„Die Schüler sind nicht blöd“ Lehrerverband: Schüler wollen bewussten Medienkonsum lernen

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Smartphones und digitale Medien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch in Schulen ist das Thema oft noch eine Randnotiz. Dabei sei von Seiten der Schüler durchaus Gesprächsbereitschaft zu spüren, meint der Deutsche Lehrerverband.

Studien zeigen immer wieder, dass die übermäßige Nutzung digitaler Medien mit Erkrankungen, wie Depression oder Angststörungen einhergehen können. Daher ist Aufklärung wichtig.(Bild:  insta_photos – stock.adobe.com)
Studien zeigen immer wieder, dass die übermäßige Nutzung digitaler Medien mit Erkrankungen, wie Depression oder Angststörungen einhergehen können. Daher ist Aufklärung wichtig.
(Bild: insta_photos – stock.adobe.com)

Schülerinnen und Schüler sollen laut Deutschem Lehrerverband im Unterricht mehr Möglichkeiten erhalten, sich über ihren Medienkonsum und einen bewussten Umgang mit dem Smartphone auszutauschen. „Die Schüler sind nicht blöd. Die wissen schon, dass sie durch eine gewisse Abhängigkeit gefährdet sind“, sagte Verbandspräsident Stefan Düll der Deutschen Presse-Agentur. „Je älter sie werden, desto reflektierter verwenden sie die Geräte.“

Im Klassenraum sei durchaus eine Gesprächsbereitschaft zu spüren, weil das Thema für Jugendliche eine direkte Relevanz habe. Einige hätten auch schon selbst schlechte Erfahrungen gemacht: etwa mit verstörenden Inhalten, Falschbehauptungen oder Cybermobbing. „Da sind wir als Schule gefordert“, sagte Düll.

Verbote seien dagegen keine Lösung. „Smartphones sind existent, sie sind privates Eigentum. Es wird auch immer Momente der Nichtkontrolle geben“, erklärte Düll. Lehrer müssten damit leben und zeigen, wie sich die Geräte sinnvoll nutzen lassen.

Neben den Schulen sieht der Verbandschef aber auch die Eltern in der Pflicht, einen bewussten Umgang mit der Technik vorzuleben. Es gebe Eltern, die schon beim Schieben des Kinderwagens ständig aufs Handy schauten. „Damit vermitteln sie direkt: Das ist etwas ganz Wichtiges.“ Kinder durch Spiele oder Videos auf dem Smartphone abzulenken oder ruhigzustellen, sieht Düll nach eigenen Worten kritisch. Das könne die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder beeinträchtigen – gerade bei Kindern, die vom Naturell ohnehin „geistig zappelig“ seien.

Der Schulleiter eines bayerischen Gymnasiums betonte aber auch: „Viele Eltern machen es richtig.“ In der Schule sei es aber besonders schwer, die übrigen Fälle zu erreichen. „Zum Elternabend kommen nur diejenigen, die sowieso schon auf dem richtigen Weg sind. Die man eigentlich ansprechen müsste, erreicht man so nicht“, erläuterte Düll. „Da ist im Prinzip die Jugendhilfe gefragt.“

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