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40 Jahre E-Mail in Deutschland

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KI als Fluch und Segen

Hier wird Künstliche Intelligenz (KI) laut Hagenau eine immer wichtigere Rolle spielen – und zwar auf beiden Seiten: „Die Internet-Kriminellen entwickeln immer neue Taktiken, um uns die Erkennung von Spam- und Phishing-Mails zu erschweren“, erklärt er. Die Textqualität von Phishing-Mails nehme etwa mit Hilfe von Sprachmodellen wie ChatGPT zu.

Doch auch Filter fischen dank KI ungewollte Nachrichten heraus, bevor sie den Posteingang erreichen. „Maschinelles Lernen hat sich bei der Erkennung neuer Spam-Muster als äußerst effektiv erwiesen“, erläutert Hagenau. „KI hilft uns enorm, die Spam-Flut zu beherrschen.“

Helfen beim Eindämmen von Spam, Phising und ungewollter Werbung soll auf der einen Seite Selbstregulierung. Die vor 20 Jahren unter dem Dach des eco-Verbands gegründete Initiative Certified Senders Alliance (CSA) arbeitet an Qualitätsstandards für kommerzielle E-Mails. Dazu zählen das Einholen von Einwilligungen, ehrliche Betreffzeilen und einfache Abmeldemöglichkeiten.

Auf der anderen Seite können Nutzer und Nutzerinnen auch selbst einen Beitrag leisten und beispielsweise die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen. Der Umfrage zufolge verwendet etwa die Hälfte der Befragten Anti-Virus-Software, um E-Mails vor Bedrohungen zu schützen. Knapp 46 Prozent nutzen demnach als Sicherheitsmaßnahme ein starkes Passwort.

Internetpionier Rotert: „Habe mich nicht vorgedrängelt“

Vor menschlichem Versagen bewahrt all das natürlich nicht. Schnell ist eine Mail mal an den falschen Adressaten gegangen oder es hing noch ein Anhang dran, der nicht für jeden gedacht war. „Ich kenne niemanden, dem das noch nicht passiert ist“, sagt Michael Rotert.

Da Laura Breeden ihre Mail vor 40 Jahren namentlich an „Michael“ adressierte, gilt er als Internetpionier und ist auch heute noch ein gefragter Ansprechpartner. Dabei gibt er sich selbst recht unbeeindruckt: „Einer musste es ja machen. Ich habe mich nicht vorgedrängelt.“

CSA: So kommunizieren Sie vertrauensvoll per E-Mail

Die CSA gibt 10 Tipps für eine langfristige vertrauensvolle E-Mail-Kommunikation:

1. Einwilligung einholen: Gewinnen Sie E-Mail-Adressen durch Opt-in-Formulare und Willkommensnachrichten, nicht durch gekaufte Listen.

2. Die richtige Erwartungshaltung setzen: Seien Sie offen darüber, wer Sie sind, wie oft Sie E-Mails verschicken und welche Inhalte erwartet werden können.

3. Bekannter Absender: Verwenden Sie einen erkennbaren Absendernamen und eine bekannte Absenderadresse, die leicht zum Brand zugeordnet werden kann.

4. E-Mail-Authentifizierung richtig aufsetzen: Schützen Sie Ihre Reputation und Ihre Marke vor Missbrauch, vermeiden Sie Zustellprobleme.

5. 2-Wege-Kommunikation fördern: Nutzen Sie niemals Noreply-E-Mail-Adressen für den Versand, sondern ermutigen Sie Ihre Empfänger zur Kommunikation.

6. Relevante Inhalte: Bieten Sie spannende oder informative Inhalte, die Ihr Publikum weiterbilden, unterhalten oder Probleme lösen.

7. Klare und ehrliche Betreffzeilen: Verwenden Sie Betreffzeilen, die den Inhalt Ihrer E-Mail möglichst genau widerspiegeln und vermeiden Sie irreführende Titel.

8. Konsistentes Branding: Halten Sie das Look-and-Feel Ihrer E-Mails konsistent, das schafft Vertrauen und Markenidentität.

9. Einfache Abmeldung: Bieten Sie klare Abmeldemöglichkeiten in jeder E-Mail an und setzen Sie diese umgehend um.

10. Monitoring nutzen: Überwachen Sie Performance-Daten und passen Sie Ihre Strategie bei Problemen an.

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