Gründung bis 2025

Das Dateninstitut „lebt, bevor es gegründet wurde“

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Der zweite Anwendungsfall beschäftigt sich mit den Verbrauchsnachweisen für Ladevorgänge. Hier werden dann zusätzlich die Ladesäulenbetreiber in das Netzwerk eingebunden. „Der Use Case zahlt darauf ein, das Vertrauen und die Nachvollziehbarkeit bei den Endkunden und Endkundinnen sowie Unternehmen zu stärken“, so Babilon. Die Idee sei es, Autos unkompliziert und transparent laden zu können und darzustellen, wie teuer eine Tankladung sein wird beziehungsweise wie grün der Strom an der jeweiligen Ladensäule sei oder welche Eigenschaften er habe. „Die energiewirtschaftlichen Prozesse, die hinter der Belieferung eines Ladepunktes mit Strom steckt, der eine bestimmte, beispielsweise grüne, Eigenschaft haben soll, sind durchaus kompliziert. Wir sind der Ansicht, dass es sich lohnt, sich mal ganz genau anzuschauen, was dafür in der Prozesskette passieren muss. Da können wir sicher viel draus lernen. Und nicht zuletzt liefern diese Daten auch Erkenntnisse zur Planung und Nutzung der Infrastruktur und unterstützen so die Transformation insgesamt.“

Die Ausschreibung für das Testfeld soll in etwa drei bis vier Wochen starten. Im Zuge dessen soll der Markt gebeten werden, „Konsortien zusammenzuziehen, die sich dann auf den Aufbau dieses Testfeldes bewerben“, erklärte Philipp Richard, Deutsche Energie-Agentur. Dabei gehe es darum, Hardware sehr prozessorientiert anzubinden. Im Fokus stünden Softwareinstallationen und Datenökosysteme, die entwickelt würden, um technische Herausforderungen zu identifizieren. „Damit es aber nicht nur bei den technischen Herausforderungen bleibt, stellen wir daneben eine Konsultationsumgebung. Das bedeutet, wir werden verschiedene Instrumente anbieten, die dazu beitragen, dass das Wissen, was in dem Testfeld aufgenommen wird, noch durch alle anderen Akteure, die durch diesen Auftrag als Konsortium das Testfeld aufbauen und betreiben, ergänzt wird.“ Ihm zufolge würden daher regelmäßig Austauschformate mit den Stakeholdern angeboten, sämtliche Informationen gut aufbereitet zur Verfügung bereitgestellt und Umfragen gemacht. Anschließend werde alles zusammengetragen und danach priorisiert, was in der Branche gelöst werden kann, was an das Dateninstitut weitergegeben werden muss und wozu es Lösungen aus anderen Branchen braucht.

Modul 3: Die Gründung

Formal gegründet ist das Dateninstitut, wie bereits angedeutet, noch nicht, denn bei der Gründung sollen bereits die Erfahrungen aus den Anwendungsfällen miteinfließen. „Das stellen wir durch ein zusätzliches Element sicher; die sogenannten Transfermanager“, so Christmann. Diese sollen zeitnah bestimmt werden und anschließend die Use Cases begleiten – ihre Aufgabe: bei der Gründung des Institutes die Erfahrungen aus diesen mit einzubringen. Es gehe dabei darum, die einzelnen, bereits bestehenden Aktivitäten in den Sektoren zu identifizieren, zusammenzubringen und zu eruieren, welche benötigt werden, um die genannten Probleme anzugehen. „Die Herausforderung bei vielen Sektor-übergreifenden Fragen ist, dass es oft bereits Aktivität gibt, hier ein Projekt, da ein Datensilo, aber diese nicht zusammenfinden. Genau das ist die Kernaufgabe des Dateninstituts: aus den verschiedenen Initiativen ein Netzwerk zu machen, dass sich um das Dateninstitut herum bündelt.“

Als Vergabefahren für die Gründung wurde der sogenannte Wettbewerbliche Dialog gewählt. „Zentral in diesem Verfahren ist, dass es mehrere Phasen gibt“, erklärte Christmann. Zunächst eine Ausschreibung, auf die sich Teams bewerben können; davon würden schließlich fünf ausgewählt, mit denen in die Wettbewerbliche Dialog-Phase gegangen wird. In voraussichtlich drei Dialogphasen werden anschließend drei Teams ausgewählt, die dann mit dem Input aus dem Dialog über die Konzeptideen und die verschiedenen Ausrichtungen finale Vorschläge machen können, aus denen dann ein Gewinner ausgewählt wird. Dieses Verfahren, so Christmann, bringe viel Innovationspotenzial mit sich. Die eigentliche Gründung soll dann im ersten Halbjahr 2025 stattfinden. Die Ausschreibung ist dabei auf fünf Jahre ausgelegt, so dass in dieser Zeit das Dateninstitut aufgebaut werden kann.

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