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Dr. Eike Schmidt weiter: „Wenn man die Handlungsfelder der EU verfolgt, werden konsequente Schritte in Richtung Harmonisierung des Finanzwesens unternommen. Wir begrüßen die Initiative zur Einführung vergleichbarer doppischer Finanzsysteme in Europa, die wir strategisch für bedeutsamer halten als einzelstaatliche föderale Erwägungen. Gleichzeitig sehen wir es nicht als zwingend an, in allen Staaten identische Systeme einzuführen, solange die Vergleichbarkeit gewährleistet werden kann. Die Mach-Software bildet selbstverständlich alle relevanten Standards ab.“
Auch Michael Schuster, Director Sales DACH und Mitglied der Geschäftsführung von Unit 4 hält die die Kameralistik noch für durchaus zeitgemäß. Dies gelte vor allem dann, wenn Methoden und IT-Lösungen eingesetzt würden, die unabhängig von der Buchungssystematik ein modernes und transparentes Haushaltsgebaren ermöglichten.
Schuster weiter: „Ein doppisches Finanzwesen ist ja kein Allheilmittel für die teilweise zu Recht vermutete und erlebte Intransparenz des laufenden Buchungsgeschäftes. Nicht zuletzt die Bankenkrise und immer wieder auftretende 'unerwartete' Insolvenzen von Unternehmen, die aufgrund ihrer Rechtsform ein kaufmännisches (doppisches) Finanzwesen einsetzen, zeigen deutlich auf, dass der Buchungsstil keine Aussagen trifft, die Rückschlüsse auf Solvenz, Stabilität oder Nachhaltigkeit im Finanzgebaren zulassen.“
So könne sehr wohl wohl laufend Transparenz geschaffen werden über Vermögens- und Wertverzehr, unter anderem durch betriebswirtschaftlich orientierte Lösungen wie Anlagenwirtschaft und Inventarisierung, Kosten- und Leistungsrechnung und ergänzende Analyseprogramme.
Zur Frage der Vergleichbarkeit europäischer Verwaltungen meinte Schuster: „Ein generelles EU-weites Benchmarking von Verwaltungen beziehungsweise Verwaltungsstrukturen wird sich wohl eher nicht durchsetzen lassen. Dafür sind politische und verwaltungsrechtliche Systeme in den EU-Staatsgebilden zu different.“
Allerdings, so Schuster, solle mit der EPSAS-Initiative versucht werden, mehr und insbesondere standardisierte Transparenz zu wesentlichen Kennzahlen des Haushaltsgebarens zu erzielen. „Das ist sicherlich zu befürworten. Die Herausforderungen denen die Troika bei der Analyse der Schuldensituation am Beispiel Griechenland gegenübersteht, könnten so zum Beispiel damit deutlich reduziert werden.“
Jetzt gelte es gilt zu beobachten, wie ernsthaft die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten mit EPSAS umgehen. EPSAS gelte zu Recht als eine Initiative für die Staatsfinanzen, daher müsse der Bund vorangehen.
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