Cloud-Lösungen sind für eine moderne Verwaltung unverzichtbar. Unser Autor Dr. Alfred Kranstedt, Chef des Bundes-IT-Dienstleisters ITZBund, plädiert für einen rationalen Umgang mit der Technologie und eine kühle Risikoabwägung.
Die Cloud ist ein Baustein der digitalen Souveränität – auch für Öffentliche Verwaltungen
Die Corona-Pandemie hat uns die Bedeutung der digitalen Transformation deutlich vor Augen geführt. Digitale Technologien nehmen heute in der Gesellschaft eine zentrale Rolle ein. Unser beruflicher und privater Alltag ist inzwischen zum Großteil von einer reibungslos funktionierenden, vernetzten, sicheren und verfügbaren Infrastruktur abhängig. Sei es, um Handel zu betreiben, unsere Arbeit zu erledigen, in Zeiten der Pandemie Infektionsketten nachzuverfolgen oder zu jeder Zeit an jedem Ort erreichbar zu sein.
Die technologische Entwicklung der vergangenen Jahre ist von einem Mobilitätstrend geprägt und Innovationen basieren immer mehr auf einer intensiven Nutzung von Daten und Datenströmen. Eine Grundlage der Mobilität ist die umfassende Verlagerung von Diensten und Daten in die Cloud und damit an einen Ort, an dem diese Daten und Dienste jederzeit flexibel verfügbar sind. Der Staat übernimmt in diesem Zusammenhang eine verantwortungsvolle Aufgabe. Er bürgt dafür, dass die durch ihn erhobenen Daten der Bürgerinnen und Bürger dauerhaft und uneingeschränkt geschützt sind. Sie, die Bürgerinnen und Bürger, sind eine der wichtigsten Zielgruppen der neuen nutzerfreundlichen Technologien der Bundesverwaltung.
Motor der Verwaltung
Um die wachsenden Datenströme im Smartphone, Smarthome und SmartXXX-Zeitalter zu bewältigen, braucht es immense Rechenleistung und Speicherplatz. Die notwendige Skalierung der Ressourcen wird heute üblicherweise über Cloud Computing abgebildet. Moderne Cloud Technologien bilden heute die Basis für diese leistungsstarke Infrastruktur. Flexibles digitales Arbeiten, mobiler Datenzugriff: Die Cloud bietet hier viele Vorteile und steht für Automatisierung, Standardisierung und Skalierung. Cloud Computing bedeutet schlichtweg Agilität.
Doch eine Abhängigkeit von einzelnen, großen Cloud-Providern schafft zahlreiche VendorLockInns und bringt gegebenenfalls Einschränkungen der digitalen Souveränität mit sich. Um diesen Entwicklungen entgegen zu wirken, wird die digitale Souveränität auch für IT-Dienstleister wie das ITZBund immer wichtiger. Sie müssen in der Lage sein, die Daten- und Technologiehoheit zu behalten und ihre Datenströme zu kontrollieren – auch in der Cloud. Dabei sollte es nicht primär um die komplette Abschottung von Diensten und Daten, sondern um Transparenz und offene Schnittstellen gehen, um eine einseitige technologische Abhängigkeit zu vermeiden.
Der Kern der Cloud-Souveränität lautet daher: Handlungsfreiheit statt nationaler Grenzen. Konkret bedeutet das: Staaten müssen sicherstellen, dass Cloud-Anwendungen für Regierung, Parlament und Behörden dem Einfluss anderer Staaten oder Unternehmen entzogen sind. Sonst können externe Akteure die Entscheidungen eines Staates durch Manipulation von Daten beeinflussen – oder sein Handeln durch Abschaltung einer Cloud ganz lahmlegen. Das ITZBund und alle weiteren öffentlichen IT-Dienstleister müssen den Begriff der „digitalen Souveränität“ daher ausgestalten und wachsenden Ansprüchen gerecht werden. Souveränität ist mehr als nur Datensicherheit. Damit die deutsche Verwaltung und andere europäische Länder im globalen Wettbewerb bestehen können, müssen sie digitale Technologien unabhängig beherrschen und selbstbestimmt einsetzen können. Dafür brauchen sie eine leistungsfähige IT-Infrastruktur sowie geeignetes Personal zur Beherrschung von Schlüsseltechnologien.
Mittlerweile ist auch das Highlander-Prinzip im Sinne von „Es kann nur eine (Cloud) geben“ überholt. Die Vorteile einer Public Cloud und Private Cloud lassen sich vereinen und dadurch digitale Souveränität sichern. Das ITZBund verfolgt insgesamt einen Hybrid- und Multi-Cloudansatz. Entscheidend ist es hierbei nach Schutzwürdigkeit der Daten einen geeigneten technischen und wirtschaftlichen Rahmen zu finden, um die Daten anforderungsgemäß zu verarbeiten. Dies kann ein Ansatz in der private Bundescloud, bis zur Verarbeitung in geeigneten Public Clouds privater vertrauenswürdiger Anbieter sein.
So besteht sicher Konsens, dass anonymisierte Verkehrsdaten einen anderen Schutzcharakter als personenscharfe Gesundheitsdaten haben. Daran müssen sich auch die technischen Modelle der Verarbeitung orientieren. Wir leben in einer globalen Welt und die deutsche Verwaltung muss anerkennen, dass die großen Hyperscaler und IT-Unternehmen ihre Geschäftsmodelle zunehmend in die Cloud verlagern. Um diesen Trend auch im Kontext digitaler Souveränität zu bewerten, steht das ITZBund aktuell mit allen großen IT-Herstellern partnerschaftlich in Kontakt. Ziel ist es tragfähige Lösungsmodelle unter Berücksichtigung der digitalen Souveränität der Bundesrepublik zu finden. Dies wird sicher ein Mix aus hoheitlichen Cloudinstanzen, partnerschaftlichen Betreibermodellen oder Zertifizierung von PublicClouds sein. Die Lösungen werden sicher immer vom UseCase und der Vertrauenswürdigkeit der verarbeiteten Daten abhängen.
Stand: 08.12.2025
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