Am 14. November fand die diesjährige Tagung „Innovatives Management“ statt. Der interdisziplinäre Austausch zu den aktuellen Verwaltungsthemen zeigte: Es braucht mehr Freiräume.
Unter dem Motto „Endgegner Bürokratisierung weichkochen!“ stellten sich (v. l.) Marko Haas (Deutsche Rentenversicherung Bund), Marie-Dominique Enjalbert (Amt für IT und Digitalisierung Hamburg), Michael Mätzig (Städtetag Rheinland-Pfalz) und Ann Cathrin Riedel (Geschäftsführerin NExT e.V., Digitalrätin) den Fragen von Basanta Thapa (Geschäftsführer des NEGZ).
„Natürlich wollen wir uns mit den Besten messen“, stellte Schleswig-Holsteins DigitalministerDirk Schrödter gleich bei der Eröffnung des „Innovativen Managements 2023“ klar und verwies damit auf die skandinavischen Länder, die bei der Digitalisierung deutlich weiter sind als Deutschland. Dabei seien Kooperationen unerlässlich, denn „wir haben nicht die Manpower, alles selbst zu entwickeln“. Und: „Wir müssen aufpassen, dass wir bei der Erstellung der Leistungen nicht überbürokratisieren“, warnte der Minister. Wichtig seien außerdem ein konsequentes Automatisieren sowie ein genereller Kulturwandel in der Verwaltung – denn „Verwaltung kann auch Innovationstreiber sein“, so Schrödter.
Matthias Kohlhardt, Vorstandsvorsitzender der machgruppe und Gastgeber der Veranstaltung, betonte, dass das nötige Mindset auf der Führungsebene vorhanden sei. Kohlhardt betonte die Notwendigkeit des Bürokratieabbaus und auch eines Leaderships, das die Digitalisierung vorlebe, vorantreibe und nicht verlangsame. „Wir haben noch viel zu tun“, mahnte Kohlhardt und forderte, jetzt zügig in die Umsetzung zu gehen.
Das größte Hindernis sind die gewachsenen Strukturen, darin waren sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Podiumsdiskussion einig. Michael Mätzig, Geschäftsführender Direktor des Städtetags Rheinland-Pfalz, sprach sich daher für „kleinere Häppchen“ bei der digitalen Transformation aus – „regional, nachhaltig, qualitativ“.
Der Appetit auf Digitalisierung ist da. Wir brauchen nur mehr Slow Food.
Michael Mätzig
Marie-Dominique Enjalbert vom Amt für IT und Digitalisierung Hamburg ergänzte, dass die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Verwaltungen, aber auch innerhalb der Behörden selbst, etwas ganz Neues seien für die Mitarbeiter. „Das ist ein Erfolgsfaktor für die Digitalisierung“, sagte sie.
Auch EfA zeigt: Um die Komplexitätsfalle zu überwinden, müssen Verwaltungen und ihre Mitarbeiter:innen über ihren Schatten springen.
Marie-Dominique Enjalbert
Marko Haas, Leiter des Bereichs Digitalstrategie und Digitale Transformation in der Deutschen Rentenversicherung Bund, betonte die Aufgabe der Verwaltungen, sich einerseits um das Basisgeschäft zu kümmern, es zu optimieren und Prozesse neu zu entwickeln und sich andererseits um Innovationen zu bemühen. „Man braucht beides“, ist sich Haas sicher.
Ambidextrie ist eine notwendige Kompetenz für zukunftsfähige Verwaltungen.
Marko Haas
Ann Cathrin Riedel, Geschäfsführerin von Next e. V. und Digitalrätin, forderte in diesem Zusammenhang mehr Expertise und diversere Teams für die Verwaltungen. Denn die Energie und die Motivation seien vorhanden. „Man muss nur die richtigen Menschen zusammenbringen“, so Riedel. Dies könne beispielsweise in Netzwerken geschehen. In ihrer Keynote, die der Podiumsdiskussion vorausging, plädierte sie für mehr Selbstbewusstsein, mehr Visionen, mehr Kreativität, mehr Mut – oder anders gesagt: für mehr Optimismus. „Pessimismus ist keine intellektuelle Leistung“, betonte sie. „Wir können viel über die Bürokratie klagen“, sagte Riedel, „aber es geht auch mit der Bürokratie.“ Wir seien der Bürokratie nicht ausgeliefert, es gebe Möglichkeiten, Aufgaben auch mit der bestehenden Bürokratie zu bewältigen. Riedel: „Wer, wenn nicht die Mitarbeitenden in den Verwaltungen, sollten qua ihres Beamtentums die Mutigsten sein beim Anwenden der bestehenden Regeln!?“
Wir brauchen weniger Politik!
Ann Cathrin Riedel
Die Verwaltung in Deutschland stehe aktuell vor zwei gewaltigen Herausforderungen, erklärte Sascha Friesike, Professor für Design digitaler Innovationen und Studiengangsleiter des berufsbegleitenden Masterstudiengangs Leadership in digitaler Innovation an der Universität der Künste Berlin, in seiner Keynote. Es müssten jetzt passende Bedingungen geschaffen werden, damit Verwaltungsarbeit mehr Raum für Kreativität ermögliche, zudem stehe die Verwaltung vor der Herausforderung eines gewaltigen Fachkräftemangels – auch dies sei eine kreative Aufgabe. „Wenn wir Routinetätigkeiten automatisieren, dann hat das zur Folge, dass die Tätigkeiten, die wir nach wie vor machen müssen, kreativer werden“, erläuterte Friesike. Dennoch werde meist allein durch die Rahmenbedingungen der Arbeit eine solche Kreativität untergraben. In seinem Vortrag mit dem ironischen Titel „Kreativität richtig killen!“ zeigte Friesike dann anhand von Negativbeispielen, wie man es nicht machen sollte – und erntete aus dem Publikum viel Zustimmung und Wiedererkennen der eigenen Arbeitskultur.
Dazu passte denn auch die Darstellung von Michael Fulde von NextPublic, der Ergebnisse aus der Studie „Barometer Digitale Verwaltung“ präsentierte. Demnach sind zwei Drittel der Beschäftigten im Verwaltungsbereich zwar grundsätzlich zufrieden mit ihrer Arbeit, doch nur 15 Prozent der Befragten würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen – „Verwaltung als sicherer Hafen, aber ohne Strahlkraft“. Nur ein Viertel gab an, das eigene Potenzial in der Arbeitsumgebung voll ausschöpfen zu können, viele Fähigkeiten blieben auf der Strecke.
Stand: 08.12.2025
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Kreativität statt Bürokratie – das „Innovative Management 2023“ der MACH AG lieferte spannende und nachhallende Impulse.