Souveräne Cloud-Infrastrukturen BSI und Schwarz Digits schließen Partnerschaft

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Souveräne Cloud-Lösungen sind ein Schwerpunkt einer jetzt geschlossenenen Partnerschaft von BSI und Schwarz Digits. Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger spricht von einem starken Signal für deutsche Innovationskraft und europäische Handlungsfähigkeit.

Rolf Schumann (Co-CEO Schwarz Digits), BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Christian Müller (Co-CEO Schwarz Digits) vereinbaren im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz eine strategische Partnerschaft zwischen BSI und Schwarz Digits. (v.l.n.re.)(Bild:  Schwarz Digits)
Rolf Schumann (Co-CEO Schwarz Digits), BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Christian Müller (Co-CEO Schwarz Digits) vereinbaren im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz eine strategische Partnerschaft zwischen BSI und Schwarz Digits. (v.l.n.re.)
(Bild: Schwarz Digits)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Schwarz Digits, die IT-Sparte der Schwarz Gruppe, haben eine strategische Kooperation vereinbart. Die Vereinbarung wurde im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz geschlossen. Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist die gemeinsame Entwicklung souveräner Cloud-Lösungen für die öffentliche Verwaltung. Das BSI nennt konkret den Einsatz in der Bundes- und den Landesverwaltungen. Schwarz Digits verweist auf die 2026 geplante Umsetzung der VS-NfD-Anforderungen in einer Public Cloud (STACKIT Public Cloud Restricted), der dann eine skalierbare Cloud-Infrastruktur bis zur Geheimhaltungsstufe „Geheim“ folgen soll.

Sie freue sich außerordentlich, sagte BSI-Präsidentin Claudia Plattner, „dass wir mit Schwarz Digits nun einen Partner an unserer Seite haben, mit dem wir die Digitalisierung in unserem Land gezielt und strategisch vorantreiben und gleichzeitig absichern: Durch innovative, hochperformante Produkte mit zeitgemäßen Sicherheits- und Souveränitätseigenschaften, von denen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können.“ Das sei ein großer und wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer resilienten Cybernation Deutschland.

Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger kennzeichnete die Partnerschaft als ein starkes Signal für deutsche Innovationskraft und europäische Handlungsfähigkeit. „Wenn staatliche Sicherheitskompetenz auf industrielles Spitzen-Know-how trifft, entstehen souveräne Cloud-Lösungen, die unsere Verwaltung moderner, schneller und sicherer machen. So stärken wir unsere Unabhängigkeit. Digitale Souveränität ist der Schlüssel für Zukunftsfähigkeit – und damit für Sicherheit, Freiheit und Wohlstand.“

Echte digitale Freiheit entstehe nur durch die Kontrolle über eigene Daten und Systeme, erklärte Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits: „Wir verstehen diese Partnerschaft als klares Signal für ein digital souveränes Europa, das seine Werte auch im Cyberraum entschlossen verteidigt.“ Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits verdeutlicht: „Unsere technologische Antwort basiert auf der konsequenten Entwicklung technischer Kontrollschichten und der Umsetzung des Zero-Trust-Prinzips. Wir schaffen Interoperabilität durch Open-Source-Technologien, um einen technischen Vendor-Lock-in für die Verwaltung dauerhaft auszuschließen.“

Im Rahmen der Partnerschaft sollen nach Angaben von Schwarz Digits auch Lagebilder der Cybersicherheit ausgetauscht werden sowie strategische Fragen zur IT-Sicherheit von Produkten und Dienstleistungen besprochen werden. Vorgesehen sind demnach regelmäßige gegenseitige Hospitationen und fachliche Austauschformate. Es soll um Monitoring, Forensik in der Cloud und Zulassungsabläufe für die Verarbeitung von Verschlusssachen gehen, aber auch um die Weiterentwicklung von Souveränitätskriterien und Interoperabilitätsstandards – mit dem Ziel, Anbieterwechsel zu vereinfachen und Abhängigkeiten (Vendor Lock-in) zu vermeiden.

Das BSI bezieht sich in der Meldung zur Partnerschaft erneut auf seine Doppelstrategie – und die Rolle von Optionen: „Digitale Souveränität bedeutet für das BSI, Optionen zu schaffen: Je mehr vertrauenswürdige Produkte verfügbar sind, desto souveräner kann je nach Nutzungsszenario entschieden werden“, heißt es. Anbieterwechsel sollten schneller und einfacher möglich werden, was durch einheitliche Sicherheitsvorgaben und gleichzeitig hohe Anforderungen an die Interoperabilität gelingen könne.

Die Doppelstrategie des BSI sieht vor, den europäischen Markt und die hiesige Digitalindustrie zu stärken, während auf der anderen Seite außereuropäische Produkte „so angepasst und eingebettet werden, dass eine sichere und selbstbestimmte Nutzung möglich wird“. Damit wird auch begründet, dass Kooperationsvereinbarungen sowohl mit europäischen als auch mit außereuropäischen Anbietern geschlossen werden. Diese umfassten keine Vergabe- oder Implementierungsentscheidungen, betont das BSI.

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