Innenminister Friedrich: Mögliche Schäden durch Cyber-Ausfälle sind enorm

LÜKEX 2011: Deutschland probt heute und morgen den Cyberwar

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Das Übungsszenario geht von IT-Störungen durch zielgerichtete Angriffe aus, die IT-Schwachstellen ausnutzen. Die Ausgangslage stellt dar, dass den Medien Informationen vorliegen, die auf den Einsatz von Spionagesoftware oder Schadsoftware in den Verwaltungen des Bundes und der Länder hinweisen.

Zusätzlich werden an verschiedenen lokal/regional eingrenzbaren Stellen erhebliche Störungen der IT-Systeme in öffentlichen Verwaltungen und bei einigen Betreibern Kritischer Infrastrukturen beobachtet.

Im Übungsverlauf bestätigen sich Hinweise, dass es sich um gezielte Aktivitäten handelt, deren Ziel es ist, an vertrauliche Informationen zu gelangen oder zentrale Computersysteme zu stören. Informations- und Kommunikationsstrukturen sind betroffen, auch solche im Krisenmanagement. Im Übungsverlauf eintreffende Drohungen mit Angriffen auf weitere IT-Systeme und gehäufte Ausfälle von Systemen verschärfen die Lage.

Im Mittelpunkt der Übungsdurchführung steht das Beüben der ressortübergreifenden Krisen-/Verwaltungsstäbe des Bundes und der Länder sowie der länderübergreifenden Koordinierungsgremien auf der Grundlage einschlägiger Vorschriften und Arbeitsanweisungen des Bundes und der Länder sowie der Strukturen und Verfahren beim Übergang vom IT-Krisenmanagement zum bereichsübergreifenden (allgemeinen) Krisenmanagement.

Unternehmen und Hilfsorganisationen sind eingebunden

An LÜKEX 2011 sind die von einer IT-Gefährdung hauptsächlich betroffenen Bundesressorts sowie zwölf Länder beteiligt. Länder und Bund binden von der Lage betroffene Behörden und Gebietskörperschaften in die Übung ein. Weiterhin sind ausgewählte Unternehmen der „Kritischen Infrastrukturen“ (KRITIS) beteiligt, ebenso Verbände und Organisationen, beispielsweise die Hilfsorganisationen.

Auf Bundesebene sind neben dem für LÜKEX 2011 federführenden Bundesministerium des Innern als weitere betroffene Bundesressorts

  • das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS),
  • das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi),
  • das Bundesministerium der Finanzen (BMF),
  • das Bundesministerium für Gesundheit (BMG),
  • das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und
  • das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg)

beteiligt, teilweise mit nachgeordneten Behörden ihres Geschäftsbereichs. Auf Länderebene sind fünf Länder – Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen – als Intensiv Übende Länder in einer besonders hohen Übungsintensität beteiligt. Sieben weitere Länder nehmen in geringerer Beteiligungstiefe mit so genannten „Rahmenleitungsgruppen“ teil, welche die Lage des jeweiligen Landes darstellen.

Die Gesamtleitung der LÜKEX 2011 nimmt der Sicherheitsstaatssekretär im Bundesministerium des Innern, Klaus-Dieter Fritsche, im Einvernehmen mit den entsprechenden Entscheidungsträgern der Länder wahr.

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