Kommentar zum Cyber Resilience Act

Galgenfrist für Open Source?

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Dass wir uns überhaupt an diesem Punkt befinden und die großen Vorteile von Open Source betonen müssen, ist ein mühseliges Übel. Es ist noch nicht lange her, dass sich die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Stärkung des Open-Source-Sektors geeinigt hat. Und auch Projekte wie Gaia-X haben die Hoffnung geschürt, dass wir uns auf dem Weg zu einer starken europäischen IT-Infrastruktur befinden. Millionen wurden investiert, und nun könnte womöglich alles umsonst gewesen sein.

Noch ist aber nicht alle Hoffnung verloren. Die Gesetzesvorlage zum Cyber Resilience Act hat inzwischen mehrere Stationen und Anpassungen hinter sich. Zuletzt hat sich das Europäische Parlament mit dem CRA befasst, genauer gesagt der Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE) sowie der Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO). Während der ITRE an den meisten Punkten festhält, hat sich der IMCO deutlich positiver beim Thema Open Source positioniert. Weitere Verhandlungen soll es vermutlich im September zwischen dem Parlament, der Kommission und dem Rat der Europäischen Union geben.

Ich hoffe, dass die Gespräche letztendlich einen guten Ausgang für die Open-Source-Gemeinschaft nehmen werden. Sollte es bei den Vorgaben bleiben, wären nicht nur unzählige Existenzen bedroht, es wäre auch ein massiver Rückschritt für Europa. Und das in einer Situation, in der wir einen starken und souveränen Binnenmarkt mehr als je zuvor brauchen, um nicht vom Rest der Welt abgehängt zu werden. Zwar würde es eine Übergangszeit von mehreren Jahren geben, diese wäre aber nicht viel mehr als eine Galgenfrist. Hoffentlich bleiben wir davon verschont.

Rico Barth
ist Geschäftsführer von KIX Service Software und Vorstandsmitglied der Open Source Business Alliance

Bildquelle: Open Source Business Alliance

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