Souveräne Datenräume Eclipse Foundation reicht offene Protokolle bei ISO/IEC ein

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die Eclipse Foundation reicht zwei zentrale Protokollspezifikationen für offene, interoperable und souveräne Datenräume zur internationalen ISO/IEC-Standardisierung ein. Sie sollen den interoperablen Datenaustausch erleichtern und dezentrale Vertrauensmechanismen etablieren.

Die Eclipse Foundation hat zwei Protokoll-Spezifikationen für offene, interoperable und souveräne Datenräume zur internationalen Standardisierung eingereicht.(Bild: ©  sdecoret - stock.adobe.com)
Die Eclipse Foundation hat zwei Protokoll-Spezifikationen für offene, interoperable und souveräne Datenräume zur internationalen Standardisierung eingereicht.
(Bild: © sdecoret - stock.adobe.com)

Datenräume entwickeln sich zunehmend zum Eckpfeiler digitaler Souveränität. Sie ermöglichen es öffentlichen sowie privatwirtschaftlichen Organisationen, Daten sicher auszutauschen und dabei die Kontrolle über diese zu behalten. Dies ist entscheidend für den Schutz der Privatsphäre, die Förderung fairen Wettbewerbs und die Wahrung nationaler wie regionaler Autonomie. Die Eclipse Foundation hat nun gemeinsam mit der Eclipse Dataspace Working Group (EDWG) zwei Protokollspezifikationen veröffentlicht, die im Rahmen des ISO/IEC-JTC1-Verfahrens für „Publicly Available Specifications“ (PAS) zur internationalen Standardisierung eingereicht werden.

Mike Milinkovich, Managing Director der Eclipse Foundation, betont die Bedeutung dieser Initiative: „Open Source steht im Zentrum digitaler Souveränität. Wenn offene Standards auf Community-getriebene Innovation treffen, behalten Organisationen die Kontrolle über ihre Daten und ihre Infrastruktur.“ Die neuen Protokolle und ihr Weg zur internationalen Standardisierung seien ein gutes Beispiel dafür, wie offene Zusammenarbeit das Vertrauen und die Interoperabilität in der globalen Datenökonomie stärke.

Die beiden neuen Protokolle bilden laut Eclipse Foundation „die Grundlage eines offenen Protokoll-Stacks, der Interoperabilität zwischen souveränen Datenräumen ermöglicht und den erfolgreichen Datenaustausch sicherstellt“:

  • Das Eclipse Dataspace Protocol definiert den interoperablen Datenaustausch zwischen verschiedenen Akteuren auf Basis moderner Webtechnologien. Es regelt den Austausch durch Nutzungskontrolle und dient als Basisschicht für die technische Interoperabilität zwischen Datenraum-Katalogen, Verträgen und Datenebenen.
  • Das Eclipse Dataspace Decentralised Claims Protocol ergänzt diese Grundlage als Overlay-Protokoll für die Vertrauens- und Berechtigungsprüfung. Es sieht verschiedene Aussteller von Berechtigungsnachweisen vor und macht eine Überprüfung durch Dritte überflüssig.

Javier Valiño, Program Manager für Dataspaces bei der Eclipse Foundation, erklärt: „Die Fortschritte der Eclipse Dataspace Working Group zeigen: Offene Zusammenarbeit bringt Technologien hervor, die sowohl praxisnah als auch global relevant sind.“ Dies unterstütze Organisationen weltweit beim Aufbau vertrauenswürdiger Datenräume und treibe einen sicheren, souveränen Datenaustausch über Branchen- und Ländergrenzen hinweg voran. Die EDWG arbeitet parallel an zusätzlichen Spezifikationen für vertrauensvolle Datenraum-Frameworks, die diese Funktionen im Jahr 2026 erweitern sollen.

Hintergrund

Die Eclipse Foundation engagiert sich im technischen Komitee ISO/IEC JTC1 SC38 zu „Cloud Computing and Distributed Platforms“. In der Arbeitsgruppe WG6 („Data, interoperability and portability“) fließen die Aktivitäten der EDWG in Standardisierungsprojekte ein, darunter der Entwurf der Norm ISO/IEC 20151 („Dataspace concepts and characteristics“). Diese Norm beschreibt einen erweiterten Protokoll-Stack für interoperable Datenräume und bettet die EDWG-Protokolle ein. Darüber hinaus fungiert die Eclipse Foundation als Verbindungspartner zu CEN/CENELEC JTC25 („Data management, Dataspaces, Cloud and Edge“) und unterstützt die Europäische Kommission bei der Etablierung harmonisierter Standards zur Umsetzung des EU Data Act und verwandter digitaler Richtlinien.

(ID:50648539)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung