Digitalisierung bei der Bundeswehr Gesetz zur beschleunigten Planung und Beschaffung beschlossen

Von Agnes Panjas 3 min Lesedauer

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Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat dem Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz zugestimmt. Das Gesetz soll sicherstellen, dass Ausrüstung und Material schneller ankommen und die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr erhöhen.

Das neue Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwPBBG) soll dafür sorgen die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu erhöhen.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Das neue Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwPBBG) soll dafür sorgen die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu erhöhen.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Die Bundeswehr steht vor erheblichen Herausforderungen bei der Digitalisierung, da ineffiziente Verwaltungsprozesse die Truppe bremsen. In Friedenszeiten ist dies lästig, im Verteidigungsfall kann es die Einsatzfähigkeit gefährden.

Gesetz zur Beschleunigung der Bundeswehr-Beschaffung: Ausschuss stimmt zu

Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, hat der Ausschuss für Wirtschaft und Energie dem Gesetz zur beschleunigten Planung und Beschaffung für die Bundeswehr (21/1931) zugestimmt. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD sowie die AfD stimmten dafür, während die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke dagegen waren. Das Gesetz wurde am vergangenen Donnerstag im Plenum verabschiedet.

Mehr zum Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz

Das Planungs- und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwPBBG) hat das Ziel, die Prozeduren zur Planung und Beschaffung für die Bundeswehr zu beschleunigen. Es ermöglicht, vergaberechtliche Erleichterungen anzuwenden und Hürden bei Genehmigungsverfahren abzubauen. Ein umfassender Ausnahmekatalog wird eingeführt, um Auflagen bei Umweltvorgaben, Haushaltsregeln und Vergabeverfahren zu lockern. Dies soll sicherstellen, dass Ausrüstung und Material schneller den Streitkräften zur Verfügung stehen, wodurch die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr verbessert werden soll.

Die Digitalisierung der Beschaffungsprozesse soll auch durch die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Soldaten vorangetrieben werden, um dem gesamtgesellschaftlichen Wandel zu entsprechen und die Effizienz der Bundeswehr zu steigern. Mehr zum Gesetz hier.

Fokus auf Soldaten: Digitalisierung der Bundeswehr neu gestalten

Fabian Kretschmer, Strategic Account Executive und Defense & Public Sector Advisor bei Pegasystems merkt in einem Statement an, dass die Bedürfnisse der Soldatinnen und Soldaten bei der Entwicklung digitaler Lösungen oft ignoriert werden, und viele bestehende Tools seien komplex und benutzerunfreundlich.

Fabian Kretschmer ist Strategic Account Executive und Defense & Public Sector Advisor bei Pegasystems.(Bild:  Pegasystems)
Fabian Kretschmer ist Strategic Account Executive und Defense & Public Sector Advisor bei Pegasystems.
(Bild: Pegasystems)

Entsprechend kommentiert Kretschmer: „Leider erfolgt die Digitalisierung bislang häufig an den Bedürfnissen der Kameradinnen und Kameraden vorbei beziehungsweise haben sich deren Bedürfnisse zwischen Anforderungserhebung und der Umsetzung, die gerne mal einige Jahre dauern kann, signifikant verändert. Viele Tools und Formulare sind zudem wenig benutzerfreundlich – also nicht einheitlich aufgebaut sowie äußerst komplex, weil jeder Einzelfall abgedeckt werden muss und daher auch irrelevante Informationen abgefragt werden. Das muss sich in diesem Jahr definitiv ändern.“

Wie kann die Digitalisierung der Bundeswehr gelingen?

Kretschmer wünscht sich deshalb, dass 2026 angestrebt werden sollte, die Soldatinnen und Soldaten stärker in die Digitalisierung einzubeziehen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Er formuliert in diesem Zusammenhang folgende Wünsche:

  • Digitale Tools und intuitiv gestaltete Formulare sollen den Alltag der Soldaten erleichtern und besser angenommen werden als komplizierte Lösungen von oben.
  • Ein zentrales Portal für Formulare und Anträge könnte hilfreich sein, indem es Soldaten durch verständliche Fragen und den Ausfüllprozess führt. Zukunftsorientiert könnte der Einsatz von GenAI dazu führen, dass nur relevante Informationen abgefragt und Plausibilitätsprüfungen durchgeführt werden. Auch ohne KI wäre dies bereits ein sinnvoller erster Schritt.
  • Zusätzlich sollten „Low Code“ und „No Code“-Ansätze den Soldaten und Verwaltungsmitarbeitern ermöglichen, selbst smarte Formulare und Tools zu erstellen, was die Anpassungsfähigkeit erhöht und den Digitalisierungsprozess beschleunigt, ohne IT-Partner mit kleinen Projekten zu überlasten.

Kretzschmer ist davon überzeugt, dass „die Bundeswehr mit einem Digitalisierungsfokus auf die Soldaten digital deutlich schneller zukunftsfähig werden“ könnte. „Und zugleich wäre das mit einer Erhöhung der Resilienz verbunden, die aktuell ständig eingefordert wird.“

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