Keep it PLAIN and simple

DevOps-Plattform für die Bundesverwaltung

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Praktische Anwendungen zeigen den Mehrwert von PLAIN

Titelbild der eGovernment-Ausgabe 02/2026
(Bildquelle: VIT)

eGovernment-Ausgabe 02/2026

Dieser Beitrag stammt aus der eGovernment 02/2026, die Sie über unser Ausgabenarchiv herunterladen können.

Wie sich dieser Community-Ansatz in der Praxis auszahlt, zeigt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Das Ressort demonstrierte im Rahmen des Bootcamps eine selbstentwickelte Anwendung für die Finanzplanung in der landwirtschaftlichen Förderung. Wo früher über 400.000 Excel-Zellen manuell gepflegt wurden, automatisiert nun eine PLAIN-Anwendung die Berechnungen. „Wir sind froh, dass es PLAIN gibt – eine echte souveräne Cloud für den Bund, die wir von Beginn an im Einsatz haben. Klarer Vorteil ist die Möglichkeit der ressortübergreifenden Zusammenarbeit, die wir mit PLAIN realisieren“, erklären die Verantwortlichen aus dem Ministerium.

Fabio Schmidt-Fischbach, Leiter des Datenlabors im BMLEH, berichtet von konkreten Einsparungen durch die Automatisierung von Berechnungen, die rund vier Monate Arbeit im Jahr einsparen. Die Einsatzszenarien von PLAIN reichen jedoch weit über die Finanzplanung hinaus: von der Pandemieerfassung über die Klimafolgenplanung bis zur Kritikalitätsanalyse von Lieferketten.

Open Source als Grundprinzip

Die Souveränität der Plattform manifestiert sich besonders in der konsequenten Nutzung von Open-Source-Komponenten. Ein prominentes Beispiel ist die Integration von F13, einer KI-Assistenz aus Baden-Württemberg. Die Anwendung steht seit Juli 2025 als Open-Source-Projekt zur Verfügung. Raphael Leuner vom Datenlabor des Auswärtigen Amts erklärt: „Wir freuen uns, F13 im Auswärtigen Amt testen zu können – eine souveräne und flexible KI-Lösung, die uns dabei hilft, unsere Arbeit effizienter und zukunftsgewandt zu gestalten.“

Der Open-Source-Gedanke zieht sich durch die gesamte Plattform. Sebastián Ramírez Montaño, Entwickler des weltweit meistgenutzten Python-Frameworks FastAPI, war beim PLAIN-Bootcamp zu Gast. Der Austausch verdeutlichte die Bedeutung von Open Source für moderne Verwaltungs-IT. APIs bilden die Grundlage für Microservices und ermöglichen die Kooperation auf Cloud-Plattformen. Dieser offene Ansatz macht PLAIN nicht nur technologisch unabhängig, sondern auch attraktiv für Fachkräfte.

„Wir konnten sehr kompetente Kolleginnen und Kollegen gewinnen, die ausdrücklich gesagt haben, dass sie wegen des modernen Stacks gekommen sind“, berichtet Schmidt-Fischbach. PLAIN wirkt als Magnet für Fachkräfte – ein nicht zu unterschätzender Vorteil in Zeiten des IT-Fachkräftemangels. Thomas Stroedter, CIO des Auswärtigen Amts, pflegt den direkten Dialog mit der Community. Die Nutzenden schätzen diese Offenheit: „Ambitionierte Ziele bringen auch mal Wachstumsschmerzen mit sich. Das verstehen wir und sind bereit, uns einzubringen, mitzugestalten und PLAIN so stetig besser zu machen“, so das Feedback aus dem Nutzerkreis. Diese Bereitschaft zur gemeinsamen Weiterentwicklung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Plattform.

Zusammenarbeit nach dem EfA-Prinzip

Das „Einer-für-Alle“-Prinzip prägt PLAIN von Anfang an und verbindet die technische mit der organisatorischen Ebene. Ressorts können ihre Anwendungen anderen zur Verfügung stellen und umgekehrt nachnutzen. Die Souveränität der einzelnen Projekte bleibt dabei gewahrt – jedes Ressort arbeitet in seiner eigenen sicheren Umgebung, kann aber bei Bedarf Anwendungen, Code und Wissen teilen. Ein Pool vorqualifizierter Dienstleister ergänzt das Ökosystem.

Das PLAIN-Programmbüro im Auswärtigen Amt, unter Leitung von Alexandra Haberstroh, koordiniert die Schnittstellen zwischen den Partnern. Die Integration in den Marktplatz der KI-Möglichkeiten des Bundesministeriums des Innern schafft zusätzliche Transparenz über die Bundesverwaltung hinaus. Als zentrales KI-Transparenzregister der Bundesverwaltung fördert der Marktplatz die Nachnutzung und Sichtbarkeit von KI-Systemen – und trägt so zur Vernetzung der verschiedenen Initiativen bei.

Ausblick: Von der Plattform zum Ökosystem

PLAIN steht exemplarisch für einen Paradigmenwechsel in der Bundesverwaltung. Die Plattform verbindet technische Innovation mit dem Anspruch digitaler Souveränität. Der DevOps-Ansatz ermöglicht eine nutzerorientierte Weiterentwicklung. Die Best-Practice-Community fördert den Wissensaustausch zwischen den Ressorts.

Die Herausforderungen bleiben dennoch komplex. Die Migration bestehender Anwendungen erfordert Ressourcen und Expertise. „Ein Kollege hat sich fast ein halbes Jahr lang fast ausschließlich damit beschäftigt, die Plattform für uns zu konfigurieren und alte Anwendungen auf PLAIN 2.0 zu migrieren“, berichtet Schmidt-Fischbach. Doch die Investition zahlt sich aus: Prozesse laufen stabil, Self-Service-Funktionalitäten etablieren sich, und die Community wächst stetig.

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Mit PLAIN verfügt die Bundesverwaltung über eine leistungsfähige Infrastruktur für die datengetriebene Transformation. Die Plattform ermöglicht evidenzbasierte Entscheidungen und fördert die ressortübergreifende Zusammenarbeit. Der konsequente Fokus auf Open Source und Community-Entwicklung weist den Weg in eine digital souveräne Zukunft der Verwaltung – ganz nach dem Motto: Keep it PLAIN and simple.

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