Kommentar zum Weltfrauentag Die Öffentliche Verwaltung ist weiblich

Von Johannes Kapfer 1 min Lesedauer

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Anlässlich des heutigen Weltfrauentages haben wir die Statistiken bemüht und festgestellt, dass der Public Sector vorwiegend weiblich besetzt ist. Im Verlauf der letzten 25 Jahre ist die Frauenquote innerhalb der Öffentlichen Verwaltung so stark wie in kaum einer anderen Branche gestiegen.

Entgegen der öffentlichen Meinung ist der Public Sector vorwiegend weiblich besetzt.(©  Jacob Lund – stock.adobe.com)
Entgegen der öffentlichen Meinung ist der Public Sector vorwiegend weiblich besetzt.
(© Jacob Lund – stock.adobe.com)

Der Public Sector ist mit großem Abstand Deutschlands größter und finanzstärkster Arbeitgeber. Über fünf Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind hier beschäftigt. Knapp zwei Millionen von ihnen sind verbeamtet.

Die Auswertung einer Studie des Statistischen Bundesamtes hat ergeben, dass 2022 58 Prozent der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst weiblich waren. Im Vergleich zu 1998 entspricht das einem Anstieg der Frauenquote um 16 Prozent. Kein anderer Wirtschaftszweig kann mit derartigen Zahlen aufwarten. Auch in den Führungsebenen der höchsten Bundesbehörden sind knapp 55 Prozent Frauen vertreten. Im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sind sogar 72 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt.

Trotz dieses positiven Trends gehört zur Wahrheit allerdings auch, dass mehr als eine halbe Million Arbeitskräfte im Public Sector fehlen. Das legt zumindest der aktuelle dbb Monitor öffentlicher Dienst nahe. Bis 2030 werdem zudem etwa 730.000 Beschäftigte in den Ruhestand treten. Dies wird mittelfristig für noch dünnere Personaldecken sorgen und die Öffentliche Verwaltung noch ein Stück weit unnahbarer gestalten.

Bereits jetzt ist das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Staats auf einen historischen Tiefwert gesunken. Lediglich 27 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger sind demnach der Meinung, dass die staatlichen Organe ihre Aufgabenbereiche allumfassend erfüllen können.

Den heutigen Weltfrauentag kann man also – aus Sicht der Öffentlichen Verwaltung – als Erfolgsmeldung und als Weckruf gleichermaßen interpretieren. Der Public Sector benötigt junge, frische und vorzugsweise weibliche Talente, um dem demographischen Wandel entgegenzutreten und die Außenwirkung der Öffentlichen Verwaltung, die landläufig – und fälschlicherweise – als Domäne alter weißer Männer gilt, nachhaltig zu stärken.

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