Öffentliche Verwaltung Die Cloud erobert den öffentlichen Sektor

Ein Gastbeitrag von Michele Cito 3 min Lesedauer

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Lange waren Behörden und öffentliche Einrichtungen in Europa eher zurückhaltend, was Cloud-Services anging. Doch das ändert sich. Zu groß sind schlicht die Vorteile der Cloud. Die Einführung ist allerdings auch mit einigen Herausforderungen verbunden.

Cloud-basierte Dienste erfahren in der Öffentlichen Verwaltung immer mehr Zuspruch(©  metamorworks - stock.adobe.com)
Cloud-basierte Dienste erfahren in der Öffentlichen Verwaltung immer mehr Zuspruch
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Cloud Computing hat die Welt in den vergangenen zehn Jahren revolutioniert. Plötzlich konnten Unternehmen viele Teile ihrer IT einfach auslagern und Betriebskosten senken, effizienter werden sowie flexibler auf neue Anforderungen reagieren. Während die Privatwirtschaft recht schnell Cloud-basierte Lösungen eingeführt hat, war der öffentliche Sektor zögerlicher. Das ändert sich allerdings langsam, denn mehr und mehr Regierungsbehörden und öffentliche Einrichtungen in den EMEA-Staaten nutzen Cloud-Services, um Innovation voranzutreiben, Abläufe zu verschlanken und Kosteneinsparungen zu erzielen.

Klassische On-premises-IT-Systeme sind teuer in der Anschaffung, Installation und Wartung und erfordern umfangreiche personelle Ressourcen für einen effektiven Betrieb. Managed Cloud Services hingegen machen große Investitionen in die IT-Infrastruktur überflüssig und reduzieren die Betriebskosten durch eine nutzungsbasierte Abrechnung. Laut einer Umfrage, die 2020 von der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) durchgeführt wurde, sind Kosteneinsparungen der wichtigste Treiber für die Einführung von Cloud-Services im öffentlichen Sektor.

Viele Behörden und öffentliche Einrichtungen streben daher in die Cloud. Je nachdem, wie sensibel die Daten und Services sind, müssen sie jedoch differenzierte Ansätze mit Public Clouds und souveränen, von öffentlichen Organisationen verwalteten Clouds umsetzen.

Cloud-Services stellen unterschiedlichste Ressourcen wie Anwendungen, Storage und Rechenkraft bereit, die sich bei Bedarf via Internet beziehen lassen. Statt physische Server und andere IT-Infrastruktur zu besitzen und zu pflegen, teilen sich die Nutzer einen Ressourcen-Pool, der von einem Cloud-Anbieter gewartet und verwaltet wird. Dadurch bieten Cloud-Services verschiedene Vorteile wie Skalierbarkeit, Flexibilität, Kosteneffizienz und Benutzerfreundlichkeit, weshalb ihre Beliebtheit bei Unternehmen, im öffentlichen Sektor und bei Privatnutzern wächst.

Mehr Agilität und schnellere Reaktionen

Managed Cloud Services helfen Einrichtungen des öffentlichen Sektors, ihre Agilität und Reaktionsfähigkeit zu steigern. Da die Services hochverfügbar sind, perfekt skalieren und größte Flexibilität bieten, können die Einrichtungen sich schnell auf veränderte Geschäftsanforderungen einstellen, ohne sich mit den Beschränkungen traditioneller IT-Infrastruktur abmühen zu müssen. Während der Corona-Pandemie beispielsweise haben viele von ihnen Möglichkeiten für Remote Work geschaffen, was ohne Cloud-basierte Anwendungen nahezu unmöglich gewesen wäre.

Weitere Vorteile der Cloud sind Datensicherheit und Compliance. Die Cloud-Anbieter investieren viel in Cybersicherheit und den Schutz von Daten, sodass sich die Nutzer auf leistungsstarke Sicherheitsmaßnahmen und zuverlässige Backup-Lösungen verlassen können. Darüber hinaus können Cloud-Services auch bei der Einhaltung von Datenschutz- und anderen regulatorischen Anforderungen wie der DSGVO helfen, die strenge Vorgaben zum Schutz der Privatsphäre und Daten von EU-Bürgern macht.

Trotz der vielen Vorteile der Cloud, steht der öffentliche Sektor in EMEA vor einigen Herausforderungen bei seiner Cloud-Transformation. Eines der größten Hindernisse bei der Einführung neuer Services ist das komplexe regulatorische Umfeld mit teilweise unterschiedlichen Anforderungen und Vorgaben von Land zu Land. Darüber hinaus gibt es häufig auch Widerstände seitens des IT-Personals, das neue Technologien und Prozesse nur zögerlich annimmt. Diese Herausforderung lässt sich allerdings durch Investitionen in Trainings und Entwicklungsprogramme überwinden.

Da sich Unternehmen und Behörden bei der Speicherung und Verarbeitung von Daten zunehmend auf die Cloud verlassen, wächst bei ihnen die Sorge um ihre digitale Souveränität. Grund dafür ist, dass Cloud-Anbieter Zugriff auf sensible Daten haben und häufig in anderen Ländern beheimatet sind, wo sie anderen Gesetzen und Vorschriften unterliegen. Gebraucht werden daher Richtlinien und regulatorische Vorgaben, die die digitale Souveränität fördern, indem sie etwa eine lokale Datenspeicherung vorschreiben oder die Entwicklung inländischer Cloud-Services vorantreiben, ohne aber internationale Datenflüsse übermäßig einzuschränken.

Letztlich nimmt die Einführung von Cloud Computing im öffentlichen Sektor innerhalb der EU an Fahrt auf – getrieben vom Wunsch nach Kosteneinsparungen, mehr Agilität und einem besseren Schutz von Daten. Zwar gibt es noch einige Herausforderungen zu meistern, dennoch können Behörden und öffentliche Einrichtungen, die den Einsatz von Cloud-Technologien proaktiv vorantreiben, erhebliche Verbesserungen ihrer betrieblichen Effizienz, Kosten und IT-Sicherheit erreichen. Mit den richtigen Cloud-Strategien und Investitionen kann der öffentliche Sektor den Bürgerinnen und Bürgern genau die Dienstleistungen schnell und kosteneffizient anbieten, die in einer von Veränderungen geprägten Welt gebraucht werden.

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Michele Cito
ist Director Partner Sales Regional bei Red Hat

Bildquelle: Red Hat

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