Change Low-Code: So gelingt der Einsatz in der Verwaltung

Ein Gastbeitrag von Frank Wischerhoff 4 min Lesedauer

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Low-Code ist inzwischen vielen ein Begriff. Auch Behörden werden zunehmend mit dem Thema konfrontiert, wie der interföderale Rahmenvertrag Low-Code-Plattformen des Informationstechnikzentrum Bund beweist. Höchste Zeit also, einmal einen Blick darauf zu werfen, wie Low-Code in Verwaltungen am besten eingesetzt werden kann.

Ein umfassendes Low-Code-Programm braucht Zeit.(©  AddMeshCube - stock.adobe.com)
Ein umfassendes Low-Code-Programm braucht Zeit.
(© AddMeshCube - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung geht mit tiefgreifenden Veränderungen einher. Solchen Change-Prozessen begegnen nicht alle mit demselben Enthusiasmus. Für den Erfolg der digitalen Transformation ist es jedoch unerlässlich, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichermaßen eingebunden werden – auch, wenn diese skeptisch sind.

Führungskräften kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Sie müssen dafür sorgen, dass die Digitalisierung als Chance und nicht als Gefahr wahrgenommen wird.

Eine weitere Herausforderung ist, dass häufig Abläufe noch eins zu eins aus der analogen Welt in die digitale Umgebung übertragen werden. Viele der heutigen Prozesse sind redundant. Gute digitale Abläufe sind jedoch nicht nur eine Abbildung der analogen Welt, sondern verändern fundamental die Art und Weise, wie wir arbeiten. Das eröffnet den Behörden die Chance, Prozesse und die Organisation innovativ neuzugestalten.

Digitalisierung für alle dank Low-Code

Eine Möglichkeit, um diese Herausforderungen zu meistern und anzunehmen, stellen Low-Code-Initiativen dar. Denn mithilfe von Low-Code werden die Mitarbeiter stärker in die digitale Transformation einbezogen, statt nur mit dem Ergebnis konfrontiert zu werden und damit arbeiten zu müssen.

Durch Low-Code werden Mitarbeiter in die Lage versetzt, Technologie mitzugestalten und ihren eigenen Beitrag zur Digitalisierung zu leisten. Technologie wird dadurch von etwas Fremdem zu einem integralen Bestandteil der eigenen Arbeit. Die Anwendungen werden auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten, und die Softwareentwicklung wird schlanker. Insgesamt führt die Demokratisierung der Softwareentwicklung also zu einer erhöhten Akzeptanz der Technologie. Zudem entstehen Möglichkeiten, die eigene Organisation neu und agiler aufzustellen.

Ist Low-Code die Zukunft in der Verwaltung?

Der öffentliche Sektor kann besonders von Low-Code profitieren. Vorhandene Systeme und Anwendungen werden häufig isoliert betrieben und stellen deshalb ein Hindernis für eine ganzheitliche digitale Erfahrung dar. Dementsprechend groß ist das Potenzial für Verbesserungen.

Low-Code unterstützt Verwaltungen dabei, die Modernisierung ihrer Software und IT-Infrastruktur enorm zu beschleunigen. Dies verbessert die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Bürgern gleichermaßen.

Mehr als nur eine Frage der Technologie

Technologie bildet das Fundament für eine erfolgreiche Low-Code-Initiative. Doch sie allein reicht nicht aus. Es bedarf auch organisatorischer Veränderungen, um das volle Potenzial von Low-Code auszuschöpfen. Low-Code macht Teams agiler und befähigt sie, die Anwendungen nach ihren eigenen Vorstellungen zu formen.

Projekte werden nicht mehr einfach an die IT-Abteilung weitergeleitet, in der Hoffnung, dass am Ende das richtige Ergebnis herauskommt. Vielmehr wird jeder zu einem gewissen Teil zur IT-Fachkraft und Grenzen zwischen fachlicher und technologischer Verantwortung verschwimmen.

Das hat Auswirkungen darauf, wie Teams miteinander kommunizieren, welche Erwartungen sie aneinander haben und welche Kompetenzen und Aufgaben sie übernehmen. Prozesse und der Aufbau der Teams müssen also dementsprechend angepasst werden. Viele Teams müssen interdisziplinärer aufgestellt werden, da auch die Mitarbeiter in den Fachabteilungen in die Lage versetzt werden, Anwendungen zu entwickeln oder anzupassen. Interdisziplinäre Teams tragen jedoch nur dann Früchte, wenn bestimmte Voraussetzungen gewährleistet sind.

Zunächst müssen komplexe Inhalte auch für Nicht-Experten einfach und nachvollziehbar kommuniziert werden. Gerade bei komplexeren IT-Inhalten ist es wichtig, sie möglichst einfach darzustellen, um die Einarbeitungszeit so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus sollten Führungskräfte sicherstellen, dass alle Teammitglieder ihre Fragen, Sorgen und Ideen äußern können.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist jedoch die Zeit, die diesem Prozess eingeräumt wird. Ein umfassendes Low-Code-Programm braucht Zeit. Niemand wird von heute auf morgen zum Entwickler. Eine Hauruck-Aktion sorgt dafür, dass sich nur ein kleiner Teil wirklich angesprochen fühlt. Zeit bedeutet zudem, Raum für Experimente zu geben. Gerade wenn Mitarbeiter am Anfang ihrer Low-Code-Erfahrung stehen, sollten sie sich ausprobieren und Fehler machen dürfen, um das Potenzial von Low-Code kennenzulernen.

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Führungskräfte in der Verantwortung

Klar ist: Die Low-Code-Transformation muss aktiv von Führungskräften gesteuert werden. Wer nur zuschaut, läuft Gefahr, dass sich Eigendynamiken entwickeln und ein Kompetenzvakuum entsteht, indem nicht klar ist, wer welche Aufgaben übernimmt. Führungskräfte müssen dabei immer wieder verdeutlichen, welchem konkreten Zweck die Low-Code-Initiative dient.

Für die Akzeptanz der Veränderungen ist das Verständnis für die Ziele der digitalen Transformation ein entscheidender Faktor. Aufgabe der Führungskräfte ist es deshalb, den konkreten Nutzen der Projekte für die Organisation und den Einzelnen aufzuzeigen. Das gilt natürlich auch für Low-Code.

Insgesamt kann die Nutzung von Low-Code einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltungen in Deutschland weiter voranzubringen. Voraussetzung dafür, das Potenzial der Technologie umfassend zu nutzen, sind eine klare Strategie und Führung.

Frank Wischerhoff
Sales Director Government bei ServiceNow

Bildquelle: ServiceNow

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