Digitale Verwaltung als Wachstumshebel Effizienz, Bürgernähe und Zukunftsfähigkeit vereinen

Ein Gastbeitrag von Martin Suter 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Angesichts der anhaltenden Wachstumsschwäche erkennen Ökonomen der führenden Wirtschaftsinstitute Deutschlands im „Herbst der Reformen“ kaum Fortschritte, die die strukturellen Schwächen der deutschen Wirtschaft wirksam adressieren. Nun legen sie selbst einen 12-Punkte-Plan vor und fordern darin unter anderem, die Effizienz der öffentlichen Verwaltung durch konsequente Digitalisierung zu erhöhen.

Der vielbesungene „Herbst der Reformen“ soll dem Standort Deutschland zu neuem Glanz verhelfen.(Serhii - stock.adobe.com)
Der vielbesungene „Herbst der Reformen“ soll dem Standort Deutschland zu neuem Glanz verhelfen.
(Serhii - stock.adobe.com)

Die Forderung nach einer effizienteren Verwaltung ist nicht neu; neu ist jedoch die technologische Reife, mit der sie sich heute umsetzen lässt. Moderne, cloudbasierte Systeme, modulare Prozesslösungen und intelligente Kommunikationsplattformen schaffen die Grundlage für eine Verwaltung, die nicht nur schneller, sondern auch bürgernäher agiert. Digitalisierung ist damit ein Hebel, um Vertrauen, Effizienz und Zukunftsfähigkeit im öffentlichen Sektor zu stärken.

Effizienz als Reformziel

Die öffentliche Verwaltung steht unter wachsendem Druck: Sie soll effizienter arbeiten, Kosten senken und gleichzeitig einen Service bieten, der den Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger gerecht wird. Digitale Lösungen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie ermöglichen es, Prozesse zu automatisieren, Schnittstellen zu vereinheitlichen und Medienbrüche zu beseitigen – alles zentrale Voraussetzungen für eine moderne, leistungsfähige Verwaltung.

Ein großes Potenzial liegt in der Digitalisierung von Kommunikations- und Formularprozessen. Anträge, Genehmigungen oder Zulassungen können vollständig online bearbeitet werden, über verschiedene Endgeräte und Kommunikationskanäle hinweg. Automatisierte Workflows reduzieren manuelle Zwischenschritte, verkürzen Bearbeitungszeiten und entlasten Mitarbeitende von Routinetätigkeiten. Der Effekt ist messbar: höhere Geschwindigkeit, geringere Fehlerquoten und ein Service, der sich stärker an den Bedürfnissen der Bürger orientiert.

Ein durchgängiges digitales Erlebnis

Eine weitere Effizienzquelle liegt in der intelligenten Vernetzung von Systemen. Digitale Formulare lassen sich an bestehende Fachverfahren oder ergänzende Anwendungen wie elektronische Signaturdienste anbinden. Bürgerinnen und Bürger erleben so einen durchgängigen, digitalen Prozess, von der Antragstellung bis zur Statusmitteilung.

Diese Interoperabilität erhöht nicht nur die Servicequalität, sondern auch die Datenqualität. Informationen werden konsistent, rechtssicher und in Echtzeit übermittelt. Damit werden Nachfragen und Korrekturen reduziert, was Ressourcen spart und Vertrauen schafft. Die Verwaltung bewegt sich damit in Richtung eines serviceorientierten, datenbasierten Ökosystems, in dem Geschwindigkeit und Genauigkeit Hand in Hand gehen.

Digitale Selbstständigkeit und weniger IT-Abhängigkeit

Ein häufig unterschätzter Aspekt der Verwaltungsmodernisierung ist die Entlastung der IT-Abteilungen. Dank benutzerfreundlicher Low-Code- oder No-Code-Tools können Fachabteilungen digitale Formulare oder Kommunikationsprozesse eigenständig anpassen, ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse. Das beschleunigt Umsetzungszeiten und macht die Verwaltung insgesamt agiler. Für die IT bedeutet das zudem: mehr Kapazität für strategische Digitalisierungsprojekte und weniger operative Routine. Für die Organisation insgesamt entsteht ein kultureller Wandel: Weg von starren Zuständigkeiten hin zu einer dynamischeren, eigenverantwortlicheren Arbeitsweise.

Kosteneffizienz, Konsistenz und Compliance

Auch ökonomisch zahlt sich die Digitalisierung aus. Papier- und Portokosten entfallen, manuelle Dateneingaben werden reduziert und durch die Konsolidierung zahlreicher Einzelformulare entstehen zentrale, effizient verwaltbare digitale Prozesse. Änderungen bei gesetzlichen Vorgaben, Formulierungen oder Logos können zentral eingepflegt und automatisch in allen relevanten Dokumenten aktualisiert werden.

Zudem wird die Einhaltung rechtlicher und regulatorischer Anforderungen erleichtert. Standardisierte Textbausteine und geprüfte Regelwerke stellen sicher, dass alle Kommunikationen konsistent, korrekt und aktuell bleiben, unabhängig vom Kommunikationskanal. So lässt sich nicht nur Effizienz steigern, sondern auch Rechtssicherheit gewährleisten.

(ID:50589100)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung