Best Practice: Kreis Bernkastel-Wittlich

Der Katastrophe stets voraus

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Schnelle Interimslösung als Testumgebung

Nach einer derartigen Katastrophe wird zurückgeblickt: Was hätte anders laufen müssen? Wie stellt man sich für die Zukunft auf? Teusch war vier Wochen lang im Ahrtal im Einsatz, um zu helfen und auch um wichtige Erfahrungen zu sammeln. Danach sortierte sich die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich komplett neu. Interimsmäßig wurde ein Gebäude angemietet und 16 feste Arbeitsplätze für den Katastrophenfall eingerichtet. Teusch trat mit Jürgen Könen, IT-Administrator der Behörde in Kontakt. „Wir haben zusammen mit unserem Betreuer NTA unseren Bauchladen an IT-seitigen Möglichkeiten angeschaut, um die Kommunikation für den Ernstfall zu optimieren. Und da kam unsere Telefonie-Software XPhone ins Spiel“, erzählt Könen. Die Unified-Communications-Lösung vereint die Kommunikationsdienste in einer einheitlichen Anwendungsumgebung. Neben der Telefonie werden dadurch auch auch das Enterprise Resource Planing (ERP), das Customer Relation Management (CRM) und E-Mail in die IT-Infrastruktur eingebunden. Bestmögliche Vernetzung für bestmögliches Handeln – so lautet der Anspruch der Behörde für die Zukunft.

„In der Telefonie nutzen wir XPhone, um wichtige Zeit zu sparen: keine Rufnummern abtippen, Telefonverzeichnisse hinterlegen, relevante Daten zur Verfügung haben.“ Dank des Softphones konnte Könen jedem Stabsmitarbeiter, unabhängig von dessen Arbeitsplatz, eine eigene Nummer zuordnen. Außerdem legten Könen und Teusch Wert auf eine intuitive Telefonie-Software, mit der die Kollegen direkt umgehen können ohne vorherige Schulung. Gerade im Katastrophenschutz sei die einfache Bedienung entscheidend. „Wir brauchen ein Tool, das anspruchslos die Leistung erfüllt und in der Katastrophe nicht selbst eine Katastrophe ist. Intuitiv sei die Software auch hinsichtlich der Administration, welche überwiegend von der IT-Abteilung der Behörde vorgenommen werden kann. Nur bei speziellen Themen ist die Unterstützung des Herstellers notwendig.

Kommunikation im Katastrophenschutzzentrum

Mittlerweile ist die Kreisverwaltung in der Planungsphase für ein neues Gebäude. Dort soll eine Unify-Telefonanlage eingerichtet werden. Die Interimslösung dient derweil als Testfeld. „Wir üben alle 14 Tage und setzen Handlungsabläufe unter Last“, sagt Teusch. 999 Rufnummern sind für das Katastrophenschutzzentrum reserviert. Die Server werden im Falle eines Stromausfalls über ein Notstromaggregat versorgt. Damit wird der ausfallsichere Betrieb der internen Kommunikation sichergestellt.

Für die Kommunikation von außen wird je nach Bedarf eine zentrale Notfall-Rufnummer installiert. Jürgen Könen bildet diese über das integrierte Hotline-Management-Tool ab. „Es ist sehr wertvoll, dass die Hotline ohne größeren Aufwand ad hoc scharf geschaltet werden kann.“ Auch möchte Könen die Hotline über eine API-Schnittstelle zukünftig mit dem Ticketsystem verbinden, welches für jeden Anrufer ein Ticket aufmacht. Vorteil: Der Anrufer gibt bereits wichtige Informationen an, um noch schneller ins Gespräch einzusteigen.

In Schadenslagen ist Jörg Teusch viel unterwegs und weiß um die Vorzüge seiner Softwareumgebung: „Bei einem Einsatz muss ich nicht daran denken, das Diensttelefon umzustellen und habe zudem sämtliche Kontakte datenschutzkonform dabei. So kann ich jederzeit agieren.“

Und agieren ist das, was für Teusch an oberster Stelle steht. „Wir brauchen für die Zukunft tragfähige Strukturen. Und die Kommunikationswege müssen klar sein.“ Nur so könne man weitestgehend vermeiden, dass man am Ende in die Zuschauerrolle gedrängt wird, in der man machtlos zusieht, wie einem die eigene Heimat entgleitet; sondern zielgerichtet mit Maßnahmen aufwarten, um einer Katastrophe zuvorzukommen.

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