8. German AI Startup Landscape KI-Start-ups legen um 36 Prozent zu

Von Berk Kutsal 3 min Lesedauer

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Die achte „German AI Startup Landscape 2025“ des appliedAI Institute for Europe zeigt: Das deutsche KI-Ökosystem bleibt auf Wachstumskurs. Besonders der Bereich der generativen KI legt massiv zu – trotz regulatorischer Debatten.

Die achte Analyse des appliedAI Institute for Europe zeigt: Deutschlands KI-Ökosystem wächst weiter. Besonders generative KI verzeichnet einen markanten Zuwachs. Auch das Investitionsvolumen steigt – trotz regulatorischer Unsicherheiten.(Bild:  appliedAI Institute for Europe)
Die achte Analyse des appliedAI Institute for Europe zeigt: Deutschlands KI-Ökosystem wächst weiter. Besonders generative KI verzeichnet einen markanten Zuwachs. Auch das Investitionsvolumen steigt – trotz regulatorischer Unsicherheiten.
(Bild: appliedAI Institute for Europe)

Das deutsche KI-Start-up-Ökosystem wächst. Laut „German AI Startup Landscape 2025“ des appliedAI Institute for Europe erhöhte sich demnach die Zahl der Unternehmen mit eindeutigem KI-Schwerpunkt im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent. 935 Start-ups sind gelistet, 313 davon kamen neu hinzu. Über 90 Prozent der Start-ups aus dem Vorjahr sind weiterhin im Markt aktiv.

Die Erhebung* gelte als umfassende Analyse der deutschen KI-Start-ups. Sie basiere auf Bewerbungen, Marktbeobachtungen sowie unabhängigen Expertenbewertungen unter anderem durch Partner wie Deutsche Telekom, NVIDIA oder UnternehmerTUM. Die Datenbank diene Investoren, Politik und Forschung als Referenzrahmen für Orientierung und Vernetzung im deutschen KI-Markt.

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Generative KI mit höchster Wachstumsrate

Ein Drittel der Start-ups fokussiert sich auf generative KI. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von rund 130 Prozent. Damit zählt dieser Teilbereich zu den am schnellsten wachsenden Segmenten der Landschaft. Die Studienverantwortlichen sehen darin ein Abbild technologischer Fortschritte und eine Reaktion auf die Nachfrage nach Lösungen auf Basis generativer Modelle.

Dr. Philip Hutchinson, Senior AI Expert beim appliedAI Institute for Europe und Hauptverantwortlicher der Startup Landscape.(Bild:  appliedAI Institute for Europe)
Dr. Philip Hutchinson, Senior AI Expert beim appliedAI Institute for Europe und Hauptverantwortlicher der Startup Landscape.
(Bild: appliedAI Institute for Europe)

Anwendungsfelder umfassen die Content-Erzeugung mit großen Sprachmodellen, die Code-Generierung sowie die Produktion synthetischer Daten. „Der überragende Anstieg im Bereich generativer KI zeugt vom enormen Bedarf nach transformativen Technologien ‚Made in Germany‘“, sagt Dr. Philip Hutchinson, Senior AI Expert und Hauptverantwortlicher der „Startup Landscape“.

Die Studien stellt allerdings auch fest, dass im Bereich sogenannter Basismodelle weiterhin großer Nachholbedarf bestehe.

Plattformorientierung ersetzt Einzellösungen

Eine weitere Verschiebung betrifft den technischen Zuschnitt der Geschäftsmodelle. Erstmals übersteigt die Zahl der Plattformanbieter jene der reinen Anwendungsspezialisten. Dies deutet auf einen strukturellen Wandel hin: Statt punktueller Lösungen entstehen vermehrt skalierbare Grundlagen für den KI-Einsatz in Unternehmen.

Begünstigt wird diese Entwicklung durch ein verbessertes Investitionsklima. Allein im ersten Halbjahr 2025 flossen mehr als zwei Milliarden Euro in deutsche KI-Start-ups. Das entspricht mehr als einem Viertel der Gesamtsumme der letzten zehn Jahre. 124 Start-ups erhielten jeweils über zehn Millionen Euro – ein Anstieg von über 50 Prozent gegenüber 2024.

Die Studienverantwortlichen führen diese Entwicklung auf ein gewachsenes Vertrauen von Investoren, eine breitere Nachfrage in der Industrie sowie auf ausgereiftere Unterstützungsstrukturen im deutschen KI-Ökosystem zurück.

Regulatorik bremst Gründungen bislang nicht

Dr. Frauke Goll, Managing Director des appliedAI Institute for Europe.(Bild:  appliedAI Institute for Europe)
Dr. Frauke Goll, Managing Director des appliedAI Institute for Europe.
(Bild: appliedAI Institute for Europe)

Trotz der Debatten rund um den europäischen AI Act sehen die Studienautoren bislang keinen negativen Effekt auf die Gründungsdynamik. Die Zahlen deuteten vielmehr auf ein reifes, aber weiter expansives Ökosystem hin. „Gerade die diesjährigen Ergebnisse machen deutlich, dass sich KI-Start-ups als fester Bestandteil der deutschen Wirtschaftslandschaft manifestieren“, sagt Dr. Frauke Goll, Geschäftsführerin des Instituts.

Herausforderungen bestehen laut Analyse weiterhin bei der internationalen Skalierung sowie im B2C- und B2G-Bereich. Dennoch zeigen sich in der Breite der Anwendungsfelder und der technologischen Ausrichtung die Stärken des Standorts.

* Jedes Jahr bewerben sich KI-Start-ups mit Sitz in Deutschland für die Aufnahme in die Deutsche KI-Startup Landscape beim appliedAI Institute for Europe. Darüber hinaus untersuicht das Institut selbst die Start-up-Landschaft; auch Nominierungen der Kontributoren (Deutsche Telekom, NVIDIA, Hitachi, UnternehmerTUM, Cherry Ventures, Earlybird Capital, UVC Partners, Yttrium, HTGF, eCAPITAL, Burda Principal Investments, HV Capital, Bayern Kapital, BMH, sowie der AI.FUND) werden berücksichtigt. Mehrere Experten bewerten die Start-ups unabhängig hinsichtlich bestimmter Kriterien wie Daten, KI-Methoden und Skalierbarkeit. Zusätzlich wird die Inter-Rater-Reliabilität berechnet, die Übereinstimmungen und Divergenzen zwischen den verschiedenen Beurteilungen prüft. Die Evaluationen und Bewertungen sind Grundlage für eine Clusterung der Start-ups. Die Analyse der Ergebnisse durch das appliedAI Institute for Europe bietet die umfangreichste Datenbank für den KI-Standort Deutschland.

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