zu migrieren und die Anwender in einem zweiten Schritt auf IPv6 zu bringen.
6. Sicherheit mitdenken: In seiner Anfangszeit war IPsec verpflichtend für IPv6, heute ist es optional und muss abgesichert werden. Die Technologien dafür sind dieselben wie für IPv4. Im dualen Betrieb ist es essenziell, die Kontrolle zu behalten und sicherzustellen, dass die Security Policy stimmt. Dafür gilt es, die Applikationen auf IPv4 und IPv6 zu überwachen und zu filtern – ohne Netzwerkadressübersetzung (NAT) und mit einem guten IP-Subnetz-Schema für IPv6. Access Control Listen (ACL) sollten vereinfacht und damit sicherer werden.
Besonders vorteilhaft stellt sich bei der Universität New Hampshire der durchgängige Einsatz einer DDI-Lösung – der Kombination aus Domain Name System (DNS), Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP) und Internet Protocol Address Management (IPAM) – dar, die für beide Protokolle ausgelegt ist und die komplexen IP-Spaces einfacher macht. Damit wird die Planung der IP-Adressen einfacher und die Netzwerkinfrastruktur transparenter, der IP-Namensraum größer und die risikofreie Koexistenz beider Protokolle ist gesichert.
Für Studenten, Dozenten und Mitarbeiter sollte diese Umstellung so reibungslos wie möglich ablaufen und den Betrieb nicht unterbrechen. Universitäten investieren mit der Umstellung auf IPv6 in die eigene Zukunft und die Zukunft der Studierenden und positionieren sich als Vorreiter im Bildungswesen.

(ID:44864149)