Hessen KI anonymisiert Gerichtsurteile

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Spannende Gerichtsurteile schneller finden: Das Projekt JANO nutzt Künstliche Intelligenz, um Gerichtsurteile zügig zu anonymisieren und zur Verfügung zu stellen.

Hessens Justizminister Heinz geht davon aus, dass in Deutschland weniger als ein Prozent der Gerichtsurteile veröffentlicht werden; die bisherige manuelle Anonymisierung der Daten ist sehr aufwendig.(© Maciej Koba – stock.adobe.com)
Hessens Justizminister Heinz geht davon aus, dass in Deutschland weniger als ein Prozent der Gerichtsurteile veröffentlicht werden; die bisherige manuelle Anonymisierung der Daten ist sehr aufwendig.
(© Maciej Koba – stock.adobe.com)

Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) will die Justiz die Öffentlichkeit in Zukunft schneller und besser über den Inhalt von interessanten Gerichtsurteilen informieren. Der hessische Justizminister Christian Heinz (CDU) informierte sich am vergangenen Montag am Landgericht Hanau über ein dort laufendes Pilotprojekt. Bisher ist es sehr aufwendig, Urteilstexte im Original zu veröffentlichen, da sie noch per Hand so anonymisiert werden müssen, sodass keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Prozessbeteiligten möglich sind. Das Pseudonymisierungs-Werkzeug „JANO“ („Justiz-Anonymisierung“), an dem auch das Landgericht Mannheim beteiligt ist, will diese Arbeit automatisieren.

Justizminister Heinz geht davon aus, dass in Deutschland weniger als ein Prozent aller Urteile veröffentlicht werden. In der Regel handelt es sich dabei um ausgewählte Texte von Bundes- und Oberlandesgerichten. Doch Bürger könnten auch an Entscheidungen von Amts- und Landgerichten interessiert sein, sagte der Hanauer Gerichtspräsident Frank Richter. „Sie können dann einfach durch eine Suche schauen, ob sie für ihren Lebenssachverhalt etwas finden, das passt“, sagte er. Es handele sich um einen schnelleren und barrierearmen Zugang.

Das Angebot soll gratis sein. Vor einer Veröffentlichung soll der von KI bearbeitete Text noch einmal von einem Menschen gegengelesen werden. Als mögliche Kandidaten für Veröffentlichungen nannte Richter verbrauchernahe Urteile etwa zu den Themen Unterhalt oder Mietwagenanspruch nach einem Verkehrsunfall.

Hintergrund

Im Projekt JANO arbeitet die hessische Justiz gemeinsam mit dem Justizministerium Baden-Württemberg, im September 2023 informierten die Ministerien über die geplante Weiterentwicklung des Prototypen.

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