Rundumpaket gefordert Enorme Fortschritte bei der Schul-Digitalisierung

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine Umfrage des Bitkom-Verbands unter Lehrerinnen und Lehrern zeigt: Digitale Tools sind in den Schulen angekommen und werden mittlerweile erstaunlich häufig eingesetzt.

Wann kommt der neue Digitalpakt?(©  kamasigns  - stock.adobe.com)
Wann kommt der neue Digitalpakt?
(© kamasigns - stock.adobe.com)

„Das ist geradezu sensationell!“ Bernhard Rohleder, Geschäftsführer des Digitalverbands Bitkom, zeigte sich bei der Präsentation der neuesten Umfrage begeistert. Der Verband fragte unter der Lehrerschaft ab, welche digitalen Endgeräte und Tools bereits genutzt werden und was es braucht, um die Digitalisierung an den deutschen Schulen weiter voranzubringen. Im Vergleich zur Umfrage fünf Jahre zuvor sind deutliche Verbesserungen zu verzeichnen.

Die Umfrage zeichnet in der Tat ein positives Bild, was die Beschaffung betrifft. Nahezu 100 Prozent der Befragten haben Beamer im Einsatz. Und bei 89 beziehungsweise 85 Prozent sind auch Notebooks und stationäre Rechner in den Schulen angekommen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Dabei verfügen 61 Prozent über Einzel-Notebooks, 33 Prozent über ganze Klassensätze und immerhin fünf Prozent über Notebooks in allen Unterrichtsräumen – „sensationell“, wie Rohleder befindet.

Drohnen, Roboter und VR

Und nicht nur das. 16 Prozent der Befragten haben bereits VR-Brillen, zehn Prozent 3D-Drucker, sieben Prozent Roboter und drei Prozent Drohnen an den Schulen. Laut Rohleder ein „schöner Befund“, der zeige, dass nicht nur die Standards im Einsatz seien.

Hier dürften die Smart Schools Vorreiter sein. Das Netzwerk aus mittlerweile 127 Schulen experimentiert mit Drohnen und anderen digitalen Tools, um zu zeigen, wie Schulen digitale Lösungen sinnvoll einsetzen können. Dazu gehören neben den Geräten und der Infrastruktur auch entsprechende Unterrichtskonzepte und die Qualifizierung der Lehrer. Die Initiative des Bitkom soll keine Einbahnstrraße sein. Rohleder: „Die Smart Schools haben ihre Fehler gemacht und ihre Lektionen gelernt. Sie sind bereit, ihre Best Practices mit anderen Schulen zu teilen, die erst am Anfang ihrer digitalen Reise stehen.“

Dabei werden auch an den normalen Schulen digitale Geräte teils erstaunlich oft eingesetzt. Ganz vorne dabei: Smartboards. Diese nutzen 23 Prozent der Befragten „immer“, und weitere 39 Prozent immerhin „häufig“. Auch Notebooks, Tablets und Beamer sind mit rund 22 Prozent „immer“ im Einsatz.

Hürden und Herausforderungen

Die Ergebnisse der Bitkom-Umfrage waren allerdings keine reine Lobhudelei. Gefragt wurde auch nach den aktuell dringlichsten Problemen. In den Top 3:

  • überlastete Lehrkräfte (74 Prozent),
  • Lehrkräftemangel (73 Prozent),
  • überfüllte Klassen (61 Prozent).

Doch auch die Digitalthemen finden sich hier wieder:

  • Fehlende Digitalisierungsstrategie (49 Prozent),
  • schlechtes WLAN (48 Prozent),
  • schlechte technische Ausstattung (43 Prozent),
  • zu geringer Einsatz digitaler Geräte und Bildungsmedien (31 Prozent).

Ein weiteres großes Thema ist die Finanzierung, und hier kommt der Digitalpakt ins Spiel. Die Anschlussfinanzierung der milliardenschweren Bund-Länder-Vereinbarung ist noch offen, wird aber dringend gebraucht. 90 Prozent der befragten Lehrkräfte fordern, dass der Digitalpakt 2.0 „so schnell wie möglich“ kommt. Die Mehrheit sagt auch: „Ohne den Digitalpakt 2.0 werden die digitalen Geräte an unserer Schule zur Investitionsruine.“

Kommt der Nachfolger des Digitalpakts, soll er nach Meinung der Lehrerinnen und Lehrer auch Gelder für Lizenzen, Lernmaterialien und Fortbildungen enthalten. Ein Rundumpaket also für mehr Planungssicherheit und eine fundierte Digitalisierung an deutschen Schulen.

(ID:50196902)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung