Nachhaltigkeitsziele im (Graph-)Kontext ESG-Erfolge messbar machen

Ein Gastbeitrag von Heiko Schönfelder 6 min Lesedauer

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Der Green Deal soll Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent machen. Länder, Organisationen und Unternehmen arbeiten fieberhaft daran, die ambitionierten ESG-Ziele umzusetzen. Was dabei häufig zu kurz kommt ist die Erfolgskontrolle. Das Projekt ARSINOE versucht mit Graphdatenbanken Transparenz und Messbarkeit herzustellen.

Nachhaltigkeit und Green IT sind weit mehr als nur Schlagworte. Vielmehr werden nach diesen Prinzipien mehr und mehr Digitalstrategien ausgerichtet.(©  Peter Jurik - stock.adobe.com)
Nachhaltigkeit und Green IT sind weit mehr als nur Schlagworte. Vielmehr werden nach diesen Prinzipien mehr und mehr Digitalstrategien ausgerichtet.
(© Peter Jurik - stock.adobe.com)

Die ESG-Regularien sind auf nationaler wie auf EU-Ebene in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Angestoßen durch den Green Deal wurde die CSR-Richtlinie (Corporate Social Responsibility) umfassend überarbeitet und verpflichtet ab 2025 eine wachsende Zahl an Unternehmen dazu, nachhaltigkeitsbezogene Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeiten offen zu legen. Neben CSRD hat die EU zudem eine EU-Taxonomie definiert und das EU-Lieferkettengesetz auf den Weg gebracht. So verwundert es kaum, dass laut BARC der Fokus von Unternehmen auf regulatorische Compliance in 2024 von 38 auf 59 Prozent gestiegen ist.

Systeminnovative Lösungen für den Klimawandel

Wirtschaft und Gesellschaft stehen hier vor großen Herausforderungen. Denn das Thema Nachhaltigkeit ist vielschichtig und lässt sich nur bedingt in quantitative Kategorien zwängen. Der hohe Vernetzungsgrad zwischen modernen Gesellschaften und Wirtschaftssystemen schafft eine enorme Komplexität. Wie lässt sich ein solches Netzwerk als Ganzes betrachten? Wie den systematischen Wandel effektiv und datenbasiert vorantreiben? Und welche technischen Lösungen können bei der Analyse und Erfolgsauswertung helfen?

Das Open-Source Projekt ARSINOE versucht, diese Fragen über einen sogenannten Systems Innovation Approach (SIA) zu beantworten. Das Projekt ist selbst Teil des Green Deals und wird von der Europäischen Kommission (EC) über einen vierjährigen Zeitraum mit 15 Millionen Euro gefördert. In ARSINOE arbeiten insgesamt 41 Partner aus 15 Ländern zusammen, darunter die Ludwig-Maximilian-Universität in München sowie die Landesgruppe Bayern des Verbands kommunaler Unternehmen. Das übergeordnete Ziel ist es, in neun „verwundbaren“ Modellregionen Europas Strategien, Lösungen und Werkzeugen für mehr Klima-Resilienz zu entwickeln. Das Innovations-Ecosystem soll Wirtschaftsbereichen helfen, sich auf unmittelbare Folgen des Klimawandels vorzubereiten.

Konkret analysieren die Data Scientists von ARSINOE diverse EU-Initiativen zum Klimawandel, um beispielsweise Kaskadeneffekte auf andere Bereiche zu ermitteln und die Wirksamkeit bzw. den Erfolg von Projekten zu messen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Informationen in Bezug auf die Erreichung der in den United United Nations Sustainable Development Goals (SDGs festgelegten Ziele auf nationaler und regionaler Ebene. Die 17 miteinander verbundenen Ziele wurden 2015 von allen UN-Mitgliedstaaten vereinbart und umfassen u. a. Themen wie Armut, Hunger, medizinische Infrastruktur, Bildung, saubere Energie und Trinkwasserversorgung.

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