IT-Sicherheit und digitale Souveränität IT-Experte: Wären bei Hackerangriff erst mal hilflos

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Deutschland wäre nach Ansicht von Digitalexperte Markus Beckedahl schlecht auf einen flächendeckenden Hackerangriff vorbereitet. Eine der Ursachen liege in einem „Kompetenzwirrwarr zwischen verschiedenen Behörden“.

Vom Wirrwarr zur Struktur: Es braucht klare Zuständigkeiten.(Bild: ©  Yauheniya_Bandaruk – stock.adobe.com)
Vom Wirrwarr zur Struktur: Es braucht klare Zuständigkeiten.
(Bild: © Yauheniya_Bandaruk – stock.adobe.com)

„Wir haben ein großes Kompetenzwirrwarr zwischen verschiedenen Behörden. Wenn uns jemand mal richtig angreifen würde, dann wären wir erst mal hilflos und kopflos“, sagte der Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie Markus Beckedahl im „ZDF-Morgenmagazin“. Man habe in der Vergangenheit zu wenig investiert und zu wenig Wert auf Verschlüsselung gelegt.

Auch heute investiere man noch zu wenig: „Wir könnten durch das Sondervermögen für Infrastruktur viel mehr in IT-Sicherheit investieren.“ IT-Sicherheit werde hauptsächlich im Innenministerium behandelt. Jedoch: „Das Innenministerium schafft im Namen der IT-Sicherheit Unsicherheit, indem sie Schwachstellen zurückhalten.“ Diese Sicherheitslücken könnten auch von kriminellen Hackern und Akteuren aus dem Ausland ausgenutzt werden, sagt Beckedahl.

Der Erpressbarkeit von Trump und Co. entziehen

Wichtig sei außerdem, sich von US-Infrastruktur unabhängig zu machen. Der Experte fordert dafür eine Open-Source-basierte digitale Infrastruktur. Man wisse, dass US-Gesetze Unternehmen wie Microsoft dazu verpflichteten, Daten auch aus Deutschland an die US-Regierung oder dortige Sicherheitsbehörden auszuliefern, sagt Beckedahl. Deshalb brauche es eine eigene Infrastruktur in der Europäischen Union.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat gerade seinen aktuellen Lagebericht vorgelegt. Darin heißt es, dass Cyberspione es in Deutschland derzeit besonders auf die öffentliche Verwaltung abgesehen haben. Eine nennenswerte Anzahl von Geschädigten gab es demnach auch in den Sektoren Verteidigung, Rechtspflege, öffentliche Sicherheit und Ordnung.

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