Digitalisierung BIM-gestütztes Baugenehmigungsverfahren

Ein Gastbeitrag von Daniel Hoffmann 2 min Lesedauer

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Das Baugenehmigungsverfahren gehört zu den komplexeren Verwaltungsprozessen in Deutschland. Auch wenn sich die Bauaufsichten vor 30 Jahren auf den Weg in die Digitalisierung machten, konnten nur wenige Effizienzsteigerungen erzielt werden. Erst durch die Nutzung von BIM (Building Information Modeling) lässt sich der Prüfprozess wirklich effizient und automatisiert gestalten.

Baugenehmigungsverfahren sollen sich künftig ausschließlich durch die Nutzung von BIM im gesamten Genehmigungsprozess realisieren lassen.(©  MrBeer – stock.adobe.com)
Baugenehmigungsverfahren sollen sich künftig ausschließlich durch die Nutzung von BIM im gesamten Genehmigungsprozess realisieren lassen.
(© MrBeer – stock.adobe.com)

Schauen wir in den Rückspiegel der Digitalisierung, so muss festgestellt werden, dass Digitalisierung bisher als Elektrifizierung der analogen Prozesse umgesetzt wurde. Anstelle von Briefen mit Papierunterlagen werden heutzutage munter PDF-Dokumente über verschiedene elektronische Transportwege durch die Welt geschickt und bereits erfasste Daten an verschiedenen Stellen abgetippt – nur nicht mehr von Papierdokumenten, sondern von PDFs. Hierdurch hat sich die bisherige Arbeitsmethode nicht geändert, man arbeitet lediglich mit einem anderen Medium. Immerhin tragen die entfallenen Postwege zur minimalen Verfahrensverkürzung bei.

Die Lösung der effizienten Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens ist es also, sich von bestehenden Arbeitsmethoden zu trennen und durchgängig auf maschinenlesbare Daten zu setzen. Mit dem XBau-Standard steht für das Baugenehmigungsverfahren bereits eine Lösung zur Verfügung, sodass das Verfahren und die Kommunikation mit den Verfahrensbeteiligten bereits maschinenlesbar durchgeführt werden kann. Heutzutage werden aber weiterhin 2D-Bauvorlagen in den digitalen Bauanträgen eingereicht, die sich nicht automatisiert prüfen lassen. Daher muss hier eine Lösung her, die auch das Bauvorhaben an sich maschinenlesbar erstellt, um es anschließend automatisiert prüfen zu können. Für diese Notwendigkeit steht bereits eine Lösung zur Verfügung: Building Information Modeling (BIM).

BIM ist eine arbeitsmethodische Herangehensweise zur vernetzten Planung, dem Bau und der Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken mithilfe von Software. Dabei werden alle für den jeweiligen Prozess relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und mit notwendigen Eigenschaften versehen. Das Bauwerk lässt sich zudem als virtuelles Modell auch geometrisch visualisieren.

Wir sind der festen Überzeugung, dass sich die Zukunft des Baugenehmigungsverfahren ausschließlich durch die Nutzung von BIM im gesamten Genehmigungsprozess realisieren lässt. Eine Beschleunigung lässt sich durch verschiedene Weisen herbeiführen:

  • BIM ermöglicht die automatisierte Prüfung von Bauanträgen auf Vollständigkeit und Übereinstimmung mit den geltenden Bauvorschriften. Dies reduziert die Zeit, die für manuelle Prüfungen benötigt wird.
  • Durch die detaillierte Modellierung können Planungsfehler frühzeitig erkannt und korrigiert werden. Dies verbessert die Qualität der Einreichungen und verringert die Wahrscheinlichkeit von Verzögerungen.
  • Es erleichtert die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen allen Beteiligten, da alle relevanten Informationen in einem zentralen Modell verfügbar sind. Dies führt zu einer schnelleren Abstimmung und Entscheidungsfindung.
  • Alle Änderungen und Prüfungen werden im BIM-Modell dokumentiert, was die Nachvollziehbarkeit und Transparenz des Genehmigungsverfahrens erhöht.
  • BIM-Modelle können in bestehende Fachverfahren und Plattformen integriert werden, was die Nutzung und den Austausch von Daten erleichtert.
  • Durch die Nutzung von standardisierten internationalen Dateiformaten lassen sich die Vorteile unabhängig von eingesetzten Softwarelösungen nutzen.

Durch diese Vorteile kann ein BIM-unterstütztes Baugenehmigungsverfahren dazu beitragen, dass langwierige manuelle Prüfungen der Vergangenheit angehören.

Der Autor: Daniel Hoffmann, Produktmanager bei Prosoz Herten GmbH

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