CMS für die Bundesverwaltung GSB 11: Das TYPO3-CMS für Behörden ist da

Von Niels Gongoll 3 min Lesedauer

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Für Behörden-Websites werden die Weichen neu gestellt: Das ITZBund hat Anfang Juni den GSB 11 veröffentlicht – und damit einen technologischen Shift weg von einem objektbasierten CMS hin zum seitenbasierten TYPO3 CMS eingeleitet. Warum der GSB 11 eine gute Wahl für Bundesbehörden ist und worauf beim Umstieg zu achten ist.

Mithilfe von Content-Management-Systemen kann gemeinschaftlich an der Erstellung, Darstellung und Auslieferung digitaler Inhalte auf Behörden-Webseiten gearbeitet werden.(Bild:  Sammby – stock.adobe.com)
Mithilfe von Content-Management-Systemen kann gemeinschaftlich an der Erstellung, Darstellung und Auslieferung digitaler Inhalte auf Behörden-Webseiten gearbeitet werden.
(Bild: Sammby – stock.adobe.com)

Der Government Site Builder (GSB) ist die vom Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) zentral bereitgestellte CMS-Lösung für Websites von Behörden der Bundesverwaltung. Diese müssen nicht aufwändig eigene CMS-Lösungen einsetzen, sondern können ein Framework für ihre Online-Kommunikation nutzen, das lizenzfrei nutzbar und in Sachen Sicherheit, Datenschutz und Funktionalität auf die Bedürfnisse von Behörden abgestimmt ist.

Für Bundesbehörden führt mittel- und langfristig kein Weg am GSB 11 vorbei. Denn mit dem TYPO3-basierten GSB 11 wird der GSB 10 nicht mehr weiterentwickelt und nur noch bis 2025 unterstützt. Websites auf Basis des GSB 7 können noch bis Ende 2028 mit Support des ITZBund rechnen.

Open-Source-Basis

Mit der Wahl von TYPO3 als technologischem Fundament geht eine willkommene strategische wie auch politische Entscheidung einher: Ein bewusster Schritt in Richtung Open Source und damit die Erschließung einer großen Entwickler-Community, deren bereitgestellte Extensions einfach nachnutzbar sind. Zudem: Als Open-Source-CMS bietet TYPO3 ein hohes Maß an Sicherheit. Die Stabilität des Systems wird laufend von der Community optimiert, Sicherheitslücken schließt ein eigenes IT-Security-Team sehr schnell. Im Falle technischer Fragen oder Herausforderungen steht ein großes Netz an Expertinnen und Experten mit langjähriger Erfahrung bereit. Denn TYPO3 ist kein Nischen-CMS: Aktuell wird es auf über 500.000 Websites genutzt.

GSB 11 in zwei Varianten

Der GSB 11 kommt in zwei Varianten: eine beim ITZBund gehostete Version und eine Self-Hosted-Version für die lokale Installation auf dem eigenen Server. Beide sind in ihrer grundlegenden Basis identisch und basieren auf dem seitenbasierten, modularen CMS-Kern von TYPO3, im Frontend vorbereitet mit dem einheitlichen Corporate Design der Bundesregierung. Entscheidet man sich für die beim ITZBund gehostete Variante, erhält man einen gut abgestimmten CMS-Baukasten, der die Kernfunktionen von TYPO3 bereitstellt – darüber hinaus allerdings in seiner Flexibilität stark beschränkt ist.

Für komplexere Funktionen, Plugins oder auch die umfassende Nutzung von TYPO3-Community-Extensions sollten Behörden die Self-Hosted-Variante des GSB 11 in Betracht ziehen. Diese „öffnet“ gewissermaßen den gesamten TYPO3-Funktionsfundus und ermöglicht somit die vollumfängliche Nutzung des TYPO3-Portfolios ohne nennenswerte Einschränkungen. Gerade für komplexere Behördenwebsites oder solche, die es in Zukunft werden sollen, lohnt sich der Blick auf diese Variante.

Migrationspfade

Die Ankündigung des GSB 11 hat im Public Sector für viel Gesprächsstoff gesorgt. Entsprechend ist auch der Aufklärungs- und Beratungsbedarf durch unser TYPO3-Team hoch: Wie funktioniert das CMS und an welchen Stellen tickt es anders? Wie aufwändig wird der CMS-Wechsel? Was leisten die angekündigten, automatisierten Migrationsskripte?

Die Fragen sind berechtigt: Alleine der Umzug vom GSB 7 oder 10 auf den neuen GSB 11 zieht eine umfangreiche Migration von nicht selten hunderten Seiten und mehreren tausend Medienelementen nach sich. Denn hinsichtlich der CMS-Struktur gibt es so gut wie keine Gemeinsamkeiten zwischen der bisher genutzten CMS-Basis und TYPO3. Projektverantwortliche müssen sich in die neue CMS-Logik erst einmal eindenken, Funktionsmodule neu konzipieren und nicht selten vollständig neu entwickeln lassen.

Der Aufwand zahlt sich aus. Nur wer den breiten Extension-Fundus und großen Gestaltungsreichtum von TYPO3 vollumfänglich für sich nutzbar macht, kann von den neuen Möglichkeiten und Vorteilen des Open-Source-GSB richtig profitieren – gerade in der Self-Hosted-Variante des GSB 11.

Für andere typische CMS-Umgebungen in der öffentlichen Verwaltung, wie etwa Drupal, existieren aktuell keine bekannten und erprobten Migrationspfade zum GSB 11. Hier müssen Website-Verantwortliche das Quellsystem technologisch und redaktionell bewerten, Migrationskonzepte entwickeln und im besten Fall automatisierte Migrationsskripte nutzen. Der Wechsel kann daher vor allem bei komplexen Websites wesentlich mehr Zeit, Aufwand und Kosten verursachen als das Upgrade von einer bestehenden GSB-Version.

Viele Wege, ein Ziel

Egal, ob Sie direkt auf den GSB 11 migrieren oder mit TYPO3 starten – beide Wege führen zum Ziel. Denn der GSB 11 ist keine Eigenentwicklung, sondern erweitert das TYPO3-Kernsystem um für Websites der Bundesverwaltung notwendige Funktionen. Deshalb wird die Migration gewissermaßen zum Kinderspiel, wenn Sie aktuell in einem TYPO3-Relaunch sind oder das CMS bereits einsetzen. Sie können dann durch die Self-Hosted-Variante des GSB 11 mit wenig Zusatzaufwand umsatteln und sind fortan immer auf einer Version, die entlang der Bedürfnisse von Behörden weiterentwickelt wird.

Niels Gongoll
ist Unit Manager TYPO 3 bei der ]init[ AG.

Bildquelle: ]init[ AG

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