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Moderationsarten von Online-Foren
Vor diesem Hintergrund teilen die Verfasserinnen Online-Verfahren grundsätzlich in zwei Gruppen auf: Auf der einen Seite stehen Verfahren, die ausschließlich im Netz stattfinden. Auf der anderen Seite finden sich Beteiligungsverfahren, die Offline- und Online-Beteiligung kombinieren, indem sie klassische Präsenzveranstaltungen und deren Face-to-Face-Kommunikation um Möglichkeiten der ePartizipation erweitern. Beispiele für neue Beteiligungsverfahren, die Online und Offline-Elemente integrieren, sei zum Beispiel das BürgerForum, das eine Präsenzveranstaltung mit einer webbasierenden Diskussionsplattform kombiniere.
Dazu die Autorinnen: „Als wesentliche Grundform der ausschließlich im Internet umgesetzten Beteiligung gelten Internet-Foren. Sie sind im Feld der ePartizipation weit verbreitet. In der Regel werden Foren zu speziellen Themen eröffnet, um den Nutzern über einen längeren Zeitraum hinweg die Möglichkeit zu bieten, sich zum jeweiligen Thema zu äußern und zeitversetzt auf die Bemerkungen anderer Teilnehmer zu reagieren. Sie werden teilweise durch Moderatoren betreut, die in der Regel nicht inhaltlich eingreifen, sondern ausschließlich prüfen, ob die Einträge regelkonform sind.“
Und: „Bei der Moderation von Internet-Foren sind grundsätzlich zwei Varianten möglich: Vorab-Moderation (oftmals auch als Prä-Moderation bezeichnet) und Post-Moderation. Bei der Vorab-Moderation werden neue Einträge vor ihrer Veröffentlichung vom Moderator oder von der Moderatorin geprüft und gegebenenfalls gefiltert. So können illegale oder diffamierende Einträge verhindert werden. Der Nachteil dieser Variante besteht in der Verzögerung der Veröffentlichung und dementsprechend der sich anschließenden Diskussion. Bei der Post-Moderation werden die Einträge erst nach ihrer Veröffentlichung geprüft und dann bei Bedarf gelöscht. Internet-Foren stellen jedoch nicht nur eine Ergänzung klassischer Präsenzbeteiligungen dar, sondern können auch der ausschließliche Part einer Beteiligung sein.“
Schon diese knappe Zusammenstellung macht deutlich, dass die Moderation von internetgestützten Beteiligungsverfahren, gerade für kleinere Kommunen alles andere als trivial ist. Und es bleibt nicht nur bei rein organisatorischen Fragestellungen. Hinzu kommen rechtliche und politische Faktoren, die ebenfalls zu berücksichtigen sind, soll die angestoßene Bürgerbeteiligung mehr als ein Strohfeuer sein.
Das wissen auch die Autorinnen und bieten daher für Kommunen und Verwaltungen entsprechende Fortbildungsseminare an.
Übrigens: Eine Charrette ist ein Beteiligungsverfahren, in dem ein Planungsteam unter Einbeziehung von Bürgern, Interessenvertretern, Entscheidungsträgern sowie Fachexperten nach Lösungen für eine städtebauliche Aufgabe sucht. Und ein Deliberative Polling ist eine Befragungsmethode, bei der in zwei Phasen Meinungen abgefragt werden. Dazwischen findet eine umfassende Informationsphase statt.
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