Die Multi-Cloud für die Öffentliche Verwaltung

Klare Linien für den Cloudbetrieb

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NEGZ: Ein Zielbild für die Cloudnutzung

Während Cloud ahead vor allem die Beziehungen von Technologieherstellern und Cloudanbietern sowie die Ressourcen bei BSI und staatlichen Betreibern ins Visier nimmt, setzt das Nationale E-Government Kompetenzzentrum e.V. (NEGZ ) einen Schwerpunkt bei den Fachverfahren. In ihrem 2022 veröffentlichten Positionspapier „Multi-Cloud in der Verwaltung erfolgreich machen“ stecken die Experten vier Handlungsfelder ab. Sie mahnen, erstens, klare politische und regulatorische Rahmenbedingungen für den Einsatz von Cloudtechnologien an. Dazu gehöre auch eine „Cloud-First“-Strategie. Es fehle eine einheitliche Vorgabe, welche konkreten Standards, Anforderungen oder Voraussetzungen eine Cloudumgebung zwingend erfüllen muss.

Zweitens sehen die Verfasser die Notwendigkeit, eine gemeinsame Zielvorstellung zu entwickeln, ein Big Picture, das die Fragen beantwortet: „Was wollen wir erreichen und wo wollen wir hin?“ Vielen Beteiligten sei die Rolle der Cloudtechnologie noch nicht klar und die technische Machbarkeit allein habe noch keine ausreichende Überzeugungskraft. Ein Wolkenschloss ist damit jedoch nicht gemeint, die Autoren wollen durchaus eine Reduktion auf das Machbare. Maßgeblich sind demnach die Lauffähigkeit der Fachverfahren, Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit von Wissen in der Öffentlichen Verwaltung.

Ebenso wie Cloud ahead hat auch NEGZ dabei die Ressourcen des BSI im Blick und hinterfragt: „Wie viele große Cloud-Infrastrukturen kann das BSI zeitgleich absichern und jährlich auditieren?“

Für bestehende Fachverfahren solle zunächst auch der Umstellungsaufwand bewertet werden, um anschließend zu priorisieren.

Wie werden Fachverfahren „cloud-ready“?

Wie eine solche Bewertung, ein Cloud-Assessment, ablaufen soll, wird im dritten Handlungsfeld „Passgenaue Fachverfahren“ erläutert: Für bestehende Fachverfahren sind technische Machbarkeit, Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen sowie der Aufwand einzuschätzen. Auf dieser Basis sollten dann möglichst Pilotanwendungen gefunden und umgesetzt werden.

Ein zentraler Punkt ist jedoch, dass sich die Entwicklung neuer Fachverfahren mit der Nutzung der Cloudtechnologie grundlegend ändert. Von vornherein sollten die Verfahren als „cloud-ready“ entwickelt werden, das heißt, nicht monolithisch, sondern als Sammlung gekoppelter Cloudservices. Dabei solle der Code „von der ersten Zeile an auf Hochverfügbarkeit, Skalierbarkeit und Datensicherheit ausgerichtet“ sein. Wenn die Entwicklung direkt auf der Infrastruktur des Cloudbetreibers erfolgt, bedinge das auch eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Fachverfahrensherstellern und Cloudbetreibern.

Für eine funktionierende Multi-Cloud-Umgebung sei schließlich auch die Komplexität zu reduzieren. Dazu schägt das NEGZ vor, Clouds nach den gleichen Prinzipien aufzubauen und Fachverfahren nach einheitlichen Standards zu entwickeln.

Hintergrund

Die Autoren des Positionspapiers „Multi-Cloud in der Verwaltung erfolgreich machen“ sind Werner Achtert, Gregor Költzsch, Ines Fiedler und Pia Lansky. Das Dokument ist auf der Website des NEGZ veröffentlicht.

Den Beitrag „Die roten Linien des BSI und wie sich Deutschland seine Cloud vorstellt“ von Jockel Merholz finden Sie auf der Plattform von Cloud ahead.

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