Definition Was meint Government-as-a-platform (GaaP)?

Von zeroshope 2 min Lesedauer

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Government-as-a-platform (GaaP) ist ein Konzept, das die staatliche Verwaltung und die Bürger auf einer gemeinsamen Plattform positioniert. Sie sollen hier möglichst problemlos interagieren. Nötig hierfür sind insbesondere IT-Standards.

Government-as-a-platform: Verwaltung und Bürger als Plattform(Bild:  aga7ta – stock.adobe.com)
Government-as-a-platform: Verwaltung und Bürger als Plattform
(Bild: aga7ta – stock.adobe.com)

Das aus dem angelsächsischen Sprachraum stammende Konzept Government-as-a-platform (GaaP – dt. „Verwaltung als Plattform“) zielt darauf ab, Bürger und staatliche Stellen im digitalen Raum zusammenzuführen. Erste Ansätze sind in der Realität bereits in Gestalt der E-Government-Lösungen zu sehen. Das Konzept von GaaP reicht aber noch einmal deutlich weiter. Es sieht eine zentrale IT-Basis-Infrastruktur für alle Interaktionen zwischen den staatlichen Verwaltungsstellen und den Menschen vor. Diese soll dabei den Prinzipien einer Plattform-Ökonomie folgen. Dies betont erneut den ganzheitlichen Ansatz: Identifikationen, Bezahlvorgänge oder auch Terminbuchungen sollen allesamt über die Plattform möglich sein.

Aufbau der Plattform: ein harter Kern umgeben von individuellen Lösungen

Schematisch sieht das Konzept Government-as-a-platform ein wenig wie das Sonnensystem aus. Es besitzt also einen zentralen Kern (Sonne), der vom Staat beschafft und betrieben wird. Er vertraut auf transparente und einfach zu nutzende Standards sowie Hard-Basiskomponenten, die es ermöglichen, passende Anwendungen (Planeten) zu entwickeln, die auf der Plattform arbeiten. Um einen "harten" Kern entstehen also individuelle Lösungen. Dadurch ist gewährleistet, dass Verwaltungen weiterhin dezentral arbeiten können, obwohl es bei der IT eine Zentralisierung gegeben hat. Private Organisationen können zudem sehr viel einfacher und schneller auf staatliche Services zugreifen. Hierfür seien einige Beispiele genannt:

  • Autoversicherungen können überprüfen, ob eine gültige Fahrerlaubnis vorliegt.
  • Banken können aktuelle Förderpakete von staatlichen Stellen wie der KfW für ihre Kunden buchen.
  • Arbeitgeber können polizeiliche Führungszeugnisse auf digitalem Wege erhalten.
  • Unternehmen können sich einfacher um öffentliche Ausschreibungen bemühen.

Diese Liste ließe sich noch deutlich fortsetzen – und um Vorteile für Bürger und den Staat ergänzen. Privatpersonen können beispielsweise deutlich einfacher Anträge bei verschiedenen Stellen einreichen, da alles über eine Plattform funktioniert. Auf staatlicher Seite wird ein Informationsaustausch zwischen den einzelnen Behörden vereinfacht. Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, wie wichtig dies wäre.

Rechtliche Probleme in Deutschland

Es existieren allerdings einige rechtliche Probleme: Erstens müssten Bund und Länder zusammenarbeiten. Der Bund hat verfassungsrechtlich nicht die Befugnis, eine solche IT-Infrastruktur allein anzuschaffen, zu finanzieren und durchzusetzen. Zweitens sind datenschutzrechtliche Probleme zu berücksichtigen. Grundgesetz-Änderungen sowie Anpassungen diverser gesetzlicher Vorschriften wären daher vermutlich notwendig. Unter den gegenwärtigen Bedingungen kann es in Deutschland nur eine Annäherung an Government-as-a-platform geben.

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