Experimentierklausel in der Vergaberichtlinie Hamburg vereinfacht Beschaffung von GovTech-Lösungen

Von Nicola Hauptmann 1 min Lesedauer

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Eine neue Klausel der Hamburgischen Vergaberichtlinie soll dafür sorgen, dass innovative Technologien in der Verwaltung schneller erprobt werden können. Das Projekt GovtecHH spielt dabei die entscheidende Rolle.

Hamburg: Mit der Änderung der Vergaberichtlinie zum 1. Januar 2024 eröffnet sich ein neuer Weg der Beauftragung.(© Worawut - stock.adobe.com)
Hamburg: Mit der Änderung der Vergaberichtlinie zum 1. Januar 2024 eröffnet sich ein neuer Weg der Beauftragung.
(© Worawut - stock.adobe.com)

Die Stadt Hamburg hat als erste Verwaltung in Deutschland eine Experimentierklausel in ihre Vergaberichtlinie aufgenommen: Bei Auftragswerten bis zu 100.000 Euro kann bis zum 31. Dezember 2026 auch nur ein Unternehmen zur Abgabe eines Angebotes oder zur Teilnahme an Verhandlungen aufgefordert werden, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Bei der Vertragsanbahnung oder -verhandlung wird das Projekt GovTecHH der Senatskanzlei beteiligt,
  • der Auftragsgegenstand beinhaltet den Einsatz oder die Entwicklung neuer Technologien oder hat die Modernisierung und Digitalisierung der Verwaltung zum Ziel und
  • die Vertragslaufzeit von zwei Jahre wird nicht überschritten.

Die Haushaltsgrundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sollen dabei weiterhin beachtet werden.

„Mit der Experimentierklausel schaffen wir einen neuen Weg bei der Beauftragung von Unternehmen, der es ermöglicht, schnell belastbare Praxiserfahrung zu sammeln“, erläutert Staatsrat Jan Pörksen, Chef der Senatskanzlei Hamburg.

Venture-Client-Einheit spielt die Schlüsselrolle

GovTecHH ist die Venture-Client-Einheit der Hansestadt. 2022 gegründet, konnte sie inzwischen Marktexpertise und ein großes Netzwerk von Lösungsanbietern aufbauen. Dieses Netzwerk ermögliche es, schnell passende Kooperationspartnerinnen und -partner für Problemstellungen in der Hamburger Verwaltung zu finden. Konkret heißt das: GovTecHH identifiziert neue Problemstellungen in den Fachbereichen, sucht nach passenden Lösungen, vornehmlich im Start-up-Umfeld, und bewertet diese anhand klarer Kriterien. Anschließend unterstützt das Projekt die jeweilige Behörde oder Verwaltung bei der Gestaltung der Kooperation.

Aktuell begleitet GovTecHH mehrere Hamburger Pilotprojekte, etwa die bedarfsorientierte Verteilung von Ladesäulen für E-Autos oder die Übersetzung von redaktionellen Inhalten auf dem Stadtportal hamburg.de in Leichte Sprache.

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