Definition Was ist eine Logikbombe?

Von Erik1 2 min Lesedauer

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Manche Cyberangriffe auf Computernetzwerke gehen auf das Konto von Logikbomben. Ähnlich wie Zeitbomben richten diese nach bestimmten, vorher ausgewählten Bedingungen Schäden an. Was sind die Merkmale und wie kann man sich dagegen schützen?

Logikbombe: Malware mit hohem Schadenspotenzial(Bild:  aga7ta – stock.adobe.com)
Logikbombe: Malware mit hohem Schadenspotenzial
(Bild: aga7ta – stock.adobe.com)

Streng genommen handelt es sich bei einer Logikbombe per definitionem weder um einen Computervirus noch um Malware im engeren Sinn. Vielmehr handelt es sich um ein Computerprogrammteil, das a) einen bösartigen Code enthält, und b) diesen bösartigen Code unter bestimmten logischen Bedingungen ausführt. Logikbomben können in Computernetzwerke, Betriebssysteme und Softwareanwendungen eingeschleust werden. Technisch gesehen ist der Unterschied dieser Codestücke zu Malware gering.

Die zwei Komponenten einer Logikbombe

Logikbomben bestehen aus zwei Komponenten: 1. einer vorher festgelegten spezifischen Bedingung, und 2. einer nach Erfüllung der Bedingung ausgeführten schädlichen Aktion. Die Bedingung kann etwa das Erreichen eines Datums sein. Sobald die Bedingung erfüllt ist, führt der bösartige Code die gewünschte Aktion aus - etwa das Löschen von Dateien, das Sammeln sensibler Daten, das Formatieren der Festplatte oder das Infizieren des Systems mit einem Virus.

Was löst die schädliche Aktion einer Logikbombe aus?

Die Nutzlast (= schädliche Aktion) wird entweder durch das Verstreichen einer bestimmten Zeitspanne, die Verarbeitung einer bestimmten Transaktion, das Öffnen eines bestimmten Programms oder einen fehlgeschlagenen Anmeldeversuch eines bestimmten Benutzers ausgelöst.

Typische Merkmale einer Logikbombe

Trotz großer individueller Unterschiede zeichnen sich alle Logikbomben durch einige gemeinsame Eigenschaften aus. So bleiben sie generell über einen längeren Zeitraum untätig im System und explodieren erst nach Eintreten der Bedingung. Gemeinsam ist allen Logikbomben zudem die Tatsache, dass Ihre Nutzlast für die Benutzer des Systems nicht erkennbar ist.

Häufiger Tätertypus: Systemadministratoren

Oft werden Logikbomben von internen Nutzern mit vielen Zugriffsrechten installiert - beispielsweise Systemadministratoren. Die Motivation für die Tat liegt häufig im persönlichen Bereich. Der Täter hegt einen Groll gegen seinen Arbeitgeber und möchte ihm Schaden zufügen. Auch finanzielle Motive stecken manchmal dahinter.

Zwei Beispiele:

  • 1982 programmierte die CIA eine Logikbombe in das Computersystem eines kanadischen Unternehmens, um zu verhindern, dass ein (zuvor enttarnter) Sowjet-Spion die Software des Unternehmens stiehlt.
  • Der Systemadministrator Roger Duronio implementierte im Jahr 2002 bei seinem ehemaligen Arbeitgeber einer bösartigen Code, flog auf und wurde zu acht Jahren Haft verurteilt.

Wie lassen sich Angriffe durch Logikbomben verhindern?

Regelmäßige Betriebssystemupdates, die Verwendung vertrauenswürdiger Antivirussoftware und Vorsicht beim Herunterladen unbekannter Inhalte - das sind die effektivsten präventiven Maßnahmen gegen Logikbomben. Außerdem sollten die Zugriffsrechte in Unternehmen ständig überprüft werden.

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